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Staatsverschuldung: 13 Hochrisiko-Staaten in EU

14.10.2009 | 11:19 |   (DiePresse.com)

13 Staaten in der EU könnten langfristig nicht mehr in der Lage sein, die Kosten ihrer Schulden durch Staatseinnahmen zu decken. Zu ihnen zählen Spanien, Niederlande und Großbritannien.

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EU-Wirtschaftskommissar Joaquin Almunia warnt vor Gefahren für die langfristige Haushaltsstabilität in 13 der 27 EU-Staaten. Im Nachhaltigkeitsbericht 2009 ordnet Almunia diese Länder einer Hochrisikogruppe zu, bei der zweifelhaft sei, ob sie langfristig die Kosten ihrer Schulden durch Staatseinnahmen decken könne, berichtet die "Financial Times Deutschland". Der Entwurf des Berichts, den die Kommission am Mittwoch veröffentlichen wolle, liege der Zeitung vor.

Zu den Hochrisikostaaten zählen demnach die Euro-Mitglieder Spanien, Niederlande, Griechenland, Irland, Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern. Hinzu kommen Großbritannien, Rumänien, Tschechien, Lettland und Litauen. Die 13 Staaten eint, dass die Defizite und Schuldenstände als Folge der Krise weit über die Grenzen des Stabilitätspakts von 3,0 und 60 Prozent der Wirtschaftsleistung hinausgeschossen sind. Die drei größten Euro-Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich und Italien sind dagegen Länder mit mittlerem Risiko. Als weitgehend risikofrei gelten unter anderem Finnland und Schweden.

Risikoaufschläge bei Anleihen

Almunias Kategorisierung ist der Zeitung zufolge in der Kommission umstritten. Die Hochrisikostaaten könnten an den Finanzmärkten bei ihren Staatsanleihen mit Risikoaufschlägen bestraft werden. Irland, Griechenland und Spanien mussten bereits Anfang des Jahres solche Aufschläge bezahlen. Deshalb könne die eindeutige Einteilung der Staaten in Risikoklassen von den Kommissaren am Mittwoch noch abgeschwächt werden.

Die Zahl einer Gesamtverschuldung Österreichs von 337,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2060 klingt zwar auch beängstigend, doch ist sie im Vergleich mit anderen EU-Staaten relativ gut. Nach einem von der EU-Kommission am Mittwoch veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht läge Österreich damit in 51 Jahren immerhin an elfter Stelle. 16 Länder würden nach dieser Prognose eine höhere Staatsverschuldung aufweisen, zehn eine geringere.

Österreich auf Platz 20

Die Zahlen von 2009, 2010, 2030 und 2060 zeigen, dass sich die Position Österreichs im Verhältnis zu den anderen 26 EU-Ländern kontinuierlich verbessert. In diesem Jahr liegt die Gesamtverschuldung bei 69,3 Prozent des BIP, womit Österreich nur den 20. Platz einnimmt. 2010 kann sich unser Land um einen Platz auf Rang 19 verbessern, die Verschuldung erreicht dabei laut EU-Kommission 72,7 Prozent. 2030 klettert die Staatsverschuldung zwar auf 116,7 Prozent des BIP, allerdings ist dies mit dem 15. Platz ein weiterer Sprung nach vorn. Nimmt man als letztes noch die Wirtschaftsprophezeiung für 2060 mit 337,8 Prozent, liegen nur mehr zehn Länder besser als Österreich, 16 schlechter.

Zu berücksichtigen ist bei dieser mehr als langfristigen Prognose allerdings, dass es sich um eine schlichte Fortführung des aktuellen Zustands handelt, allerdings unter Einschluss der demografischen Entwicklung, also der Pensionsverpflichtungen.

(APA)

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15 Kommentare
Gast: omonilo
29.09.2010 22:50
0 0

Warum keine konkreten Zahlen?

Kein Kommentar, nur Fragen!

Worte sind sehr schön, doch nichtssagend!

Bei der Schuldenhöhe Deutschlands frage ich mich, wer hat Deutschland das Geld geliehen?

Welches Land kann es sich leisten Geld zu verleihen, das dieses selbst auch nicht hat?

Wenn man diese Billionen- oder Trilliarden Schulden weltweit addiert, dann sollte doch an der Anzahl aller Menschen auf der Erde, jeder, auch der kleinste Säugling über einen Reichtum verfügen, der unermesslch wäre, oder?

Wo bitte sind diese unvorstellbaren Summen, gut, es wird immer gesagt dass Geld nicht verloren geht, sondern es hat immer ein anderer!

Wo ist dieser große Tresor?

OMonilo

0 0

Wenn man vom Teufel spricht...

Ich sehe die Zukunft der EU düster...
Womit wollen diese Laender ihre Staatsschulden tilgen. Denken sie, dass sie in Zukunft mehr Einnahmen haben werden?
Wie soll es gehen, wenn man keine Waren mehr verkaufen kann?

Ratio
14.10.2009 15:15
1 0

Gruselig

"Experten" prognostizieren die Wirtschaftsentwicklung Österreichs bis zum Jahr 2060 (!!!) als positiv ... Das ist bestenfalls Kaffeesudlesen und keinen Cent wert.

Grausam und gruselig ist die Tatsache, dass die Pleitestaaten alle den EURO haben, sprich, uns in eine allfällige Bredouille mit hineinziehen. Da nützen uns gute Werte nichts, sofern man überhaupt von guten Werten sprechen kann, wenn die Staatsverschuldung das dreieinhalbfache des BIP ausmacht, sprich, wir von den Schulden nicht nur nicht und niemals herunterkommen, sondern auch das Problem der Zinsentilgung haben werden. Da kann in Österreich gearbeitet werden, rund um die Uhr und 24 Stunden sind zu wenig. Da nützt es auch nichts, dass wir eine gute "Expertenprognose" haben. Crash ist Crash.

Dann gehts rund in Europa.

Rette sich jetzt, wer kann.

Gast: johann
14.10.2009 14:56
0 0

risikostaaten und platz 20

merkwuerdige kalkulation: oesterreich liegt auf platz 20 von 27, 13 staten sind risikostaaten, dass heisst rang 1 - 14 sind ok der rest ist risiko.
oder austrian/eu logik: 1 - 13 sind ok, 14 - 19 nok, 20 ok, 21 - 27 nok.
oderhabe ich etwas falsch gelesen in diesem Artikel, ich bitte um aufklaerung, danke und gruss johann

Antworten Gast: CBKorn
14.10.2009 15:46
0 0

Re: risikostaaten und platz 20

Habe ich auch erst nicht verstanden. Aber wahrscheinlich hat den undankbaren 1. Platz in dieser Liste das Land mit den meisten Schulden. Österreich liegt dann auf dem 20. von 26 Plätzen, also auf dem 7. Platz, wenn man von hinten zählt, was wohl irgendwie besser ist, wenn es um Schulden geht. Andererseits hat Ratio Recht. Wer die wenigsten Schulden hat, profitiert von der kommenden Inflation am wenigsten, obwohl seine Bürger die gleiche prozentuale Vermögenseinbuße haben. Kompliziert ... Andererseits konnten die Wunderwuzzis die Finanzkrise nicht vorhersehen, da kann man an der Prognosefähigkeit bis 2060 auch zweifeln. Auf jeden Fall gilt: Das Geld, das man heute ausgibt, kann weder die Inflation noch der Staat einem in der Zukunft wegnehmen. Also raus mit der Kohle!

0 0

Re: Re: risiko-...platz 20

Ich bin nach ihrer Definition ein Inflations-verlust-verhinderer:
Frueher haette man Raeuber zu mir gesagt - aber nachdem Newspeak angesagt ist:
Ich moechte ihnen bie der Inflationbewaeltigung helfen - heraus mit den Moneten!

Gast: M. Maier
14.10.2009 12:39
1 0

Ich sehe das so...

26 Leute fahren den Karren an die Wand. Nur manche etwas schneller, und manche etwas langsamer. Zum Crash kommt es dennoch.

Zudem ist die Wertung nach Schulden/Neuverschuldung in Prozent des BIP etwas irreführend. Ergänzend hierzu sollte stets der Schuldendienst in Prozent der öffentlichen Einnahmen angeführt werden.

Alleine an Zinsen werden dieses Jahr 7,76 Milliarden Euro (bei Einnahmen von unter 60 Milliarden Euro) bezahlt, was je Erwerbstätigem rund 1900 Euro beträgt. Alleine die Abkehr vom Zinssystem würde hier schon für eine jährliche Entlastung der Lohnnebenkosten in eben dieser Höhe möglich machen.

Aber davon will man ja nichts hören...

Antworten Gast: Eduard
14.10.2009 15:51
0 0

Re: Ich sehe das so...

Der erste Absatz ist treffend und bringt es auf den Punkt.

phuter
14.10.2009 11:49
2 1

Wenn das stimmt....

Wird man tun, was man immer tut, in solchen Situationen: Der Staat inflationiert sich die Schulden vom Hals. Dann sind die Bürger ihre Ersparnisse los, wir sind die Billiglohnarbeiter für die Chinesen und die Steuerlast kann wieder auf ein erträgliches Maß reduziert werden.

Antworten hl_1001
14.10.2009 12:54
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Re: Es stimmt nicht

Zinsen sind auch an die Inflation gebunden.

Antworten Antworten phuter
14.10.2009 22:22
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Sie irren gewaltig.

Vielleicht hebt eine Bank die Zinsen an im Falle einer Inflation - aber sich nicht die Sparzinsen (Blöd wären sie).
Wenn eine Währung kollabiert, dann ist das Ersparte weg. Leider sind die Menschen, die Ihnen als Persönliche Opfer davon erzählen könnten nicht mehr unter uns. Sie können aber gerne mal mit einem Argentinier sprechen...

Antworten Antworten Gast: gast
14.10.2009 14:14
0 1

Re: Re: Es stimmt nicht

seit wann sind Zinsen an die Inflation(-srate) gebunden - wo haben Sie das denn her ?

Antworten Antworten Antworten der graf
14.10.2009 14:54
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Re: Re: Re: Es stimmt nicht

haha, scherzbold. oder wirklich so doof?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast
14.10.2009 16:24
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Re: Re: Re: Re: Es stimmt nicht

ich bin so doof - in Ihren Augen vielleicht ( das wäre allerdings dann schon wieder etwas Positives ). Im Ernst: was haben Zinsen grundsätzlich mit Inflation zu tun: falls Sie es nicht wissen sollten sind Zinsen der Preis für geliehenes Geld und hängen in 1. Linie von der Bonität des Kreditnehmers und 2. von der Laufzeit des Kredites und drittens von den realpolitischen Umständen ab, aber 4. NICHT von der Inflationsrate !

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: realpolitisch
15.10.2009 02:29
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Re: Re: Re: Re: Re: Es stimmt nicht

interpretieren Sie Inflation einfach als realpolitischen Umstand und schon ergibt sich ein Zusammenhang :-)

Meine Miete ist auch inflationsgebunden ... das kann ja was werden :-/

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