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Die zerbrechliche Dominanz von JPMorgan und Goldman

17.07.2009 | 11:30 |   (DiePresse.com)

Goldman Sachs und JPMorgan haben Milliardengewinne eingefahren. Die Börsianer jubeln. Doch Vorsicht ist geboten. Die zwei US-Banken genießen eine zerbrechliche Dominanz: "Noch ist niemand durch die Krise".

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Goldman Sachs und JPMorgan überraschten die Börsianer in den vergangenen Tagen mit ihren Quartalsbilanzen positiv. Beide Banken fuhren Milliardengewinne ein: Goldman erzielte einen Nettogewinn von 3,4 Milliarden US-Dollar, JPMorgan von 2,7 Milliarden. Die "New York Times" spricht bereits von den "zwei Giganten, die sich aus den Trümmern der Wall Street" erheben.

Zwei Krisengewinner

Goldman Sachs und JPMorgan sind momentan die zwei großen Gewinner der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. "Die starken Spieler haben sich positioniert, um Vorteil aus der Krise zu ziehen. Sie werden kurzfristig ganz klar dominieren", ist James Reichbach von Deloitte überzeugt.

Die beiden erfolgreichen Institute profitieren davon, dass im Zuge der Krise die Konkurrenz beträchtlich dezimiert wurde. Langjährige Rivalen vor allem im Bereich des Investmentbankings exisitieren nicht mehr. Große Banken wie Citigroup und Bank of America - die heute ihre Bilanzzahlen bekannt geben - kämpfen immer noch damit, wirtschaftlich zu gesunden.

Profitieren die "Giganten" von CIT-Pleite?

Auch die mögliche Pleite des US-Mittelstandsfinanziers CIT könnte den beiden Giganten der Wall Street neue Chancen eröffnen. "Es könnte für uns durchaus eine Chance sein, wenn CIT keine Kredite mehr vergeben kann", sagt ein JPMorgan-Sprecher.

Vergessen scheint angesichts der Milliardengewinne, dass die beiden Banken ohne Staatshilfe durch die US-Regierung heute in einer anderen Lage wären. So schüttete Goldman Sachs allein von April bis Juni 6,65 Mrd. Dollar an Gehältern und Bonuszahlungen aus, wie "Financial Times Deutschland" unter dem Titel "Banken drehen wieder groß am Geldrad" berichtet. Aufs Jahr hochgerechnet kann somit jeder der 30.000 Mitarbeiter im Schnitt rund 770.000 Dollar einstreichen - so viel wie nie in 140 Jahren Firmengeschichte.

"Niemand ist durch diese Krise"

Experten warnen jedoch davor, dass die beiden erfolgreichen Geldinstitute eine zerbrechliche Dominanz genießen. "Niemand ist durch diese Krise, solange sich die Situation am Arbeitsmarkt nicht wendet", sagt etwa Credit Suisse-Experte Moshe Orenbuch. So musste JPMorgan trotz der guten Zahlen einen starken Niedergang bei seinem Konsumenten-Geschäft hinnehmen. Zudem mussten 30 Milliarden Dollar beiseite gelegt werden, um Vorsorge für kommende Verluste im Kreditkarten- und Hypothekengeschäft zu treffen.

Vorsicht ist auch angesichts der Aufweichung der Bilanzregeln in den USA geboten. Diese räumt den US-Banken mehr Spielraum bei der Bewertung von Ramsch-Papieren ein. "Das könnte Verluste in signifikante Gewinne umwandeln", zitierte das "Handelsblatt" den US-Bilanzexperten Robert Williams.

(phu)

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6 Kommentare
scherf.com
17.07.2009 14:40
0 0

Man muss das Glas als halbvoll betrachten ...

Statt weiterhin negativ zu sein, und das Glas als halbleer zu betrachten, ist es wieder Zeit das Glas als halbvoll zu betrachten.

Die Bilanzregeln in den USA wurden nur leicht angepasst, da Mark-to-Market keinesfalls für langfristige Anlagen (wie z.B. Hypotheken) richtig war, und es waren genau die Mark-to-Market Bilanzregeln für langfristige Anlagen/Werte die zur massiven Korrektur und somit "Krise" im Jahr 2008 beigetragen haben.

Das Investmentklima ist in den USA ausgezeichnet, da man z.B. die meisten Aktien der selbst besten Firmen oft um einen ca. 80%igen Rabatt erhielt bzw. teilweise auch jetzt noch besonders günstig erhält. Allein in den letzten paar Monaten haben sich die Aktien von z.B. Goldman Sachs (GS) verdreifacht, d.h. um mehr als 200% zugelegt. Auch Aktien von Wells Fargo (WFC) sowie Bank of America (BAC), etc. haben kräftig zugelegt, sowie auch die betreffenden Indexwerte im Finanzsektor (wie z.B. UYG, XLF und FAS) sowie überhaupt insgesamt sich teilweise sogar vermehrfachen konnten.

Auch der Immobilienmarkt erholt sich in den "Krisengebieten" wie noch nie zuvor mit oft Verdoppelungen je Monat gegenüber dem Vorjahr in neuen Verkaufsdaten bei Eigenheimen.

Sicherlich ist das eher kommunistische Obama Regime noch ein Dorn im wirtschaftlichen Recovery, aber es besteht Hoffnung dass dieses Regime nicht mehr allzu lange ihren Unfug treiben kann. Und die Wirtschaft hat ein Eigenleben via eben den normalen Zyklen und derzeit ist eben ein Recovery angesagt.

scherf.com
17.07.2009 14:13
0 0

Die Krise ist vorbei

Erstens ist fraglich ob es wirklich eine Krise war, denn genau betrachtet war es vielmehr nur eine übersteuerte Korrektur nach einem extremen Boom. D.h., diesmal war der Wirtschaftszyklus: Boom und Korrektur im Tempo viel rascher als je zuvor und darauf war niemand vorbereitet, da es keine historischen Daten für ein solches Scenario gab.

Sogar Dr. Doom Nouriel Roubini meinte gestern, dass das Ärgste vorbei sei, obwohl er noch mit Anhalten der Rezession in den USA für 5 Monate rechnet. Doch Roubini ist seit mehr als zwei Jahrzehnten negativ und seine Beurteilungen sind nicht gerade objektiv.

Es gibt zahlreiche Zeichen, dass die Krise/Korrektur vorbei ist, sei es in einem starken unterliegenden Markt für die U.S. Börsen, oder in einem rapide stabilisierenden und sogar bereits wieder steigenden Immobilienmarkt (einstige Immobilien Boom- bzw. auch Krisengebiete wie z.B. Las Vegas konnten nun für 7 Monate hindurch wieder jeweils ca. 70% Eigenheimkaufanstiege verbuchen und in Süd-Kalifornien stiegen sogar im Juni erstmals seit 24 Monaten die Immobilienpreise).

Die Banken verdienen sich links und rechts und sogar die angeschlagene Citigroup (C) hat soeben entgegen aller Erwartungen erstklassige Unternehmenszahlen geliefert. Keine Frage, Goldman Sachs (GS), JPMorgan (JPM), Wells Fargo (WFC), usw. verdienen derzeit mehr als je zuvor, da sie eben billiges Geld bekommen und mit relativ hohen Spannen (wie noch nie zuvor) volle Post verdienen können. Die Krise ist längst vorbei.

Gast: Gast
17.07.2009 13:44
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Wohin sind die mindestens 1000 Milliarden Dollar TARP Gelder verschwunden?


Die FED verweigert dem US Kongreß die Auskunft.
Und dann brüsten sie sich die Insiderbanken stolz, man habe "Gewinne" gemacht.

Man kann nur sagen:

Das darf alles nicht wahr sein!

Gast: Büxensparer
17.07.2009 13:31
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die grösste Umverteilung aller Zeiten

Der vorige US-Finanzminister Hank Paulson hat sich ja vom US-Kongress 750 Mrd geben lassen, um seinen früheren Buddies aus seiner Goldman Sachs Zeit helfen zu können.

Die Bedingung war, keine Fragen für wen und für was er das Geld verwendet.

Nachdem in den maroden Rückversicherer AIG bis jetzt 180 Mrd geflossen sind und Goldman Sachs und JP Morgan Mrd Gewinne machen, ist die Strategie klar, wie letztere vom Haken kamen.

Es ist zu bezweifeln, dass die USA auch weiterhin die AIG füttert, um auch die rückversicherten Schrottinvestments der nicht-amerikanischen Investoren abzudecken.

Also könnte sich die AIG-Rückversicherung der ÖBFA für die ursprünglichen 10 Mrd in Luft auflösen und die Haftung voll durchschlagen.

motorsport
17.07.2009 13:23
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na ja

den kredit fuer den deutschen wiederuafbau nach dem ersten weltkrieg hat aber nicht der morgan gegeben sondern der Ivar Kreuger mit seinen Streichhoelzeln. der hat doch den morgan beim schacht rausgeschmissen

Gast: Beobachter
17.07.2009 13:10
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Die Armen!

WK I und WK II angezettelt, die Welt oefter ins Unglueck gestuerzt als man noch zaehlen kann, aber zerbrechlich sind sie, die JPMorgan Goldman Sachsen.... Wieviel haben die in DIe Presse investiert, fuer diese Headline?