Münchener Rück macht sich auf Gewinnrückgang gefasst

Naturkatastrophen kosteten Rückversicherer Münchener Rück voriges Jahr 1,5 Milliarden Euro.

Die Münchener Rück plant für das laufende Jahr erneut vorsichtig. "Wir streben 2017 - in einem absehbar schwierigen Umfeld - einen Gewinn in einer Spanne von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro an", sagte der scheidende Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Mittwoch in München. 2016 hatte der weltgrößte Rückversicherer seine Ziele mit einem Gewinn von 2,6 Milliarden Euro deutlich übertroffen. Dabei kosteten Naturkatastrophen und andere Großschäden die Münchener Rück mit gut 1,5 (2015: 1,0) Milliarden Euro zwar deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Sie blieben aber unter dem dafür vorgesehenen Budget von zwei Milliarden Euro, das für 2017 in gleicher Höhe eingeplant ist.

Neben der bereits beschlossenen Dividende von 8,60 (Vorjahr 8,25) Euro gibt die Münchener Rück traditionell auch über einen Aktienrückkauf überschüssiges Kapital an die Aktionäre zurück. Bis zur Hauptversammlung im April 2018 sollen bis zu elf Millionen Papiere im Wert von einer Milliarde Euro aufgekauft werden. Das entspricht rund 3,5 Prozent des Grundkapitals.

Vorstandschef von Bomhard geht Ende April in den Ruhestand. "Munich Re ist mehr denn je ein Unternehmen im Wandel", gab er seinem Nachfolger Joachim Wenning mit auf den Weg. "Die Digitalisierung verändert die Nachfrage unserer Kunden, sie erlaubt innovative Geschäftsmodelle und erfordert bislang undenkbare Partnerschaften." Wenning werde diesen Wandel weiter vorantreiben. Von Bomhard hatte zuletzt noch die Sanierung des Erstversicherers Ergo auf den Weg gebracht und die mit großen Ambitionen gestartete Gesundheitssparte Munich Health aufgelöst.

Ergo soll in diesem Jahr - ergänzt um das Erstversicherungs-Geschäft von Munich Health - mit 150 bis 200 Millionen Euro nach zwei Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben. 2016 stand ein Minus von 40 Millionen Euro zu Buche. Bis 2021 sollen daraus 600 Millionen Euro Gewinn werden.

Mit von Bomhard verlässt Ludger Arnoldussen den Konzern. Der 54-Jährige wolle sich nach mehr als zehn Jahren im Vorstand "neu orientieren", erklärte die Münchener Rück. Sein Nachfolger kommt aus dem eigenen Haus. Hermann Pohlchristoph (51) arbeitet seit 2002 für die Münchener Rück und war bisher Finanzchef der Rückversicherungs-Sparte.

(Reuters)

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