Tojner schickt Batteriehersteller Varta an die Börse

Mikrobatterien-Hersteller Varta startet seinen Börsengang. Das Unternehmen des Wiener Investors Michael Tojner wird dabei mit bis zu 668 Millionen Euro bewertet.

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Michael Tojner schickt Varta an die Börse
Michael Tojner schickt Varta an die Börse – FOLTIN Jindrich / WB

Der Batteriehersteller Varta strebt bei seinem geplanten Gang an die Frankfurter Börse eine höhere Bewertung an als beim gescheiterten Versuch vor einem Jahr. Der Produzent von Mikrobatterien für Hörgeräte oder Kopfhörer legte die Preisspanne für seine Aktien auf 15 bis 17,50 Euro fest. Am oberen Ende würde das gesamte Unternehmen mit 668 Millionen Euro bewertet werden. Vergangenes Jahr waren es lediglich 520 Millionen Euro gewesen. Die Papiere können seit Mittwoch bis zum 24. Oktober gezeichnet werden, das Börsendebüt ist einen Tag später geplant.

Das Unternehmen sei weiter gewachsen, begründete Arnd Grimm von der begleitenden Investmentbank Berenberg die gestiegene Bewertung. Vorstandschef Herbert Schein führte eine hohe Nachfrage nach den Varta-Produkten an. "Insofern gehen wir mit Rückenwind in den Austausch mit Investoren." Im Spätherbst 2016 hatte Varta den Börsengang abgebrochen, weil sich nicht ausreichend Käufer für die Aktien fanden.

Der neue Versuch soll bis zu 233 Millionen Euro einbringen. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Ellwangen selbst will mit der Ausgabe von bis zu zehn Millionen neuen Aktien 150 Millionen Euro einnehmen. Der Rest geht an den Wiener Investor Michael Tojner, dem Varta über seine schweizerische Holding Montana Tech gehört.

Insgesamt werden - einschließlich einer Platzierungsreserve - bis zu 14,95 Millionen Aktien angeboten. Bei einer hohen Nachfrage gibt Varta selbst weniger neue Aktien aus. "Wir begnügen uns mit 150 Millionen Euro, weil die Summe zur Finanzierung unseres geplanten Wachstums ausreicht", sagte Finanzchef Michael Pistauer. Unter anderem will die Firma 80 Millionen Euro in den Ausbau der Produktionskapazität für Lithium-Ionen-Akkus stecken, die beispielsweise in Kopfhörern eingesetzt werden. Rund 30 Millionen sollen in den Aufbau einer neuen Produktionslinie für Hörgerätebatterien fließen. 2016 steigerte Varta den Umsatz um 9,6 Prozent auf 214 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging dagegen um ein Drittel auf 14,9 Millionen Euro zurück.

Die traditionsreiche Varta AG war bis 2007 schon einmal börsennotiert. Das heutige Unternehmen ist aber nur ein kleiner Teil davon. Die Industriellenfamilie Quandt hatte das Geschäft mit Autobatterien an den US-Zulieferer Johnson Controls und die Haushaltsbatterien an die heutige Spectrum Brands verkauft.

(Reuters)

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