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Deutsche Bank greift nach kompletter Postbank

19.11.2008 | 17:29 |   (DiePresse.com)

Die Deutsche Bank will sich nach Angaben eines ranghohen Mitarbeiters mit Options-
Geschäften weitere Anteile an der Postbank sichern. Der Kurs der Postbank-Aktien schnellte nach Bekanntwerden um 14 Prozent in die Höhe.

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Die Aktien der Deutschen Postbank sind am Mittwoch wegen Spekulationen um eine geplante Komplettübernahme durch die Deutsche Bank um bis zu 14 Prozent in die Höhe geschossen. Auslöser war ein Vorausbericht des Wirtschaftsmagazins "Capital": Das Blatt meldete unter Berufung auf einen ranghohen Mitarbeiter der Deutschen Bank, dass sich das größte deutsche Geldhaus über Optionsgeschäfte weitere Aktien an der Postbank sichern wolle. "Wir planen, die Postbank so schnell es geht komplett zu übernehmen", zitierte das Magazin den Banker.

Die Postbank-Aktie legte auf bis zu 17,20 Euro zu und führte damit die Gewinnerliste im Dax an.

Die Deutsche Bank und die Postbank-Mutter Deutsche Post lehnten Stellungnahmen dazu ab. "Capital" zufolge denkt die Deutsche Bank darüber nach, "das aktuell günstige Kursniveau durch Optionsgeschäfte oder sonstige derivative Strukturen zu sichern". Nach dem als teuer kritisierten Einstieg könne sie so günstiger an weitere Anteile kommen. Die Deutsche Bank hatte sich im September den Zugriff auf die Post-Tochter gesichert. Sie erwirbt 29,75 Prozent für 57,25 Euro je Postbank-Aktie und legt damit 2,8 Milliarden Euro auf den Tisch - mehr, als die Postbank jetzt insgesamt noch an der Börse wert ist. Die Transaktion soll im ersten Quartal abgeschlossen werden.

Experten halten es für denkbar, dass die Deutsche Bank den niedrigen Kurs der Postbank-Aktie zu Optionskäufen nutzen will. "Dies wäre dann der klare Beweis dafür, dass die Frankfurter die Postbank in jedem Fall mit Haut und Haaren haben wollen", sagte Konrad Becker, Bankenanalyst von Merck Finck. Bisher habe sich der Vorstand immer noch alle Türen offen gehalten. Die Mehrheit sei der Deutschen Bank durch ihre Vereinbarung mit der Deutschen Post ohnehin sicher.

Die beiden Konzerne hatten sich darauf verständigt, dass die Deutsche Bank frühestens zwölf Monate nach dem Kauf der ersten Anteile weitere Postbank-Aktien von der Post kaufen kann. Diese hält aktuell 50 Prozent plus eine Aktie an der Postbank, durch eine Kapitalerhöhung wird sich der Anteil aber wohl erhöhen.

"Capital" berichtete, dass die Postbank ihr Engagement an den internationalen Finanzmärkten zugunsten des klassischen Kundengeschäfts in Deutschland zurückfahren will. Betroffen davon seien bis zu 200 Investment-Experten und Händler der Postbank. Die Postbank lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

(APA)

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