Der in Geldnöte geratene Staatsfonds Dubai World verhandelt mit Gläubigerbanken über die Umschuldung von Krediten in Höhe von 26 Milliarden US-Dollar (17,3 Milliarden Euro). Das teilte Dubai World am Montagabend mit. Erstmals ist nun auch die Rede davon, dass der Konzern Teile seines Anlagevermögens verkaufen will.
Dubai World - bekannt vor allem für die künstliche Insel in Palmenform - hatte vergangene Woche für einen Schock an den Märkten gesorgt, als das Konglomerat seine Gläubiger um einen sechsmonatigen Zahlungsaufschub bat. Bereits am 14. Dezember müsste Nakheel, die Immobilientochter von Dubai World, eigentlich einen "Sukuk" (islamische Anleihe) in Höhe von sechs Milliarden Dollar zurückzahlen.
Analysten haben Hoffnung
Der von Dubai World genannte Gesamtbetrag wecke die Hoffnung, dass die Probleme nicht so schlimm sind, wie zunächst befürchtet, sagten Analysten der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die Holding hat insgesamt Schulden von 60 Milliarden Dollar. Die Regierung des Emirats Dubai will dafür nicht einstehen. Dies sei Sache der Gläubiger, die ihren Teil der Verantwortung tragen müssten, sagte ein hochrangiger Vertreter des Finanzministeriums.
Die Milliardenschulden des für seine Luxus-Immobilien bekannten Emirats wurden durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise zu einem gravierenden Problem. Denn die Edelhotels, Wohnanlagen, Kreuzschiffe und Golfplätze, die mit den Krediten gebaut worden waren, verloren wegen der gesunkenen Nachfrage drastisch an Wert.
Börsen weiter auf Talfahrt
Die Aktienmärkte in der Region setzten am Dienstag ihren Einbruch fort, der am Montag begonnen hatte. Die Börse in Dubai verlor zu Handelsbeginn mehr als 6 Prozent, der Markt in Abi Dhabi, dem Sitz der Zentralregierung der Vereinigten Arabischen Emirate, sackte um mehr als 5 Prozent ab. In Katar brachen die Aktienkurse sogar um mehr als 9 Prozent ein, allerdings war es dort der erste Handelstag nach einem mehrtägigen islamischen Feiertag.
In Dubai und Abu Dhabi hatten die Börsen schon am Montag wieder geöffnet und Einbrüche um mehr als 7 Prozent beziehungsweise mehr als 8 Prozent erlebt. In Kuwait sanken die Kurse am Dienstag im frühen Handel um 2 Prozent.
(Ag. )
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