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Telekom-Privatisierung: ÖIAG prüft „Lösungen“

05.02.2009 | 18:26 |  HEDI SCHNEID (Die Presse)

Trotz Kursverfalls streckt die Staatsholding die Fühler nach Interessenten aus.

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Wien. 4,972 Mrd. Euro ist die Telekom Austria (TA) beim aktuellen Kurs von 10,81 Euro je Aktie wert. Vor einem Jahr war es fast doppelt so viel. In Zeiten massiver Kursverluste stehen weitere Privatisierungen nicht mehr vorrangig auf der Tagesordnung der ÖIAG, die noch 27,37 Prozent hält. Ganz vom Tisch ist das Thema bei der Staatsholding allerdings nicht. Und zwar weder für die TA noch die Post, wo die Staatsholding noch die Mehrheit besitzt.

„Wir prüfen sinnvolle Lösungen für die Telekom Austria“, signalisierte ÖIAG-Vorstand und TA-Präsident Peter Michaelis am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Wenn es solche gäbe, würde man an die Regierung mit der Bitte um einen Regierungsauftrag herantreten. Denn, so Michaelis: Die Regierung würde sich sinnvollen Lösungen nicht verschließen. Dies habe der Verkauf der AUA an die Lufthansa gezeigt.

Allerdings ist die AUA mit der TA nicht zu vergleichen. Der Telekomkonzern hat zwar ein veritables Problem im Festnetz, wo Kunden und damit Erträge wegbrechen, aber insgesamt schreibt das Unternehmen satte Gewinne und verspricht eine stabile Dividende. Zweifelsohne befindet sich die Telekombranche aber europaweit in einer Umbruchphase. Die Exmonopolisten kämpfen alle mit Problemen im Festnetz und die Erträge im Mobilfunk sinken wegen der Marktsättigung rapid.

TA-Betriebsratschef Michael Kolek hat Mitte 2008 für Aufsehen gesorgt („Die Presse“ vom 20. August), als er forderte, die TA solle aktiv auf Partnersuche gehen, bevor sie von einem Großen der Branche geschluckt werde. Konzernchef Boris Nemsic stimmte in diesen Tenor ein und meinte, man sehe sich um. Nicht ganz zufällig wurde wenig später bekannt, dass die ägyptische Orascom bereits angeklopft habe und es Gespräche mit der ÖIAG gebe. Auch eine Reihe anderer Interessenten, von der russischen Sistema über die Vimpelcom bis zu KPN und Belgacom, wurden genannt. Die neue Regierung zeigte sich einer Telekom-Privatisierung nicht abgeneigt. Das war allerdings vor dem Ausbrechen der Finanz- und Wirtschaftskrise.

 

Privatisierungsauftrag noch heuer?

Jetzt steht bei der ÖIAG noch die Lösung der Probleme mit der AUA im Vordergrund, aber Michaelis soll das Jahr 2009 zum „Jahr der Telekom“ erklärt haben, erfuhr „Die Presse“ aus Konzernkreisen. Insider gehen davon aus, dass dem Thema durchaus mehr Beachtung geschenkt wird, als Michaelis derzeit sagen möchte. Der Privatisierungsauftrag dürfte noch heuer kommen.

Anders ist die Sache bei der Post gelagert. Da steht heuer die Schaffung jener Rahmenbedingungen im Vordergrund, die die Post für die volle Liberalisierung des Marktes ab 2011 braucht, betont Michaelis. Das betrifft vor allem das neue Postmarktgesetz und die Universaldienstverordnung, die bis Jahresmitte stehen sollen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2009)

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1 Kommentare
Gast: Berga
11.02.2009 12:12
0 0

So ziemlich jede Privatisierung vom Michaelis

hat dazu geführt, dass das jeweilige Unternehmen unter Wert verscherbelt wurde. Von der meist damit verbundenen Abwanderung von Know-How und Arbeitsplätzen gar nicht zu reden. Offensichtlich ist dies aber nicht zu Ende - jetzt wird noch schnell die Telekom verschleudert ...