Wie man als Anleger aus einem Trend ein Thema macht

Vor allem wer eine Branchenaffinität hat, ist bei Themenfonds gut aufgehoben. Robotik und Sicherheit bieten sich aktuell an.

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Industrieroboter sind und bleiben ein wahres Investitionsthema. – APA/AFP/GEOFF CADDICK

Wien. Nicht jeder Anleger interessiert sich automatisch brennend für die Zinspolitik der Zentralbanken. Das muss aber auch nicht sein. Wer stattdessen etwa davon überzeugt ist, dass den Robotern die Zukunft gehört, findet ebenso Aktienportfolios, die genau das abbilden. „Einer der größten Vorteile des thematischen Investierens ist, dass ein Fokus auf langfristige Wachstumstrends gesetzt wird“, erklärt Alexandre Mouthon, Senior Produktspezialist für Thematische Anlagen bei Pictet Asset Management. Eine positive Nebenerscheinung: Mit einem thematischen Zugang mache man sich auch weniger abhängig von zyklischem Wachstum.

Für Albert Reiter, Geschäftsführer des Fondsanalysehauses e-fundresearch.com Data GmbH, bieten Themenfonds Investoren die Möglichkeit, in Bereiche zu investieren, von deren Zukunftschancen sie überzeugt sind. „Vor allem dann, wenn Anleger einen bestimmten Bezug zu einem Thema haben oder über spezifisches Know-how in bestimmten Branchen verfügen, kann ein Investment in einen Themenfonds langfristig eine sehr spannende und sinnvolle Alternative sein“, so der Experte. Gerade in technischen Sektoren oder auch in der Pharmaindustrie hätten Anleger mit Branchenwissen die Möglichkeit, Trends zu antizipieren und in sie zu investieren.

Brennende Themen

Zwei sehr aktuelle Themen sind laut Reiter Robotik und Internet-Sicherheit. Das zeige sich auch in den deutlichen Mittelzuflüssen sowie neuen Fonds, die auf den Markt kommen. 2013 hat etwa die Credit Suisse den CS (Lux) Global Security Equity Fund aufgelegt, der weltweit in Unternehmen der Bereiche IT-Security, Gesundheitsvorsorge, Umweltschutz, Verkehrssicherheit und Strafprävention investiert.

Mit einem Anteil von 25 Prozent spielen aktuell Aktien aus dem Bereich IT Security die wichtigste Rolle im Portfolio, gefolgt von Strafprävention, Gesundheitsvorsorge und Umweltschutz (je rund 19 Prozent).

Einen ähnlich breiten Zugang verfolgt auch der Pictet-Security. Der Fonds investiert in Firmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen helfen, die Integrität, Gesundheit, Sicherheit sowie den Schutz von Individuen, Unternehmen und Regierungen sicherzustellen. So finden sich im Portfolio die Hersteller von Airbags, Sicherheitsschlössern oder Tresoren ebenso wie Firmen, die im Personenschutz tätig sind oder IT-Security-Produkte und -Lösungen anbieten.

 

Zu viel Mode schadet

Dem Thema Sicherheit spricht man jedenfalls bei Pictet Asset Management großes Potenzial zu. Mouthon schätzt den Markt für Sicherheitslösungen und -produkte auf mehr als 500 Milliarden Dollar (468 Mrd. Euro).

Überdurchschnittliches langfristiges Ertragspotenzial spricht man auch Firmen zu, die im Bereich Robotik bzw. Technologien der künstlichen Intelligenz tätig sind. Das wird auch von einer Studie der Boston Consulting Group bestätigt, die der Branche bis 2015 ein jährliches Wachstum von zehn Prozent prophezeit. Anleger können mit dem im Oktober 2015 aufgelegten Pictet-Robotics auf das Thema setzen. Vergangenen Sommer ging zudem der CS (Lux) Global Robotics Equity Fund an den Start.

Worauf sollten Anleger, die einen thematischen Zugang verfolgen wollen, achten? Laut Reiter gelten die klassischen Kriterien wie Risiko, Performance, Fondsvolumen sowie Manager-Know-how. „Darüber hinaus sollte man aber auch berücksichtigen, dass manche Themen zu richtigen Modetrends in der Investmentbranche werden können und zuviel Kapital anziehen“, so Reiter. Das führe dazu, dass Fondsmanager, die keine Kapazitätsgrenze setzen, immer breiter investieren müssen. Dadurch würden nicht nur Top-Unternehmen ins Portfolio kommen, sondern auch zweitklassige Firmen. „Richtig wäre hier eine bewusste Limitierung der Fondsgröße, um auch in Zukunft die besten Aktien auswählen zu können und vor allem keine Probleme mit der Liquidität an den Märkten zu haben.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2017)

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