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Staatsbankrott: Wenn Länder pleite gehen

15.04.2009 | 08:11 |  Ewald Bechtloff (DiePresse.com)

Die drohende Zahlungsunfähigkeit großer Nationen gefährdet auch die kleinen. Aber was bedeutet es für Bürger, Gläubiger und Staat, wenn ein ganzes Land in Konkurs geht? Hier eine Übersicht.

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In unsicheren Börsezeiten erfreuen sich Staatsanleihen großer Beliebtheit. Denn was soll passieren, wenn man einem Staat Geld leiht? Das Geld kann genauso "weg" sein wie bei Aktien. So geschehen im Jahr 2002, als der Staat Argentinien die Zahlungsunfähigkeit verkündete. Das war bis heute der letzte Staatsbankrott. Aber was bedeutet das?

Definition: Staatsbankrott
Staatsbankrott bedeutet, dass ein Staat seine Zahlungsverpflichtungen zumindest teilweise nicht mehr erfüllen kann. Mit dieser Definition arbeiten Ratingagenturen. Es gibt aber keine internationale Institution, die einen Staat offiziell gültig für bankrott erklärt.

Ursachen für Staatsbankrott

Geschichtlich lassen sich primär zwei Gründe für den Bankrott von ganzen Staaten ausmachen:

  • Überschuldung des Staates
  • Machtübernahme ohne Schuldenübernahme

Überschuldung mangels Budgetdisziplin

Wie ein Unternehmen kann sich auch ein Staat überschulden. Dem geht meist jahrelange Misswirtschaft voraus. Die grundlegende Regel ist einfach: Wer permanent mehr ausgibt, als er einnimmt, ist irgendwann überschuldet. Diese neuen Schulden müssen über Anleihen oder Kredite bei anderen Staaten finanziert werden.

Regimewechsel ohne Schuldenübernahme

Wenn sich das Regime in einem Staat radikal ändert, wurden die Schulden der Vorgängerregierung nicht immer übernommen. So geschehen zum Beispiel 1917, als die damals neue Sowjetunion die Schulden des zaristischen Russland nicht übernahm.

Folgen des Staatsbankrotts

Betroffen von einem Bankrott sind wie auch in der Privatwirtschaft zuerst die Gläubiger. Doch auch die Bürger und der Staat selbst werden stark belastet.

Gläubiger: Leider nein

Für Gläubiger eines Staates, etwa Inhaber von Staatsanleihen, ist das natürlich katastrophal. Denn sie bekommen ihr Geld nicht wieder, oder zumindest einen großen Teil davon. Die Gläubiger von Argentinien warten bis heute auf ihr Geld.

Bei Konkursen von Unternehmen gibt es genaue gesetzliche Regelungen über das Konkursverfahren, die Konkursquote, Masseverwaltung etc. Bei Staaten gibt es so etwas nicht. Es liegt an den Gläubigern selbst, sich zu organisieren.

Ein Beispiel für so eine Organisation ist der "Pariser Club".

Club de Paris
Der Pariser Club (oder: Club de Paris) ist ein internationales Gremium, das sich mit Fragen der Umschuldung und des Schuldenerlasses beschäftigt. Der Club vermittelt zwischen Geberländern und den Ländern, die Probleme mit der Rückzahlung von öffentlichen Krediten oder Entwicklungshilfedarlehen haben.

Staat: Wer einmal kracht, dem leiht man nicht

Aber auch für den betroffenen Staat hat ein Bankrott verheerende Folgen. Denn es ist in den folgenden Jahren sehr schwer, überhaupt noch Kredite von anderen Ländern oder den eigenen Bürgern zu bekommen. Denn verständlicherweise überlegt es sich jeder Kreditgeber sehr genau, einem Pleitier noch Geld zu borgen. Und da ein Staatsbankrott oft nach vielen Jahren der Misswirtschaft folgt, hat der Staat meist nicht die Kraft, sich allein durch die eigene Wirtschaftskraft zu sanieren.

Bürger: Revolte und Krisen

Die Bürger eines bankrotten Staates leiden in erster Linie an der darniederliegenden Wirtschaft. Die Landeswährung verliert meist an Wert, die Unternehmen können nichts mehr investieren, die Arbeitslosigkeit steigt dramatisch an. Meist führen Staatsbankrotte auch zu politischen Unruhen.

Die bekanntesten Beispiele

In den vergangenen Jahrhunderten gab es eine Reihe von Staatsbankrotten. Hier einige gewichtige Beispiele:

  • Deutschland 1923 (Folge des ersten Weltkrieges)
  • Deutschland 1948 (Folge des zweiten Weltkrieges)
  • Sowjetunion 1918 (Nach Übernahme des zaristischen Russland)
  • Russland 1998 (Anleihen um 13,5 Milliarden Dollar fielen aus)
  • Argentinien 2002
  • Grenada 2004 (Hurrikan zerstörte große Teile des karibischen Inselstaats)

 

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68 Kommentare
 
12
Gast: deejay_
22.06.2011 12:13
0 0

Warum fehlt hier Griechenland?

Griechenland hatte schon mal einen Staatsbankrott, warum dieser in der Aufzählung fehlt?

http://de.wikipedia.org/wiki/Griechischer_Staatsbankrott_von_1893

Antworten Gast: Kissinger
18.08.2011 23:02
0 0

Re: Warum fehlt hier Griechenland?

Ganz einfach, weil es beim Staatsbankrott Griechenlands keinen Schuldenerlass gab. Die Kredite von damals werden heute noch bezahlt. Darunter auch eine Zwangsanleihe, zu deren Aufnahme die deutsche Besatzung Griechenland gezwungen hat. Diese wurde komplett von den Griechen zurück bezahlt, obwohl der Fall "odious dept" hierbei hätte gelten müssen. Aber im Gegensatz zu Deutschland, Türkei (die hier auch fehlt), und anderen Länder hat Griechenland weiter alle Raten bezahlt.

Antworten Gast: dj
18.08.2011 22:53
0 0

Re: Warum fehlt hier Griechenland?

Warum fehlt hier Türkei?

Gast: Eurrora
29.04.2010 17:22
0 0

Hoffentlich zieht uns niemand ,in einen Krieg hinein?


Das ganze Währungssystem ist desolat!

Die EU in der jetzigen Form soll (wird?) sich auflösen!
Für uns wäre es dann das Beste, in einem neuen Deutschen Bund aufzugehen. Als Teil von ein paar Nationalstaaten mit gleicher Sprache und Kultur sowie gleicher Wirtschaftsleistung was sehr wichtig ist.
Ohne gleiche Wirtschaftsleistung kann kein Währungszusammenschluss bestehen. Siehe Ost-West-Probleme der EU, eben die Probleme die jetzt Griechenland dem EURO verursacht!

LG

Gast: hbm
25.04.2010 10:52
0 3

dann müssen eben wertsachen und staatsboden zu geld gemacht werden.


ich könnt mir vorstellen daß die araber interesse an fruchtbarem land hätten. geld ham sie genug.

auch für österreich wäre ein zugang zum meer eine bereicherung. toll wär natürlich kreta, is aber sicher teuer. schön wär aber auch cap sounion, andros oder wenigstens sikinos.
könnte mal wer anfragen, was ein quadratkilometer in etwa kostet?

Gast: Gast
25.04.2010 10:38
0 0

Buchtipp

Eine wirklich spannende Lektuere zum Thema,
via Blicklog, Buch- u. Themenbesprechung:
Carmen M .Reinhart & Kenneth S. Rogoff: This Time is Different. Eight Centuries of Financial Folly. Princeton University Press, Princeton and Oxford, October 2009.
http://www.blicklog.com/2010/04/24/aktivierung-des-rettungsmechanismus-fr-griechenland-lsst-mrkte-kalt/

Gast: Maximilian
20.02.2010 10:04
3 1

SPÖ wähler sollen gepfänbdet werden..LACHHAFT!!

Also ich will nur mal was zur "Wirtschaftlichen Kompetenz" der ÖVP sagen.
In Graz haben wir seit 2003 die ÖVP an der Spitze. In dieser Zeit ist der Schuldenberg nicht etwa geringer geworden, er ist auch hier trotz ÖVP Regierung explodiert. Und zwar richtig explodiert!!! Und zudem wurden viele Dinge der Stadt Graz verkauft um kurzfristig Geld zu erhalten. Soviel zu der Kompetenz der ÖVP...

Und im nationalrat ist die ÖVP seit ich denken kann (bin ja noch nicht so alt) immer Teil der Regierung gewesen, nie ein Teil der Opposition. Meist SPÖ-ÖVP und eine Zeit lang hatten wir ja auch ÖVP-FPÖ. Die letztere Konstellation schaffte es ein Jahr lang ein Nulldefizit zu erreichen...auch indem Besitzte des Staates einfach verkauft wurden um kurzfristig Geld zu erhalten!! 2 Jahre später hatten sie dann erst wieder über 4% Defizit.
Und vor schwarz-blau war die ÖVP auch immer Teil der Regierung und hat auch immer Brav beim Schuldenmachen mitgespielt.
Die ÖVP tut vielleicht immer so als ob sie die bessere Partei wäre wenn es um Finanzpolitik geht...aber in wahrheit ist das gelogen!!!!

Antworten Gast: menger
25.04.2010 23:24
0 1

haben sie es noch immer nicht verstanden?

ALLE ich wiederhole

A L L E

parteien, koennen und

W O L L E N

nicht wirtschaften

mfg

Gast: walter
17.01.2010 15:04
0 0

warum hat die presse die österreichischen staatsbankrotte vergessen?


Gast: Karl
08.12.2009 17:01
0 1

Staaten können Pleite gehen.

Es kann sogar in Europa passieren das ein Staat in zahlungsschwierigkeiten kommt wenn ich richtig gelesen habe ist Griechenland das meist verschuldetet Land südeuropas mit 112 und dan kommt Italien dehnen geht es auch nicht viel besser. Was für Korrupte Politiker haben wir eigentlich die gehörten eigentlich voll zur Verantwortung gezogen und nicht gelobt und mit Auszeichnungen gehert werden wenn ein Politiker in seiner laufbahn auf kosten von Steuerzahler Schulden gemacht hat.
Das system ist einfach falsch ein Staat sollte nie mehr ausgeben dürfen als er an steuern einnimmt. Dan sind in Zukunft wenn wieder eine Krise kommen sollte leicht abzuwenden wer wenig oder gar keine Schulden hat bei solchen haben andere meistens schulden das kann man als eine Art Rucklage sehen.Bin sicher solche Staaten sind mehr angesehen als die was zu viele schulden haben Außenpolitisch sicher ein gutes Druckmittel.

Re: Staaten können Pleite gehen.

Hä???

Gast: satan der schreckliche
08.12.2009 12:22
0 0

sanierung

... wohl vergessen dass österreich nach dem 1945 zwei währungsreformen, jeweils mit einbussen für die bürger durchgezogen hat. auch so kann man neben der inflation den bankrott kaschieren.

Gast: Paoli
03.12.2009 18:37
0 1

Hurra wird sind vorn dabei!!!

Endlich einmal in der ersten Reihe:

In Europa gebe es eine Reihe von einem Staatsbankrott gefährdeter Länder. Es bestehe keine unmittelbare Gefahr, aber auf mittlere Sicht bestehe es ein 50 Prozent übersteigendes Risiko für zwei mittel-oder osteuropäische Länder. Staatspleiten könne es auch in Irland, Griechenland und Österreich geben. Österreich sei dann bedroht, wenn ein osteuropäisches Land die Zahlungsunfähigkeit erklärt, führte Rogoff weiter aus. Kenneth Rogoff gilt als einer der weltweit renommiertesten Ökonomen. Er forscht seit Jahren zu Finanzkrisen.

aus: http://www.godmode-trader.de/nachricht/Star-OEkonom-sieht-wackelige-US-Konjunktur-Inflation-u-Staatspleiten-Risiko-Goldman-Sachs,a2024031,b2.html

Gast: Jo_Hammer
26.04.2009 18:44
0 0

Die Ukraine steht am Rande des Staats-Bankrotts

unglaublich.

Gast: ET
24.04.2009 12:57
0 2

Bericht in der flaschen Rubrik

in diesem Fall ein schwerer Fehler der Presse Redaktion diesen Bericht unter Eastconimist einzuordnen.

Der Titel "Staatsbankrott" würde besser zur Rubrik "Österreich" passen, auch wenn es einigen nicht passt.


Gast: dAa
17.04.2009 15:07
2 0

Simbabwe 2009

nicht zu vergessen.

Die haben jetzt wieder den Tauschhandel eingeführt, da niemand mehr die Noten mit den vielen Nullen annehmen möchte.

"Russland 1998 (Anleihen um 13,5 Milliarden Dollar fielen aus)"


Zur Erinnerung: Die Österreichischen Banken haben 200 Milliarden Euro(Spareinlagen) an Oststaaten, mit zweifelhafter Besicherung, verliehen.


Gast: Alex
16.04.2009 16:47
0 0

Schöne Bescherung

Von fünf grössten Staatspleiten der nahen Wirtschaftsgeschichte gehen zwei aufs Konto der
Deutschen und Deutschland ist der führende und weg-
weisende Kraft des EU-Bündnisses.

Re: Schöne Bescherung

ha ha ha....der war gut. nach dem 3 wk. sind die usa aber auch über den jordan.

Gast: Franz
16.04.2009 13:24
0 3

Realpolitik

Österreich sollte sich so schnell wie möglich verteilen und an Deutschland, Chekien und Ungarn anschliessen.

Gast: markus Trullus
16.04.2009 09:14
0 0

kanns heute nicht lassen

weiteres Kapitel der Staatsverschuldung: Wer wohin Geld investiert: Wer nichts in Forschung udn Entwicklung steckt, sondern entweder in eine weit überbordende Sozialbürokratie (die der Zielgruppe NICHTS bring!) oder ins spekulative Ausland (wurst od Ost oder West [Karibik]) - muss irgendwann die Zeche dafür langfristig bezahlen. Der investiert kurzfristig und vernichtet Geld. nicht eigenes, sondern geborgtes. Und das ist die Krucks...

Gast: markus Trullus
16.04.2009 08:16
0 0

schuldner

Vielleicht ist einigen Lesern etwas entgangen: Wer die Schuldner der Republik sind! Das sind mehrheitlich... WIR! Unser Erspartes hat sich der Staat seit Kreisky als Staatsanleihen (mit guten Zinsen, versteht sich) von unseren Bankeinlagen genommen. Wenn nun der Staat bakrott macht, sind unsere Spareinlagen... weg! OK, that's it, friends, it's easy!!!.

Habe ich jetzt die letzten 20 Jahre umsonst gespart?

Brav gespart. Kein einziges Mal im Urlaub. Keine Schulden gemacht. Auf vieles verzichtet.

Wie verantwortungsvoll ist es eigentlich in einem Kinosaal laut Feuer zu rufen, wenn jemand sich eine Zigarette anzündet?

Irgendwie kommt mir das wie Rufmord vor und das von Nobelpreisträgern.


Re: Habe ich jetzt die letzten 20 Jahre umsonst gespart?

Selber Schuld!

Gast: Löser
15.04.2009 16:20
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SPÖ Wähler sollen gepfändet werden

schiesslich haben die der denkenden Minderheit diese Affenpolitik aufgezwungen

wer nicht SPÖ gewähnt hat, hat nichts zu verantworten und soll auch nichts zahlen

 
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