Steigende Ölnachfrage treibt den Preis

Rohstoffe. Opec und IEA revidieren ihre Absatzprognosen für heuer und 2018 nach oben. Ein Treiber ist China.

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Symbolbild. – (c) imago/imagebroker (imageBROKER/Olaf Krüger)

Wien/Paris. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erwartet für heuer einen Anstieg des weltweiten Ölbedarfs um 1,5 Prozent. Nächstes Jahr soll die Nachfrage fast ebenso stark, nämlich um gut 1,4 Prozent steigen. Mit einer noch höheren Ölnachfrage rechnet heuer die Internationale Energieagentur (IEA), wie aus ihrem neuesten Monatsbericht hervorgeht: Sie erhöhte ihre Schätzung für den Anstieg der globalen Ölnachfrage um 100.000 Fass pro Tag von 1,5 auf 1,6 Millionen Fass bzw. 1,7 Prozent.

Die Opec beziffert den durchschnittlichen Weltölbedarf in diesem Jahr mit 96,77 Millionen Barrel pro Tag. Das Kartell nahm diese Anpassung wegen kräftigerer Daten aus der OECD für das zweite Quartal – speziell aus Amerika und Europa, aber auch aus China – vor. 2018 wird die Nachfrage auf 98,1 Mio. Barrel täglich prognostiziert.

Weil der Bedarf – auch konjunkturgetrieben – zunimmt, gleichzeitig das Angebot der Opec erstmals seit fünf Monaten gesunken ist, verteuerte sich Öl der Nordseesorte Brent am Mittwoch um 0,7 Prozent auf 54,66 Dollar.

 

Wird Drosselung verlängert?

Die IEA geht nun davon aus, dass sich die Lagerbestände reduzieren. Zumal die Opec nicht ausschließt, dass die im Winter mit Nicht-Opec-Staaten beschlossene und im Frühjahr bis März 2018 verlängerte Förderkürzung um mehr als drei Monate verlängert wird. Möglicherweise würden die Drosselungen bis in die zweite Jahreshälfte ausgeweitet, hieß es. Darüber soll beim nächsten Treffen von Opec- und Nicht-Opec-Mitgliedern am Freitag nächster Woche diskutiert werden.

Im August dürften die Opec-Staaten zusammen im Schnitt 32,71 Millionen Barrel täglich gefördert haben, etwas weniger als im Juli, heißt es mit Verweis auf Sekundärquellen.

Der weltweit führende Produzent Saudi-Arabien hat seine Menge im August im Vergleich zum Vormonat bei rund 10,02 Millionen Fass gehalten – den dritten Monat über der Zehn-Millionen-Grenze, gefolgt vom Irak mit 4,45 Millionen Fass und dem Iran mit 3,83 Millionen Fass. Libyen, wo auch die österreichische OMV fördert, steuerte den Angaben zufolge mit 890.000 Fass pro Tag weniger als im Juli bei, aber wieder etwas mehr als im Juni. Die gesamte Welt-Ölproduktion dürfte von Juli auf August um 0,41 Millionen Barrel auf 96,75 Millionen Barrel gesunken sein, heißt es.

Die Auswirkungen der Hurrikane in den USA schätzt die IEA als „wahrscheinlich relativ kurzlebig“ ein. US-Rohöl dürfte in den nächsten Wochen weniger nachgefragt werden, denn einerseits bleiben einige Raffinerien an der US-Golfküste geschlossen, andererseits dürfte die Nachfrage auch durch die Verwüstung durch den Hurrikan „Irma“ in Florida leiden, erläutern die Analysten der Commerzbank.

(bloomberg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2017)

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