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Anlegerverein will die FMA verklagen

19.11.2008 | 18:46 |   (Die Presse)

„Die FMA schützt die Anleger nicht. Sie reagiert nicht, zu spät, schlecht oder schwach“, sagt Philipp Buchner, Vorstand des „Vereins für Finanzmarktausgleich“.

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WIEN (cim). „Die FMA schützt die Anleger nicht. Sie reagiert nicht, zu spät, schlecht oder schwach“, sagt Philipp Buchner, Vorstand des „Vereins für Finanzmarktausgleich“. Einige Anleger, denen in den vergangenen Monaten namhafte Summen abhanden gekommen sind, haben sich nun zu diesem Verein zusammengetan. Denn eine effiziente Finanzmarktaufsicht hätte Finanzskandale wie bei der Constantia Privatbank oder der Immofinanz-Gruppe verhindern können, meinen die Anleger. Sie werfen der FMA Versagen vor und wollen sie nun mit Klagen dazu bringen, ihre Instrumentarien besser einzusetzen. „Wir kommentieren das nicht“, heißt es aus der FMA zu diesen Vorwürfen.

Zunächst will der Verein den Staat in die Pflicht nehmen und einen Prozess gegen die geplante Befreiung des Staates von Schadenersatzansprüchen bei einigen Behörden führen. „Durch eine Gesetzesänderung soll eine Amtshaftung der Republik gegenüber geschädigten Anlegern ausgeschlossen werden“, kritisiert Georg Vetter, Anwalt des Vereins. Das sei ein Ergebnis des AMIS-Prozesses und verstoße nach Ansicht des Vereins gegen das Verfassungs- und das Europarecht.

Die zweite, zentrale „Stoßrichtung“ des Vereins sei, den Anlegen Geld zurückzuholen. Dazu bietet man sich als Prozesskostenfinanzierer an. Die Sponsoren des Vereins, es sollen „sechs, sieben Personen“ sein, so Buchner, hätten selbst einen „zweistelligen Millionenbetrag“ verloren. Bei den Namen hält man sich bedeckt. Nur Elektronik-Erbe Christian Niedermeyer, der schon zuvor eine Schadenersatzklage gegen die Constantia Privatbank und die Immoeast angekündigt hatte, outet sich als Financier.

Der Verein sei von den Sponsoren finanziell für „einige Monate bis Jahre“ versorgt, sagt Vetter. Die Finanzierung sei auf hohe Streitwerte ausgelegt. Geschädigten Anlegern bietet der Verein die Finanzierung eines Rechtsstreits an. Gewinnt man einen Prozess, verlangt der Verein dann bis zu 30 Prozent der erstrittenen Erlöse. In den vergangenen Wochen hätten sich bereits „einige hundert“ Geschädigte gemeldet. Sie können auf der Website (www.amtshaftung.at) ihren Fall in eine Datenbank eintragen. Dann würden Experten den Fall prüfen und entscheiden, ob eine Klage sinnvoll sei, erklärt Vetter. Oberstes Ziel sei es, Geld für die Anleger zurückzuholen. Aber man sei auch auf der Suche nach Marktmanipulationen aller Art und wolle auch gegen falsche Beratungen, etwa durch Finanzdienstleister, vorgehen, so Peter Stiassny, Vorstand des Vereins.

 

Neuer Manager für die Immoeast

Bei einem der Unternehmen, gegen die der Verein juristisch vorgehen will, der Immoeast, soll es nun zu einem Personalwechsel kommen. Eduard Zehetner, früher Finanzvorstand des Feuerfestkonzerns RHI, soll am Freitag vom Aufsichtsrat der Osttochter des Immofinanz-Konzerns zum neuen Vorstandssprecher gewählt werden. Zehetner könnte auch Finanzvorstand der Immofinanz werden, das werde aber noch diskutiert, hieß es.

Auf einen Blick

Anleger mit Millionenschaden haben sich zum „Verein für Finanzmarktausgleich“ zusammengetan. Sie werfen der FMA Versagen vor und wollen die Aufsicht verklagen. Auch gegen die Befreiung einiger Behörden von der Amtshaftung will man prozessieren. Außerdem bietet sich der Verein Anlegern als Prozessfinanzierer an.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.11.2008)

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3 Kommentare
Gast: GAST25
08.01.2009 11:57
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GOOD LUCK.....ICH HOFFE

das die geschädigten Investoren diesmal mehr Glück haben und diesmal Versprechungen und Personen genau überprüfen, bevor Sie bezahlen.....

bbss22
20.11.2008 16:35
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Die staatliche Aufsichtsbehörden

Staatliche Aufsichtbehörden in Österreich zeichnen sich offenbar dadurch aus, dass ein nicht unerkleckliche Anzahl von Mitarbeitern die Privilegien der Pragmatisierung und zukünftiger hoher Pensionen genießen können.
Auch die Verhaberung mit den Prüfsubjekten samt allen Annehmlichkeiten ist offenbar das Normale.
Wenn eine Frau Tumpel-Gugerell die BAWAG prüft, in der ihr Mann Herr Tumpel, der wackere Kämpfer für die Arbeiterschaft, im Aufsichtsrat sitzt, dann spricht das Bände.
Ach ja die BAWAG konnte ja nur durch eine Staatshaftung gerettet werden.
Jedenfalls können die Aufsichtsbehörden scheinbar nicht zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie ihr Aufsicht nicht oder nur mangelhaft erfüllen.
Sie erfüllen damit im besten Fall eine Feigenblattfunktion, im schlechtesten dienen sie zur Informationsbeschaffung mit nachfolgender erpresserischer Vorteilsverschaffung.


Antworten Gast: D.Knofl
20.11.2008 17:36
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Re: Die staatliche Aufsichtsbehörden

Tumpel-Gugerell war aber Nationalbank-Mitarbeiterin, nicht FMA-Mitarbeiterin.