Versicherer Uniqa stemmt sich gegen sinkende Kapitalerträge

Versicherer Uniqa hat die Folgen der niedrigen Zinsen im ersten Quartal weggesteckt.

Uniqa-Chef Andreas Brandstetter
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Uniqa-Chef Andreas Brandstetter
Uniqa-Chef Andreas Brandstetter – APA/HERBERT PFARRHOFER

Bei Uniqa blieb im ersten Quartal  der Gewinn vor Steuern mit 33,1 (Vorjahr: 33,4) Millionen Euro fast stabil, obwohl das Kapitalanlageergebnis - auch aufgrund von Währungseffekten - um 30 Prozent einbrach, wie Uniqa am Mittwoch in Wien mitteilte. Mit einem besseren versicherungstechnischen Ergebnis machte das Unternehmen das jedoch wett. Dazu hätten die Drosselung des Einmalbeitrags-Geschäfts und der schrumpfende Bestand traditioneller Lebensversicherungen beigetragen, die das Ergebnis belasten. In der Schaden- und Unfallversicherung litt Uniqa dagegen unter dem heftigen Winter, der die Schaden-Kosten-Quote auf 97,7 (96,2) Prozent trieb.

Insgesamt stiegen die Prämieneinnahmen um 5,1 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro. Am stärksten wuchsen sie in der Schaden- und Unfallsparte (5,5 Prozent) und in Mittel- und Osteuropa (plus 10,7 Prozent). Für das Gesamtjahr erwartet Uniqa weiter ein leichtes Prämienwachstum. Auch das Ergebnis soll leicht zulegen. Die Dividende soll kontinuierlich steigen. Bereits für das vergangene Jahr hatte Uniqa trotz eines Gewinneinbruchs mit 49 Cent je Aktie etwas mehr ausgeschüttet als für 2015.

Die Combined Ratio  legte in Schaden/Unfall durch eine stärkere Belastung durch Winterschäden im heurigen Jänner sowie "durch das regulatorische Umfeld in Rumänien" von 96,2 auf 97,7 Prozent zu. In Rumänien habe nämlich eine "Frächterlobby" im Parlament besonders günstige Lkw-Tarife noch dazu mit einem Kontrahierungszwang erreicht, erläutert Brandstetter. Da das jedoch jeglichem EU-Recht widerspreche, bekämpfe dies die gesamte Assekuranz-Branche in Brüssel. Die Sondersituation im Land  bis März in Rumänien als einzigem ihrer Märkte ein Minus-EGT von 1,8 MillionenEuro beschert.

Eine Gelegenheit für Zukäufe in den Kernmärkten Österreich und CEE würde Uniqa-Chef Andreas Brandstetter gerne wahrnehmen. Man sehe sich laufend nach Möglichkeiten um, habe aber momentan nichts in der Pipeline. Natürlich gebe es in CEE zum Teil auch bereits gesättigte Märkte, doch schließe man von Haus aus kein einziges der 15 Länder, in denen man tätig sei, aus, was eine mögliche Akquisition betreffe. Ein Zukauf müsse auch nicht unbedingt auf den Erwerb eines Versicherungsunternehmens hinauslaufen, sondern könnte auch das "Öffnen" eines Vertriebskanals sein. In die Digitalisierung investiere man weiter, vertriebsseitig, aber auch in Bezug auf den Back-Office-Bereich.

Mit den geplanten Abverkäufen von nicht zum Kerngeschäft zählenden Bereichen bzw. Beteiligungen ist die Uniqa bereits fast am Ende angelangt. Zuletzt hat man heuer Mitte Mai den Verkauf der Italien-Tochter mit dem Closing abgeschlossen - und Anfang 2017 den Ausstieg aus den Casinos Austria fixiert (Closing geplant für 2018).

Bis Jahresende will die Uniqa entscheiden, ob sie ihren 14,1-Prozent-Anteil am Baukonzern Strabag SE behält oder verkauft - hier geht es um die Frage, ob ein Verkaufserlös derzeit woanders überhaupt lukrativer investiert werden könnte. Bis Jahresende entscheiden muss man, da dann der jetzige Syndikatsvertrag der Strabag-Aktionäre ausläuft.

 

(Reuters)

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