Wien (red.). Die UniCredit-Gruppe konzentriert ihre Kundendaten – und holt sich zu diesem Zweck die derzeit in Wien-Favoriten gespeicherten Kundendaten der Bank Austria auf ihre Kundenserver in Verona. Ein ganz normaler Vorgang innerhalb eines internationalen Konzerns – wenn es da nicht unterschiedliche Zugänge zum in Österreich sehr strikten Bankgeheimnis gäbe. Ein der Wiener Stadtzeitung „Falter“ zugespieltes internes Bank-Austria-Papier warnt jedenfalls vor schwerwiegenden Mängeln bei der Datensicherheit. Für die Bank-Austria-Kunden könnte die Auslagerung der Daten einer Aufweichung des österreichischen Bankgeheimnisses gleichkommen, weil das italienische Bankenrecht Behördenanfragen wesentlich offener gegenübersteht als das österreichische, heißt es laut „Falter“ in dem Papier.
Italien nimmt, im Gegensatz zu Österreich, am automatischen Informationsaustausch der EU-Länder über die Zinseinkünfte ausländischer Anleger teil. Durch den Standortwechsel der Hardware nach Verona bestehe für Personen, die nicht dem österreichischen Bankwesengesetz unterliegen, die Möglichkeit des physischen Zugriffs auf Hardwareressourcen des Kernbankensystems der Bank Austria, heißt es im Papier. Eine Kontrolle der Bank Austria über die Einhaltung des österreichischen Bankwesengesetzes sei dann nicht mehr möglich.
Bank-Austria-Sprecher Martin Halama sagte freilich, die angesprochenen möglichen Probleme seien bereits ausgeräumt. Die Kundendaten würden verschlüsselt und anonymisiert gespeichert und von Österreich aus gewartet. „Der Safe steht in Verona, die Kombination, der Schlüssel und der Dechiffriercode sind aber in Wien“, sagte Halama.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.04.2009)

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