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Dubai: Die Vertreibung aus dem Paradies

05.12.2009 | 18:54 |  von Nicole Stern (Die Presse)

Der Aufstieg Dubais ist vor allem indischen Arbeitskräften zu verdanken. Jetzt ist der Wüstenstaat in der Krise – und wirft die billigen Arbeitskräfte zu Zehntausenden aus dem Land.

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Sie arbeiten für ein, zwei Dollar am Tag. Wohnen in Containersiedlungen, zu sechst, zehnt, zwanzigst. Haben kaum Freizeit, um den Strand und das Meer zu genießen. In Dubai zu leben ist nicht für alle ein Vergnügen. Vor allem dann nicht, wenn man als einfacher Arbeiter den Traum anderer realisieren soll.

Dabei sind sie es, die das Emirat in den vergangenen Jahren aufgebaut haben. Die den Sand für die Palmeninsel Palm Jumeirah vor der Küste Dubais aufschütteten, das höchste Gebäude der Welt, den Burj Dubai, errichteten und das teuerste Hotel, das Burj Al Arab, bauten. Sie haben Dubai zu dem gemacht, was es heute ist.

Doch der Ausbruch der Wirtschaftskrise beendete den gigantomanischen Bauboom in dem Wüstenstaat, der in seiner besten Zeit ein Volumen von 250 Milliarden Dollar umfasste. Weil Investoren absprangen, stehen viele Baustellen still, ganze Projekte wurden auf Eis gelegt.

Seit bekannt wurde, dass die staatliche Holdinggesellschaft Dubai World ihre Kredite nicht zeitgerecht zurückzahlen kann, hat sich die Situation noch weiter verschärft. Die Holding hat Schulden in Höhe von 59 Milliarden Dollar angehäuft. Insgesamt beläuft sich das Minus des kleinen Emirats, das ungefähr die Größe des Burgenlands hat, auf 100 Milliarden Dollar.

Jetzt müssen selbst die Scheichs sparen, und das macht man in erster Linie bei den Arbeitskräften. Allein die Baufirma Nakheel, eine Dubai-World-Tochter, hat in den vergangenen sechs Monaten 12.000 Mitarbeiter entlassen.

Zusammengerechnet nehmen die Entlassungen, die eine Ausweisung aus dem Emirat mit sich bringen, die Dimension des biblischen Auszugs aus Ägypten an: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres seien 200.000 indische Arbeitskräfte aus Dubai ausgereist, rechnet die indische Botschaft in Abu Dhabi im Gespräch mit der „Presse am Sonntag“ vor. Seit September 2008 waren es laut Medienberichten insgesamt mehr als 500.000 Arbeiter, die das Emirat verlassen mussten.


Kündigung per SMS. Bei den Kündigungen ist man im Emirat wenig zimperlich. Indische Zeitungen berichten von Arbeitern, die während der islamischen Feiertage in ihre Heimat reisten und dann via SMS davon erfuhren, dass Dubai sie künftig nicht mehr benötige. Sie müssten gar nicht mehr zurückkommen, hieß es in der Kurzmitteilung, ihre Habseligkeiten schicke man ihnen per Post nach Indien zu.

Es sind vor allem Arbeiter aus dem asiatischen Subkontinent, die von der Krise in Dubai betroffen sind. Nach Schätzungen der indischen Botschaft leben mehr als zwei Millionen Inder in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie stellen damit etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung und etwa die Hälfte der Arbeitskraft.

Verliert ein Inder seinen Job, hat das auch Auswirkungen auf die Familie in seiner Heimat. Denn die Familien der Arbeiter leben zum Großteil von den Überweisungen, die aus dem Emirat kommen. Indien ist, Daten der Weltbank zufolge, der größte Empfänger von Auslandsüberweisungen. Im Jahr 2007 wurden 27 Milliarden Dollar an indische Familien überwiesen, 2008 verdoppelte sich der Betrag nahezu auf 52 Milliarden Dollar.

Nicht selten bauen auch die Bundesstaaten auf diese Überweisungen. Im indischen Bundesstaat Kerala ist beispielsweise ein Fünftel der Staatseinnahmen auf Auslandsüberweisungen zurückzuführen. Die Krise in Dubai dürfte sich damit auf den gesamten Bundesstaat auswirken.

Der indische Finanzminister rechnet nicht mit starken Auswirkungen auf die indische Wirtschaft: Noch habe die Krise in Dubai keine unmittelbaren budgetären Auswirkungen, erklärte Pranab Mukherjee.

Kein Job, kein Aufenthalt. Wer sich als einfacher Arbeiter in Dubai verdingen will, wird meist über eine Arbeitsagentur rekrutiert, die nicht selten im Auftrag der Baufirmen agiert. Oft ist das Engagement zeitlich befristet – für die Dauer von ein, zwei oder drei Jahren. Außerdem ist Arbeit auf dem Bau nicht nur schlecht bezahlt, sondern auch teuer. Wer in den Emiraten einem Job nachgehen will, muss dafür tief in die Tasche greifen und seinem „Sponsor“ (seinem Bürgen) laufend Geld bezahlen. Nicht zuletzt als Dank dafür, dass dieser ihm den Aufenthalt überhaupt ermöglicht. Wer seinen Job verliert, wird des Landes verwiesen.

Der österreichische Außenhandelsdelegierte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Wolfgang Penzias, glaubt, dass bisher vor allem einfache indische Arbeiter das Land verlassen hätten und künftig noch werden. „Ich könnte mir vorstellen, dass der Exodus weiter anhält.“

Was Penzias jedoch auch beobachtet: Inder, die in einer höheren Position beschäftigt seien, sind von Entlassungen weniger betroffen. Oder würden eher versuchen, in anderen Unternehmen unterzukommen. Aufgrund ihrer Qualifikation würde ihnen dies jedenfalls leichterfallen.

Für die einfachen Arbeiter ist es dagegen schwer, einen neuen Job zu finden. Das Emirat räumt ihnen im Zuge der Krise immerhin mehr Zeit ein, bevor es sie endgültig aus dem Land wirft: Ein Arbeitsloser hat künftig etwa drei Monate statt bislang vier Wochen Zeit, um nach seiner Entlassung einen neuen Job in den Emiraten zu suchen. Einen solchen finden sie nicht mehr in Dubai, sondern im benachbarten Abu Dhabi – dem nächsten Übermorgenland.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2009)

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16 Kommentare
Gast: gast
07.12.2009 11:23
3 0

das sind doch nur inder und christen

geh bitte, die sind eh nix wert.

der gutmensch schläft heute noch. stellen sie sich vor, nur mit einem moslem würde in österreich so umgegangen, die ganzen ngo's hätten wieder futter für mindestens ein halbes jahr

Gast: Oskar
06.12.2009 20:59
3 0

So ein Verhalten wird von den Guthmenschen üblicherweise

als ras sistisch und fas chistisch bezeichnet. Obwohl es kein einzigen Land im christlichen Europa gibt, daß auch nur annährend so brutal mit seinen MITBÜRGERN umgeht.

Wo ist die UNO?
Wo ist die EU?
Wo sind die NGO`s?

Jetzt könnt ihr zeigen, was ihr drauf habt!

Gast: Bananenrepublik
06.12.2009 20:55
2 0

Hallo, ist da ein Gutmensch? Aufwachen!

Wo sind denn jetzt die Lichterketten???

Sind nicht alle Menschen gleich? Wo bleibt die Empörung? Oder bleibt die deshalb aus, weil die angeblichen Opfer eigentlich Täter sind?

Gast: Arnot
06.12.2009 20:52
4 0

Und bei uns bekommen unproduktivste Zuwanderer

lebenslang Vollkasko fürs Nichtstun. Und dürfen für immer bleiben. Sehr interessant.

Gast: ADAXL
06.12.2009 17:06
5 0

Noch Fragen?

Was die Ölprinzen mit ihren Arbeitern anstellen, sollte uns als Beispiel für Humanität im Islam dienen.

Herman
06.12.2009 16:55
0 2

Immigration ist Sklavenhandel der Neuzeit

. . . die reichen Länder sahnen den ärmsten Ländern die besten Arbeitskräfte ab und berauben diesen Menschen von Familie und Heimat.
Assimilieren kann man Gleiches mit Gleichem. So Phippinens Katholiken im christlichen Europa, doch nicht die Welt der Muslims; call it 'brainwashing'.
Wo sind die Menschenrechtsorganisationen, einen internatonalen Standard für Immigration zu schaffen - einen Vertrag zwischen Dienstgeber und Arbeitnehmer, in welchem grundsätlich der Arbeitgeber und auch das Land haftet.
Wenn der Arbeitgeber die Wahl treffen gäbe es grundsätlich

Gast: Fips
06.12.2009 14:50
0 0

vergesst Dubai


Steininger
06.12.2009 11:41
5 0

Ich kann mir nicht vorstellen wer in all diese Gebäude einziehen soll.

Wer will denn schon in einer absolutistischen Monarchie wohnen? In der es nur zwei Jahreszeiten gibt: eine heiße und eine sehr heiße.

Dekkard
06.12.2009 11:41
6 0

Menschenrechte im Islam / Europa

Das Zentrum des Islam (Saudi Arabien und die Länder in der Gegend) sind ja bekannt dafür das sie Inder und andere Asiaten für Hungerlöhne schuften lassen, während Saudis extreme Arbeitslosenzahlen haben und von der Güte der Prinzen abhängig sind. Frage mich ohnehin wie lange das noch gut gehen soll.
Menschenrechte sind in der Gegend ein Fremdwort, und wenn es jemand kennt, dann durch westliche Medien.
Interessant das dann ein demokratischer Entscheid in der Schweiz als Verstoß gegen die Menschenrechte angesehen wird.

Gast: kein Aufreger
06.12.2009 10:41
0 0

befristet auf ein Jahr

oder zwei, oder drei ist eh' super! In Österreich werden Befristungen auf 4 bis 6 Monate gemacht "dann schau'n wir weiter".


Gast: Gast
06.12.2009 10:38
7 0

Beispielhafte muslimische Wohltätigkeit

Aber, aber, Gastarbeiter einfach hinauswerfen, wenn man sie nicht mehr braucht? Wo kämen wir den hin, wenn das auch in Österreich Schule machen würde? - ach ja - da wäre es dann ausländerfeindliches Verhalten!
So ist das also!

Gast: Gast
06.12.2009 09:55
3 0

Ein leuchtendes Beispiel moslemischer Wohltätigkeit

Aber, aber, Gastarbeiter einfach hinauswerfen, wenn man sie nicht mehr braucht? Wo kämen wir den hin, wenn das auch in Österreich Schule machen würde? - ach ja - da wäre es dann ausländerfeindliches Verhalten!
So ist das also!

Warum


soll eine Ausweisung aus Österreich ein Problem sein ?

Es ist kein Problem !

Es sollte selbstverständlich sein !

Kein Familiennachzug !!!!!!

Außer, manche Politiker wehren sich dagegen !


Che G
06.12.2009 09:04
6 0

Keine Arbeit- keine Aufenthaltserlaubnis

diese Formel gefällt mir. Hätten wir das auch, würden wir uns viel Ärger mit unseren lieben Moslems ersparen.

Gast: Gast
06.12.2009 07:17
5 0

Paradies???

Ich les ja wohl nicht recht!!! Wo bitte war für
diese Arbeiter Dubai ein Paradies???

Diese Leute sind ausgebeutet worden und
wie sich die 'Prinzen' aufführen ist weithin
bekannt. (Foltervideo)

Anstatt zu lernen und zu sparen macht doch
der Obermacker dieser Familie weiter einen
auf dicke Hose. Klar, denn es gibt ja noch
genug Menschen dort denen man nicht einen
Cent bezahlen muss.

Paradies ist anders. Und pleite gegangen sind
die Königs von 'Nimmerland' trotz Sklavenhaltung.

Auch in Abu Dhabi wird es nicht anders sein:
Erst die Sklaven ausbeuten und dann trotz
Pleite fleissig weiter einen auf Protz und Prunk
machen!

Pfui Teufel.

Gast: sagemal
05.12.2009 23:13
5 0

So sind die Verhältnisse im Paradies

Geheuert und gefeuert - nach Bedarf rein... und dann schnell wieder raus. Dort spricht offenbar niemand von Menschlichkeit; ist auch keine Presse, die gegen das eigene Volk hetzt.