Die teilverstaatlichte britische Bank Lloyds zapft massiv den Kapitalmarkt an und will in Zukunft den Einfluss der Regierung auf seine Geschäfte begrenzen. Lloyds, zu 43 Prozent in staatlicher Hand, kündigte am Dienstag eine Rekord-Kapitalerhöhung im Volumen von 13,5 Milliarden Pfund (15,0 Milliarden Euro) an. Insgesamt will sich die in der Finanzkrise ins Straucheln geratene Bank sogar 21 Milliarden Pfund beschaffen, die restlichen 7,5 Mrd. Pfund über den Tausch bestehender Schulden in Kapital.
Die größten Kapitalerhöhungen aller Zeiten:
| Mrd. Euro | Datum | |
| Lloyds | 14,97 | Nov 09 |
| HSBC | 14,63 | Apr 09 |
| RBS | 13,63 | Jun 08 |
| Fortis | 13,60 | Okt 07 |
| UBS | 10,56 | Mai 08 |
| Rio Tinto | 8,31 | Jul 09 |
| Enel | 8,00 | Jun 09 |
| Santander | 7,20 | Nov 08 |
| Sberbank | 6,70 | Feb 07 |
| Imp. Tobacco | 5,54 | Jun 08 |
Lloys umgeht staatlichen Schutz
Mit dem Schritt kann Lloyds das Rettungsprogramm der Regierung umgehen, das für künftige Verluste der Bank staatlichen Schutz bieten würde. Der Staat verlangt für diese Leistung Gebühren, die sich Lloyds damit spart. Zudem sind die Mitspracherechte des Staates bei Lloyds in Zukunft deutlich geringer als etwa beim Rivalen Royal Bank of Scotland (RBS), der an diesem Programm teilnimmt.
Banken werden zerschlagen
Großbritannien hatte in der Früh die Pläne für eine Aufspaltung von Lloyds und der ebenso teilverstaatlichten RBS vorgelegt. Beiden Banken hat der Staat mit milliardenschweren Hilfen unter die Arme gegriffen, um ein Aus im Sog der Finanzkrise zu verhindern. Im Gegenzug hat die Regierung nun - auch unter dem Druck der EU-Kommission - radikale Veränderungen, darunter den Verkauf großer Teile des Privatkundengeschäfts bei beiden Instituten, angeordnet.
(Ag./Red)

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