Die zusammengebrochene US-Bank Washington Mutual wird in den Medien derzeit als Sparkasse bezeichnet. Diese Bezeichnung ist im deutschen - und österreichischen - Kontext offenbar irreführend.
Bei dem US-Bankkonzern Washington Mutual handle es sich nicht um eine Sparkasse im deutschen Sinne, stellte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Freitag in Berlin klar.
Weder entspreche das Geschäftsmodell dem der deutschen Sparkassen, noch sei dieses Kreditinstitut mit den deutschen Sparkassen verbunden.
In diesem Zusammenhang betonte DSGV-Präsident Heinrich Haasis: "Die deutschen Sparkassen sind nach wie vor ein Hort der Stabilität - auch in dieser Finanzkrise. Kein Anleger muss sich Sorgen um Einlagen bei seiner Sparkasse machen."
Auch die österreichische Erste Bank steht als führendes Institut des österreichischen Sparkassensektors in der Tradition der Sparkassen - ihre Geschäftsstrukturen sind in Ansätzen mit den deutschen Sparkassen vergleichbar.
Dagegen ist Washington Mutual, seit 1983 eine bösennotierte Aktiengesellschaft, der größte noch unabhängige Hypothekenanbieter und nach Bilanzsumme die sechstgrößte Bank der USA.
Das Haus sei aus einer savings & loans association (S&L) hervorgegangen und habe später mit einer Genossenschaft fusioniert, berichtet der Sparkassenverband. Der größte Einzelaktionär der Aktiengesellschaft sei die Beteiligungskapitalgesellschaft Texas Pacific Group, TPG. Dieser Private Equity Fonds habe erst im April dieses Jahres sieben Milliarden Dollar in das Finanzhaus investiert und stelle damit rund 50 Prozent des Eigenkapitals von Washington Mutual.
(mar)

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