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EZB lässt Leitzins bei 1,0 Prozent

05.11.2009 | 15:41 |   (DiePresse.com)

Der Leitzins im Euro-Raum bleibt unverändert. Offen bleibt, wann die EZB die Politik des billigen Geldes beendet. "Unsere erweiterte Kreditunterstützung ist nicht für die Ewigkeit", hielt sich EZB-Chef Trichet vage.

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Der Leitzins im Euro-Raum bleibt unverändert bei 1,0 Prozent. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) nach ihrer Ratssitzung am Donnerstag in Frankfurt mit. Wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise verharrt der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld seit Mai auf diesem Rekordtief.

Für ein Ende der extrem expansiven Geldpolitik scheint es wegen der unsicheren Konjunkturlage und der niedrigen Inflationsraten noch zu früh. Ein Großteil der Experten erwartet, dass die EZB das aktuelle Zinsniveau bis zum Ende des dritten Quartals 2010 beibehält.

Wird Markt Liquidität entzogen?

Mit Spannung war erwartet worden, ob EZB-Präsident Jean-Claude Hinweise geben wird, wie lange die Notenbank noch Milliarden an billigem Geld in den Markt pumpt, um die Banken mit zusätzlicher Liquidität zu versorgen.

Diesbezüglich deutete Trichet an, dass einige der Nothilfen, die die EZB auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise ergriffen hatte, in Zukunft unter bestimmten Umständen nicht mehr gebraucht würden. Diese Maßnahmen würden zum geeigneten Zeitpunkt zurückgenommen. "Unsere erweiterte Kreditunterstützung ist nicht für die Ewigkeit", sagte der Notenbankchef. Wann und wie das geschehen soll, ließ er aber offen.

Jahrestender könnte bald eingestellt werden

Der deutsche Bundesbank-Chef Axel Weber hatte in der vergangenen Woche angedeutet, dass die Notenbank damit beginnen könnte, dem Bankensystem sukzessive Liquidität zu entziehen. Weber brachte als ersten Schritt die Einstellung der auf ein Jahr laufenden Refinanzierungsgeschäfte ins Spiel. Trichet will sich dazu erst nach der Ratssitzung im Dezember äußern.

Vor der Krise konnten sich die Banken in der Euro-Zone Geld für maximal drei Monate bei der europäischen Zentralbank leihen. Beim ersten sogenannten Jahrestender im Juni hatten sich die Banken wegen der damals noch massiven Verunsicherung mit fast einer halben Billion Euro eingedeckt. Bereits im September war die Nachfrage bei einem zweiten Jahrestender wesentlich geringer.

Auch Bank of England entscheidet über Zinsen

Indes verstärkt die britische Zentralbank ihren Kampf gegen die schwerste Rezession seit Jahrzehnten. Wie die Bank von England am Donnerstag nach einer zweitägigen Sitzung des geldpolitischen Komitees in London mitteilte, wird sie zusätzlich Wertpapiere im Gesamtwert von bis zu 25 Milliarden Pfund (28,0 Milliarden Euro) ankaufen.

Sie hatte erst kürzlich ihr Programm über 175 Milliarden Pfund abgeschlossen. Analysten hatten mit einer Ausweitung gerechnet. Mit dem Kauf von Wertpapieren stellt die Zentralbank Finanzsystem und Wirtschaft zusätzliches Geld zur Verfügung. Sie will damit den Geldkreislauf wieder in Schwung bringen, der wegen der Krise ins Stocken geraten ist. Ihren Leitzins beließen die Notenbanker erwartungsgemäß bei rekordniedrigen 0,5 Prozent.

US-Notenbank Fed tastet Leitzins nicht an

Am Vorabend hatte die US-Notenbank ihren Leitzins trotz Wirtschaftserholung nicht angetastet und signalisiert, dass er noch längere Zeit auf dem niedrigen Niveau bleiben dürfte.

(Ag.)

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6 Kommentare
Gast: webhophes
05.11.2009 18:53
0 0

-.-

Meiner Meinung nach gehört das Zentralbankwesen wie wir es kennen sowieso abgeschafft.
Es ist einfach unverantwortlich.
Soviel Schaden wie die Zentralbanken schon
angerichtet haben, da kommt man als politische Partei doch gar nicht mit. Geld regiert die Welt und wer das Geld regiert...

Am Ende zahlt sowieso der Dumme mit seiner Freiheit.

Aber he, nur meine persönliche Meinung.

Gast: ET
05.11.2009 11:47
1 0

Exit Strategie?

Dazu sind folgende wichtige Massnahmen notwendig:
1) Liquiditätsschwemme reduzieren = noch weniger Kredite an Private und Unternehmen = fallende Börsenkurse und steigende Zinsen vor allem für Staatsanleihen. Resultat = Belastung der öff. Haushalte, weitere Belastung der Bankbilanzen, eventuell auch reduzierte Kaufkraft.
2) Leitzinsen heben = gleiche Auswirkungen wie Punkt 1, aber stärke Belastung für Unternehmen und Private = schwache Kaufkraft wird weiter belastet.
3) Staatshaushalten sanieren. Spätestens das wird zu einem Zusammenbruch der Kaufkraft führen und der Wirtschaft den Rest geben. Dass die Staaten die Sanierung Ausgabenseitig schaffen werden ist unrealistisch.

Die EZB, zusammen mit Staaten und den Banken, haben sich eine Situation manövriert, wo es kaum Auswege geben kann. Lösungen für die Kernprobleme existieren noch nicht einmal in Konzeptform.

Ohne Lösungen kommt es sicher zu einer sehr hohen Inflation, eventuell auch zu einer Hyperinflation (=50% pro Monat).

Das wird aber noch ein Weilchen dauern, erst müssen die Überkapazitäten vom Markt.
Diese Bereinigung wäre eigentlich überfällig. Momentan sammeln die Banken erst die NPLs bereinigen aber noch nicht. Die, eigentlich insolventen, Unternehmen werden weiter am Leben gehalten und noch mehr Gelder nachgeschossen. Die Bereinigung wird aber kommen, es ist eine reine Zeitfrage. Nur diese Bereinigung wird eine Heilung der Realwirtschaft bringen können.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
05.11.2009 18:18
0 0

Re: Exit Strategie?

Alternativmaßnahme:

1.) Währungsreform zurück zu nationalen Währungen: Der Euro wird als obsolete erklärt.
2.) Enteignung und Bestrafung der Beamtenoligarchie, die uns diese Zustände eingebrockt hat, die Wirtschaftskrise durch fehlerhaftes/korruptes Reglement herbeiführte und sich am Volk bereicherte. Verfolgung der Rädelsführer auch in ihren transatlantischen Exilen und Vorführung der Mafia vor ein österreichisches Volkstribunal, das den Auflagen der Bundesverfassung in Artikel 1 gerecht ist.
3.) Verfassungsnovelle, die
a) es künftig Staatsdienern untersagt in den Streik zu treten um die Gesellschaft zu erpressen
b) keine Pragmatisierung oder andere Sonderrechte für Öffentlich Bedienstete vorsieht
c) ein einheitliches Pensionssystem für alle Bürger gewährleistet; im Sinne einer Einheitspension (wer mehr will, kann privat vorsorgen – dies ist nicht Aufgabe des Staates).

Antworten Antworten Gast: ET
06.11.2009 08:06
0 0

Re: Re: Exit Strategie?

Das hätte folgende Bedeutungen:
1) In der Eurozone würden sofort einige Länder in den Staatsbankrott gehen müssen, weil niemand die Staatsanleihen zeichnet. Die Folgen wären dramatisch, die Länder im Elend versinken.
2) + 3) Die Gesetzgebung wird von Beamten und Funktionären des geschützten Bereiches (siehe Lebensläufe der Parlamentarier) kontrolliert. Die Gruppe stellt mehr als 1,2 Mio. Menschen in Österreich. Es ist nur logisch, dass sich die Gruppe nicht selbst verletzt und um ihre "Rechte" kämpft. Jeder Ansatz diese "Rechte" auszuheben wird erfolgreich verhindert werden, weil auch die sämtliche bewaffnete Einheiten, aber auch der gesamte Rechtsstaat von denselben Menschen kontrolliert werden. Diese Gruppe ist auch durch Wahlen im Rahmen von demokratischen Prozessen zu diesen Handlungen legitimiert, auch wenn es ein komischer Zugang der Volksvertreter ist.

Ein Volkstribunal könnte kaum ohne Bürgerkrieg stattfinden. Das gesamte Land und seine Bevölkerung würde in das Mittelalter zurück gestoßen werden.

Ich würde andere Lösungen vorziehen. Die Regierung muss endlich regieren und die Missstände abstellen. Sollte diese nicht möglich sein bleibt noch immer die Möglichkeit mit einer kollektiven, und damit gewaltfreien, Abgabenverweigerung die notwendigen Korrekturen durchzuführen.

Antworten Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklave
06.11.2009 11:45
0 0

Re: Re: Re: Exit Strategie?

hmm, da sind schon ganz andere repressive und schwer bewaffnete Regime vom Volk gestürzt worden. Und nicht nur im Mittelalter.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ET
06.11.2009 14:24
0 0

Re: Re: Re: Re: Exit Strategie?

Ihre Aussage stimmt sicher.

Wie standen die Länder dann nach dem gewaltsamen Umsturz da?

Ist das wirklich eine wünschenswerte Alternative?

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