Wolford stellt sich neu auf

Der Wäschespezialist rutscht nach neun Monaten in die roten Zahlen.

Strumpf- und Wäschespezialist Wolford
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Strumpf- und Wäschespezialist Wolford
Strumpf- und Wäschespezialist Wolford – (c) Clemens Fabry

Bregenz. Nach zwei Gewinnwarnungen (im August 2016 und Ende Jänner 2017) und der nur vagen Aussage, die Finanzierung neu strukturieren zu müssen, um die Liquidität zu sichern, gibt sich der Vorarlberger Strumpf- und Wäschespezialist Wolford nun selbstkritisch. „Interne Fehler bei der Neuorganisation des Warenmanagements im Retail hatten eine mangelhafte Bedarfsplanung und Flächenbewirtschaftung im ersten Halbjahr zur Folge“, heißt es im Neunmonats-Bericht.

Zusammen mit den verschobenen Auslieferungsterminen für die Herbst- und Winterkollektion habe dies zu erheblichen Umsatzeinbußen und zu aufwendiger Nachproduktion sowie erhöhten Vorratsbeständen geführt. Die Folgen sind an den Zahlen ablesbar: Bei einem um 7,5 Prozent auf 119 Mio. Euro reduzierten Umsatz drehte das Nettoergebnis von plus 0,7 auf minus 5,7 Mio. Euro.

Jetzt wird kräftig umorganisiert und die Warenlieferung komplett umgestellt: Ab Juni werden die Geschäfte von Wolford und die Großhändler monatlich mit neuen Produkten beliefert, ausgenommen sind die Monate Mai und Dezember. Der Aufbau einer zentralen Vertriebsplattform in Bregenz und Antwerpen ist abgeschlossen und laut Wolford sind „erste positive Effekte auf Kostenseite bereits spürbar“.

Schon im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres profitierte Wolford davon – und dem stabilen Weihnachtsgeschäft: Der Umsatz wuchs um vier Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg auf 3,53 Mio. Euro nach 2,44 Mio. Euro. Damit konnten die deutlichen Verluste im ersten Halbjahr aber nicht kompensiert werden.

Für das Geschäftsjahr 2016/17 bleibt Wolford bei der jüngsten Prognose eines operativen Verlusts zwischen minus acht bis minus zehn Mio. Euro. Da seien „eventuelle Bewertungseffekte, die im Rahmen des Jahresabschlusses auftreten könnten“ noch nicht berücksichtigt. Überraschungen könnte es also noch geben.

Die Aktie spiegelt wider, dass die Anleger noch nicht ganz überzeugt sind: Das Papier, das seit September 2016 rund ein Fünftel an Wert einbüßte, verlor am Freitag gut zwei Prozent. (eid)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2017)

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