OMV löst Erste Group als teuerstes Börse-Unternehmen ab

Eine Analystenempfehlung beflügelt die Aktie der OMV. Der Öl- und Gaskonzern ist mit 14,9 Milliarden Euro an der Börse so teuer wie zuletzt vor neun Jahren und um 400 Millionen Euro mehr wert als die Erste Group.

OMV-Chef Rainer Seele kommt an der Börse gut an
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OMV-Chef Rainer Seele kommt an der Börse gut an
OMV-Chef Rainer Seele kommt an der Börse gut an – APA/HANS KLAUS TECHT

Jahrelang war die Erste Group das teuerste Unternehmen an der Wiener Börse. Am Montag wurde die Bank vom teilstaatlichen Öl- und Gaskonzern OMV abgelöst. Der Führungswechsel hatte sich seit längerem abgezeichnet. Die Aktie der Erste Group konnte in den vergangenen zwölf Monaten "nur" um 46 Prozent zulegen (21 Prozent allein seit Jahresbeginn), das OMV-Papier hingegen verteuerte sich binnen zwölf Monaten um 77 Prozent, sie ist mit einem Plus von 35 Prozent heuer sogar Top 3 im Leitindex der Börse hinter Lenzing (plus 55 Prozent) und Flughafen Wien (plus 51 Prozent).

Dass sich die OMV nach wochenlangem Kopf-an-Kopf-Rennen eindeutig an die Spitze des Marktwerte-Rankings setzen konnte, lag letztendlich an einer Analystenempfehlung. Barclays stufte am Montag die OMV-Aktie von Underweight auf Overweight hoch und hob das Kursziel von 33 auf 54 Euro. Es ist zwar das aktuell höchste für OMV, doch im Sektoruniversum von Barclays auf Basis des EV/EBIDA-Verhältnisses immer noch die billigste Aktie. Zahlreiche Transaktionen in sehr kurzer Zeit hätten bei OMV zu deutlich verringerten Bilanzrisiken geführt und Reserven erhöht, was die Bedenken von Investoren zur Tragfähigkeit des Konzerns zerstreut habe, schreiben die Analystsen von Barclays. Zudem habe das Management nun mehr Flexibiliät bei Zukäufen und Angebung der Dividenden.

Beim Gewinn je Aktie erwartet Analyst Barclays-Joshua Stone 4,01 Euro für 2017. Im Folgejahr soll der Gewinn je Aktie bei 4,39 Euro liegen, für 2019 werden 4,75 Euro je Anteilsschein erwartet. Barclays schätzt die Dividende auf 1,26 Euro für 2017 und auf jeweils 1,32 Euro für die beiden Folgejahre.

Das Analystenlob löste an der Börse einen Kurssprung um mehr als sieben Prozent aus. Das OMV-Papier kostete am späten Vormittag 45,60 Euro, so viel wie zuletzt im Juni 2008. Montag-Schlusskurs waren 45,50 Euro. Der Börsewert des Konzerns lag damit bei 14,89 Milliarden Euro.

Die Aktie der Erste Group erreichte am Montag mit 33,71 Euro den höchsten Wert seit Juni 2012. Der Börsewert der Bank beträgt 14,49 Milliarden Euro.

Allzeithochs gab es am Montag in Wien zwischenzeitlich für die Aktie des Faserkonzerns Lenzing und den Flughafen Wien.  Lenzing notierte bei 180,75 Euro (Börsewert des Faserkonzerns rund 4,8 Milliarden Dollar), Flughafen bei 35,51 Euro (Börsewert des Unternehmens 2,97 Milliarden Euro). Auf Rekordhoch von 66 Franken kletterte in Zürich die Aktie des steirischen Chip- und Sensorenherstellers ams. Der Apple-Zulieferer ist nun 5,6 Milliarden Franken wert.

Teurer ist nur Red Bull

Teuerstes österreichisches Unternehmen ist  Red Bull. Zwar ist der Energydrink-Hersteller nicht börsenotiert, doch errechnet die Finanzagentur Bloomberg den Unternehmenswert anhand von Vergleichen mit Mitbewerbern. Derzeit wird Red Bull mit 24 Milliarden Dollar bewertet. Chef Dietrich Mateschitz ist mit einem Vermögen von 12,1 Milliarden Dollar reichster Österreicher, im Milliardärsranking von Bloomberg liegt er aktuell auf Rang 100. Johann Graf, der Eigentümer des Glücksspielkonzerns Novomatic, wird von Bloomberg auf Rang 196 geführt, sein Vermögen mit 7,4 Milliarden Dollar beziffert.

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