Wiener Börse zwischen AT&S und Semperit

Semperit gibt eine Gewinnwarnung und verliert deshalb an der Börse. AT&S erhöht die Prognose, was ein Kursfeuerwerk auslöst.

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Die Wiener Börse hat den Handel am Montag mit Kursgewinnen beendet. Der ATX stieg 12,63 Punkte oder 0,38 Prozent auf 3.337,04 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund zwei Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 3.335,00 Punkten.

Geprägt wurde das Geschäft zum Wochenstart von neuen Unternehmensprognosen. So schossen die AT&S-Aktien in Reaktion auf die Anhebung der Umsatzprognose bei dem Leiterplattenhersteller um satte 21,39 Prozent auf 15,15 Euro nach oben und an die unangefochtene Spitze im Wiener prime market. Damit markierten die Titel zudem den höchsten Stand seit Ende 2015.

Aufgrund des bisher gut gelaufenen Geschäfts in diesem Jahr hat AT&S seine Erwartungen für das Umsatzwachstum von 10-16 Prozent auf 20-25 Prozent erhöht. Die Kundennachfrage sei vor allem in den letzten drei Monaten sehr hoch gewesen, hießt es zur Begründung. Dementsprechend arbeiteten alle Werke an der Kapazitätsgrenze.

Zudem sei die neue Technologie schneller angenommen worden, im Werk in Chongqing habe es bei IC-Substraten weitere Effizienzsteigerungen gegeben. Im vergangenen Geschäftsjahr hat AT&S aufgrund von Anlaufschwierigkeiten in Chongqing noch einen Verlust von 22,9 Mio. Euro gemacht.

Am anderen Ende der Kurstafel standen die Papiere der Semperit, die nach einer heute veröffentlichten Gewinnwarnung um 4,54 Prozent auf 25,11 Euro absackten. Der Gummihersteller hat seine Erwartungen für das operative Ergebnis im zweiten Halbjahr 2017 erneut zurückgenommen. Bereits im April gab das Unternehmen eine Gewinnwarnung ab.

Heute kam der Semperit-Vorstand zu dem Schluss, dass die Ergebnissituation "im zweiten Halbjahr 2017 operativ unter den Erwartungen bleiben wird", hieß es in einer Aussendung. Nun nimmt das Unternehmen im Rahmen eines neu aufgelegten Restrukturierungsplans sämtliche Werke im Hinblick auf ihre Profitabilität unter die Lupe.

Bei Lenzing ging es um 3,48 Prozent auf 130,80 Euro bergauf. Das Unternehmen hat eine neue Faser aus Zellulose, also auf Basis von Holz, entwickelt. Es handle sich um eine Endlosfaser, die im Gegensatz zu Baumwolle nicht mehr versponnen werden muss, teilte Lenzing mit. Die neue Faser ist vor allem für die Luxus-Modebranche gedacht, wird als "TENCEL Luxe" vermarktet und soll am Standort Lenzing produziert werden.

An Europas Leitbörsen gab es zum Wochenstart wenig Bewegung zu sehen. Neue Daten aus Deutschland lieferten kaum Impulse. Die Anleger behalten indessen die Lage in Katalonien weiter genau im Auge.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,04 Prozent, DAX/Frankfurt +0,10 Prozent, FTSE/London -0,20 Prozent und CAC-40/Paris +0,01 Prozent.

(APA)

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