Deutschland: Dividenden auf Rekordhoch

Die 30 wichtigsten börsenotierten Konzerne zahlen an ihre Anteilseigner für das Vorjahr 31,7 Milliarden Euro aus.

Daimler-Chef Zetsche beteiligt die Aktionäre mit 3,48 Mrd. Euro am Gewinn.
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Daimler-Chef Zetsche beteiligt die Aktionäre mit 3,48 Mrd. Euro am Gewinn.
Daimler-Chef Zetsche beteiligt die Aktionäre mit 3,48 Mrd. Euro am Gewinn. – (c) EPA

Frankfurt. Die 30 wichtigsten börsenotierten Unternehmen in Deutschland zahlen für das vergangene Jahr so hohe Dividenden wie noch nie. Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) hat für die Konzerne im Leitindex Dax eine Ausschüttungssumme von 31,7 Milliarden Euro errechnet, das sind neun Prozent mehr als für 2015 und sieben Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014. 23 der 30 Unternehmen haben ihre Dividenden erhöht, bei 19 stiegen sie sogar auf einen Rekordwert.

Größter Dividendenzahler ist erneut der Stuttgarter Autobauer Daimler, der die Aktionäre mit 3,48 Milliarden Euro am Gewinn beteiligt. Auf den Fersen ist ihm die Allianz. Der Münchner Versicherungskonzern schüttet 3,46 Milliarden Euro aus.

Abstriche bei der Dividende müssen nur die Aktionäre von zwei Unternehmen machen: Der Versorger E.On kürzt die Ausschüttung angesichts milliardenschwerer Verluste um 58 Prozent, die Commerzbank streicht sie ganz zusammen. Bei RWE bekommen wie schon für 2015 nur die Vorzugsaktionäre Geld – und das trotz roter Zahlen.

ProSiebenSat.1 und die Deutsche Telekom schütten rechnerisch mehr Geld aus als ihr Jahresüberschuss im Konzern hoch ist. Insgesamt ist die Ausschüttungsquote im Dax aber gesunken. Denn die Gewinne der 30 Unternehmen stiegen insgesamt um 15 Prozent auf 55,6 Milliarden Euro. Im Schnitt schütten sie 55,9 Prozent des Nettogewinns aus, ein Jahr zuvor waren es 59,4 Prozent.

 

Firmen bleiben vorsichtig

„Das deutet darauf hin, dass die Unternehmen trotz guter Finanzlage vorsichtig bleiben und darauf achten wollen, ausreichend liquide Mittel vorzuhalten“, sagte EY-Manager Mathieu Meyer. Aber auch für 2017 können die Aktionäre – von der Energie- und der Bankenbranche abgesehen – mit steigenden Dividenden rechnen. „In diesem Jahr dürfte zudem der schwache Euro Rückenwind geben, was sich auch positiv auf die Gewinnsituation der Unternehmen auswirken kann und auf ihre Möglichkeit, attraktive Dividenden zu zahlen“, heißt es bei EY.

Den höchsten Umsatz erzielten im Vorjahr die Autobauer VW (217,2 Milliarden Euro), Daimler (153,2 Milliaden Euro) und BMW (94,1 Milliarden Euro). Den größten Gewinn verbuchte Daimler mit 12,9 Milliarden Euro vor Allianz und BMW. (Reuters)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.03.2017)

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