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ÖVAG: 152 Mio. Verlust, Staatshilfe schon erhalten

07.04.2009 | 13:03 |   (DiePresse.com)

Die Österreichische Volksbank AG verliert 2008 netto 152 Millionen Euro. Grund waren hohe Abschreibungen und die Kommunalkredit. Eine Milliarde Euro Staatshilfe wurden bereits überwiesen.

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  • Geschäftsbericht ÖVAG

Das Debakel um die Ende 2008 notverstaatlichte Kommunalkredit sowie teuere Abschreibungen auf Wertpapiere (Lehman, Island etc.) und auf die Immobilienaktivitäten (Europolis) haben die Volksbank AG (ÖVAG) im abgelaufenen Jahr tief in die roten Zahlen gebracht.

Der Vorsteuerverlust belief sich 2008 auf 402 Mio. Euro, der Nettoverlust auf 152 Mio. Euro.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

ÖVAG in Mio. €
Veränderung

2008 2007* in Mio. € in %
Zinsüberschuss 1.235,31 830,73 404,58 48,70
Kreditvorsorgen 154,95 89,92 65,04 72
Provisionsüberschuss 202,70 191,60 11,10 5,79
Handelsergebnis 41,36 57,49 -16,13 -28,06
Ergebnis vor Steuer -401,85 388,12 -789,97
Jahresergebnis -210,87 345,91 -556,78
Konzernergebnis -152,01 219,68 -371,69
Fremdanteile -58,86 126,23 -185,08

*Die für 2007 veröffentlichten, nicht die adaptierten Werte.

584 Millionen Euro aus Kommunalkredit

Mit der Kommunalkredit - die Bank musste um einen Euro an die Republik übertragen werden - erwuchsen für die ÖVAG-Ergebnisrechnung 2008 Belastungen von 584 Mio. Euro. 2007 brachte die Position "Veräußerungsgruppe" sie noch 19 Millionen Euro.

Wie die ÖVAG im Geschäftsbericht weiter anführt, wurde das Engagement bei den Lehman Brothers zu 90 Prozent (83 Mio.) abgeschrieben. Zusammen mit Verlusten bei isländischen Banken (63 Mio. Euro) ergab sich ein Verlust aus Finanzinvestitionen von gesamt 141 Millionen Euro. Gesamt brachten die Finanzinvestitionen 2008 einen Verlust von 294 Millionen Euro.

Auch die ÖVAG musste ein impairment vornehmen: Der Firmenwert der 2005 gekauften Europolis wurde vollständig abgeschrieben, was weitere 176 Millionen Aufwand bedeutete.

Staatshilfe bereits erhalten

 

(c) APA

Die ÖVAG nimmt eine Mrd. Euro staatliches Partizipationskapital auf, das bereits überwiesen wurde. "Partizipationskapital" bedeutet, dass der Staat keinerlei Mitspracherecht beim Unternehmen bekommt. Dafür muss die ÖVAG 9,3 Prozent Zinsen pro Jahr an den Staat zahlen und das gesamte Kapital am Ende der Laufzeit zurückzahlen. Der Staat Österreich erhält somit 93 Millionen Euro Zinsen jedes Jahr. Für den Steuerzahler entstehen nur dann Kosten, wenn die Bank das Geld nicht mehr zurückzahlen kann.

 

Staat kann Stammaktionär werden

Für den Fall, dass aus welchem Grund immer die PS nicht bedient bzw. rückgezahlt würden, könnte der Staat über Wandlung ins Stammaktienkapital eintreten.

Nach dem Beschluss reichte ÖVAG-Chef Franz Pinkl vorzeitig seinen Abschied ein: Er legt seine Funktion per 30. April zurück, zwei Jahre vor Ablauf seines Vertrags. Bei der Hauptversammlung am 20. März 2009 stellte er noch die Vertrauensfrage - und bekam es ausgesprochen. Er wird Chef der Kärnter Hypo Alpe Adria.

 

(Ag./ebl)

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12 Kommentare
Gast: ET
08.04.2009 08:48
0 0

Beeindruckende Zahlen

Auf der einen Seite ist die Bilanzsumme ordentlich gesunken, auf der anderen Seite wurde der Zinsenüberschuss um 62% erhöht. Das bedeutet, dass die Bank Ihre Spanne erheblich ausgeweitet hat und den Kunden ordentlich abkassiert hat.

Die Österreicher zahlen für die Probleme der Banken nicht nur mit Zwangsabgaben, sondern auch direkt am Schalter. Ich meine es gilt wahrscheinlich für alle Banken.

Gast: Infoman
07.04.2009 17:17
0 0

Details zur GuV und Eigenkapitalübersicht

gibts hier-->
http://aktientrading-austria.blogspot.com/2009/04/das-debakel-um-die-ende-2008.html

0 0

"Für den Steuerzahler entstehen nur dann Kosten, wenn die Bank das Geld nicht mehr zurückzahlen kann."

Das ist eine oberflächliche Betrachtung und ist nicht richtig!

Durch die Staatsgarantien und zusätzliche Verschuldung zwecks Beteiligung an Banken ist die Kreditwürdigkeit der Republik Österreich erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden.
Deshalb muss der Staat einen höheren Zinssatz auf all seine neuen Schulden zahlen; genauso wie auf die bestehenden, wenn diese dann verlängert werden müssen.

Gast: Thomas Kranz
07.04.2009 15:42
0 0

ÖVAG: 152 Mio. Verlust, Staatshilfe schon erhalten

Nun mir ist die Volksbank einiger Massen bekannt. Vor allem, weil sie sich in dem Bereich Equity und dem dazu gehören Seed Finance - Early Stage Finance - Expansion/Growth Finance Risikokapital – auch Venture Capital - VC- oder Wagniskapital genannt – ist außerbörsliches Beteiligungskapital, als Kapitalgeber aufspielte. Das Produkt: Eine in Kooperation mit einem internationalen Konzern entwickelte Technik, mit weltweiter Alleinstellung. Eigenkapital 130TEuro. War nach Ansicht der Riskmanager zu unsicher. Da werden Milliarden in dubiose Geschäfte gesetzt, und in Österreich gehen dabei tausende Arbeitsplätze verloren. Aber auch die BAWAG hat so gehandelt, weil sie sich bei den ebenso dubiosen Geschäften eine weit höhere Rendite erwarteten. Dazu gehört die RAIKA auch, nur von der sind mir persönlich etwa 700TEuro dubiose Geldgeschäfte mit England und Russland bekannt. Die Bank Austria darf hier keineswegs vergessen werden, die nannten mir zwei andere Typen für das "privat equity"

Gast: Banken-PISA
07.04.2009 12:58
0 0

Ein Bankrott der Kommunalkredit ist nicht möglich.

Ich kann rechnen. C. S.

Gast: Thomas Kranz
07.04.2009 11:21
0 0

Volksbanken: 152 Mio. Verlust, Staatshilfe schon erhalten

Sei heiter! Das Fest ist jetzt zu Ende; unsre Spieler, wie ich Euch sagte, waren Geister und sind aufgelöst in Luft, in dünne Luft. Wie die Vision, auf Nichts gebaut, so werden Türme, hoch bis zu
den Wolken, die Paläste, die heiligen Tempel, selbst der große Erdball, und alles, was daran nur Teil hat, sich auflösen und, wie dieses leere Maskenspiel verblasst, nicht mal ein Wölkchen hinterlassen. Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind, und unser kleines Leben umgibt ein Schlaf.
William Shakespeare / Der Sturm

Antworten X0phia
07.04.2009 13:29
0 0

Re: Volksbanken: Das Odeur riecht nach Pherhomonen wie mein olfaktorische Sinnessystem vermeldet - es stinkt aber!


Gast: Thomas Kranz
07.04.2009 11:18
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Volksbanken rutschen tief in die Verlustzone

Ich halte es nach wie vor für faszinierend, wenn ein Unternehmen in der Größenordnung einer Volksbank, nicht vorausblickend agieren muss. Hätte sie es, dann wäre der Bauauftrag einer neuen Direktion in Wien 9. kaum im dessen Vorstand und dem AR durch gegangen. Denn einerseits werden Million in einen Neubau gesteckt, andererseits ist die Bank auf Staatshilfe in Millionenhöhe angewiesen. Jedes andere Unternehmen wäre wegen Betrug vor den Richter zitiert worden. Auch der ÖGB hat seinerzeit einen Bauauftrag in Millionenhöhe (paradoxer Weise vis a vis der Volksbank) erteilt, obwohl er bereits vor dem Bankrott stand. Dort wurde er jedoch nach aufzeigen der Diskrepanzen eingestellt, die Baukräne abmontiert. Bleibt noch die Frage offen, wann die in Not geratene Bank das Bauvorhaben stoppt. Während dem einfachen Kreditansuchenden diese verwehrt werden, wirft die Bank munter weitere Millionen der Sparer beim Fenster hinaus. Wenns kracht muss der Steuerzahler ohnehin wieder herhalten.

Antworten fichtl
11.04.2009 21:22
0 0

Re: Volksbanken rutschen tief in die Verlustzone

@Thomas Kranz
entweder tun sie nur so oder sie haben leider gar keine Ahnung.
Kein Mensch würde heute eine neue Zentrale bauen, würde die alte noch stehen.
Entweder kam die Kommunalkredit zu spät oder die Baubewilligung zu früh.
Im Nachhinein gescheiter zu sein ist keine Kunst.

Antworten Gast: Martin S
07.04.2009 12:15
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Re: Volksbanken rutschen tief in die Verlustzone

Die Verluste sind durch die Kommunalkredit entstanden, raten Sie mal wer dort Chefin war! Die Schmied!!! also ne rote!

Antworten Antworten heduda
07.04.2009 19:28
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Re: Re: Volksbanken rutschen tief in die Verlustzone

@martin
verfolgungswahn!
wer da noch unterschied zwischen rot-schwarz ausmachen möchte,hat sie nicht alle.

Gast: Pigmentbegünstigter
07.04.2009 11:05
0 0

Die schwarzen können halt nicht wirtschaften

Lieber lasse ich einen Hund auf eine Knackwurst aufpassen, als die Kerzelschlecker auf meinen Lohn.