RBI muss bei Polen-Tochter Polbank zu "Plan B" greifen

Der geplante Verkauf der Polbank ist gescheitert, nun hat die RBI ein halbes jahr Zeit für den bereits einmal anvisierten Börsengang in Polen.

Die RBI muss die Tochter Polbank nun zügig an die Börse bringen.
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Die RBI muss die Tochter Polbank nun zügig an die Börse bringen.
Die RBI muss die Tochter Polbank nun zügig an die Börse bringen. – (c) REUTERS/KACPER PEMPEL

Nachdem der geplante Verkauf der polnischen RBI-Tochter Raiffeisen Polbank an die Alior Bank gescheitert ist, lebt nun die Verpflichtung der RBI gegenüber der polnischen Bankenaufsicht wieder auf, die Polbank an die Börse zu bringen. Bis 30. Juni hat sie dafür Zeit, berichtet "Der Standard" am Freitag.

"Wir setzen die Arbeit am IPO nun fort", sagte der noch bis März amtierenden RBI-Chef Karl Sevelda dem "Standard". Die RBI hatte die Polbank 2012 gekauft und mit ihrer bereits bestehenden polnischen Tochter fusioniert. Gegenüber der polnischen Aufsicht musste sich die RBI verpflichten, mindestens 15 Prozent der neuen Bank ursprünglich schon bis 30. Juni 2016 an die Börse zu bringen. Von dieser Verpflichtung wurde sie während der Verhandlungen mit Alior vorübergehend entbunden. Laut Sevelda könnten nun "je nach Marktverhältnissen" auch mehr als 15 Prozent der Polbank über die Börse verkauft werden.

Als Grund für das Scheitern des Verkaufs an Alior nannte Sevelda gegenüber dem "Standard" den am Donnerstag bekannt gewordenen Deal zwischen der Alior-Mutter PZU und dem italienischen Bank-Austria-Mutterkonzern UniCredit. Die staatlich kontrollierte PZU-Versicherung übernimmt nämlich gemeinsam mit dem Entwicklungsfonds PFR 32,8 Prozent an der polnischen UniCredit-Tochter Pekao um 2,4 Mrd. Euro.

"Der Deal Alior/Polbank wäre ihnen zu viel", so Sevelda. "Die Verhandler hätten uns aber auch früher sagen können, dass das ihre Kapazitäten übersteigt."

Die UniCredit hält nach dem Deal mit PZU noch 7,3 Prozent an der Peako und will diesen Anteil schon bald über die Börse in Warschau abstoßen. Durch den nun vereinbarten Anteilsverkauf soll sich die harte Kernkapitalquote der UniCredit um 0,55 Prozentpunkte verbessern.

(APA)

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