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Spekulationsblase: Warten auf den großen Knall

05.02.2010 | 18:58 |  VON FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Mit einer Politik des billigen Geldes bewahren die Notenbanken Staaten und Unternehmen weltweit vor dem Kollaps. Ein nicht ungefährliches Experiment. Die Frage ist nicht mehr, ob, sondern, wann die nächste Blase platzt.

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Als unlängst ein Experte von einem US-Sender um einen Befund zur wirtschaftlichen Verfassung gebeten wurde, dürfte ein paar hunderttausend Amerikanern das Gesicht eingefroren sein. „Nun ja: Wir rasen wieder auf eine Wand zu. Allerdings sitzen wir dieses Mal in einem deutlich schnelleren Auto.“ Nun könnte man freilich einwenden, dass Wirtschaftsexperten in der jüngeren Vergangenheit vor allem dadurch aufgefallen sind, mit Prognosen und Einschätzungen beängstigend falsch gelegen zu sein.

 

Überschätzte Chancen

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ökonomen und Analysten auch dieses Mal irren, ist bedauerlicherweise nicht allzu hoch. An den Märkten braut sich nämlich unzweifelhaft etwas zusammen. Für eine ungünstige Druckverteilung sorgen drei Entwicklungen: die enormen Mengen an billigem Geld, die rund um den Globus in den Märkten zirkulieren und nach Veranlagung suchen, die noch immer nicht aus eigener Kraft wachsende Wirtschaft, und die nicht aufgearbeiteten Ursachen für den Ausbruch der letzten (und noch immer aktuellen) Wirtschaftskrise.

Jeder dieser drei Punkte wäre für sich allein gesehen schon ein gröberes Problem. In der Kombination ergibt sich daraus ein Gemisch, das für höchste Explosionsgefahr sorgt. Das deshalb, weil das Zusammentreffen von billigem Geld, einer schwach wachsenden Wirtschaft und nach Anlagen suchenden Investoren das perfekte Umfeld für das Entstehen brandgefährlicher Spekulationsblasen bietet.

Deshalb herrscht in den Chefetagen des IWF und der Notenbanken seit Wochen höchste Nervosität. Die Frage ist nicht mehr, ob, sondern, wann die nächste Blase platzt.

Warum Spekulationsblasen für Angst und Schrecken sorgen, hat vor allem zwei Gründe. Erstens steht an deren Ende eine atemberaubende Vermögensvernichtung. Und zweitens sind sie völlig unberechenbar. Sie werden erst dann sichtbar, wenn sie bereits geplatzt sind. Das wiederum passiert, wenn Investoren auf breiter Front erkennen, dass sie kurzfristige Erfolgschancen überschätzt haben.

An Möglichkeiten für Fehleinschätzungen herrscht derzeit kein Mangel. So haben die internationalen Aktienmärkte seit dem Höhepunkt der Krise im Schnitt um 70 Prozent an Wert gewonnen. In einigen Schwellenländern haben sich die Kurse sogar verdreifacht.

Eine wahre Preishausse gibt es nicht nur bei Aktien, sondern auch bei Anleihen, Edelmetallen und Rohstoffen. Die Preise für Nickel und Kupfer notieren auf Ständen, die üblicherweise in Phasen der Hochkonjunktur zu sehen sind.

 

Preise wie in Boom-Zeiten

Die hohen Preise wären nicht einmal dann nachvollziehbar, wenn erkennbar wäre, dass die staatlichen Konjunkturspritzen wirkten und ein rasanter Aufschwung vor der Tür stünde. Das ist derzeit aber nirgendwo der Fall. Reduzierten die Staaten ihre aberwitzigen Ausgaben auf Normalniveau, würde sich die Wachstumsillusion mit einem Schlag in Luft auflösen – und mit ihr die Träume vieler Investoren. In vielen Märkten fehlt den hohen Preisen die langfristige Aussicht auf Gewinn. Deshalb deutet sehr viel darauf hin, dass sich gleich mehrere Blasen gebildet haben.

Ihren Ursprung findet die Überschätzung einmal mehr in der Politik des billigen Geldes. Die Notenbanken haben die Märkte mit Unmengen an günstiger Liquidität geflutet und die Zinsen in den Keller gedrückt. Dafür gibt es auch gute Gründe: Schließlich war es oberstes Ziel, die Kreditwirtschaft vor dem freien Fall zu bewahren.

Das ist auch geglückt. Die Crux liegt darin, dass das günstige Geld nicht von investitionsfreudigen Firmen nachgefragt wird, sondern von spekulierenden Anlegern. Das ist eine erschreckende Parallele zur letzten Finanzkrise. Auch damals führte die Geldpolitik der US-Notenbank Fed samt laxer Kreditvergabe zu einer verheerenden Spekulationsblase auf dem Immobilienmarkt.

Heute sind es nicht private Häuslbauer, die mit nahezu kostenlosen Krediten auf steigende Preise spekulieren. Es sind die Banken selbst, die sich günstig in den USA und Europa verschulden, um das geliehene Geld in Märkten mit guten Renditen anzulegen. Etwa in Währungsräumen mit höheren Zinsen, Aktienmärkten von Schwellenländern oder eben in Rohstoffen.

 

Blendende Geschäfte

Das Geschäft läuft fantastisch, die Banken fahren nach horrenden Verlusten nun wieder Milliardengewinne ein. Das ist weder unanständig noch unmoralisch – die Banken nutzen einfach die ihnen offen stehenden Möglichkeiten. Die Politik hat es nämlich entgegen vieler vollmundiger Ankündigungen verabsäumt, strengere Regeln für die Finanzwirtschaft zu erlassen. Riskante Geschäfte müssen kaum mit Eigenkapital unterlegt werden, zudem halten Banker ja noch immer Blankoschecks der Steuerzahler in Händen, falls die Sache schiefgehen sollte.

Es ist durchaus denkbar, dass diese Schecks schon bald wieder zur Einlösung vorgelegt werden. Etwa, wenn Blasen platzen, weil die überschuldeten Staaten beginnen, ihre Ausgaben (und damit die Konjunkturpakete) zurückzufahren, wodurch die Auftragslage in der Wirtschaft einen schweren Dämpfer erleiden würde. Oder wenn die Politik des billigen Geldes zu Ende geht, um die Gefahr einer Hyperinflation mit höheren Zinsen zu bannen. Anschnallen schadet also nicht – ob wir es nun mit einer größeren Korrektur oder einem Crash zu tun bekommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2010)

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148 Kommentare
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enzo
10.02.2010 10:42
0 0

Der Staat braucht die Inflation

wer es lesen will:
http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/artikel.php?storyid=3551

hw
10.02.2010 12:24
0 0

Re: Der Staat braucht die Inflation

die goldinhaber brauchen auch die inflation, sonst geht auch diese rechnung nicht auf.

enzo
10.02.2010 12:46
0 0

Re: Re: Der Staat braucht die Inflation

kommt immer darauf an ob sie physisches Gold oder Goldzertifikate meinen.
Ob soviel physisches Gold vorhanden ist wie Zertifikate ausgegeben wurden wäre da die nächste Frage.

Murray
08.02.2010 16:01
0 0

Amüsanter Link zur Krise - Ökonomie als Rap

http://www.youtube.com/watch?v=d0nERTFo-Sk&feature=related

Keynes und Hayek rappen sich durch die Konjunkturzyklustheorie - die Amerikaner produzieren schon seltsame Sachen...

Iason
09.02.2010 10:36
0 0

Re: Amüsanter Link zur Krise - Ökonomie als Rap

Aber es ist doch sehr gut gemacht, oder?

Die Diskussion zwischen Austrians und Keynesianern geht erst los.

Die Austrians haben jedenfalls vor der jetztigen Krise schon länger gewarnt.
Siehe mises.org

Gast: CrisisMaven
08.02.2010 13:29
0 0

Die Blasen platzen bereits ...

Dieser Erosionsprozess ist weltweit schon im Gange. Waehrend an den Aktienmaerkten noch Hoechstpreise gezahlt werden, verfallen die Regierungsanleihen bereits zusehends aus <a href="http://crisismaven.wordpress.com/2010/02/08/bloom-of-doom-v-we-have-control-of-the-ship-we-have-a-plan/">Furcht vor den Staatsbankrotten</a> (http://crisismaven.wordpress.com/2010/02/08/bloom-of-doom-v-we-have-control-of-the-ship-we-have-a-plan/) und das heisst, die Zinsen steigen reziprok. Und das toetet jeden, auch den uebermuetigsten, Aktienmarkt, und gruendlich.

hw
08.02.2010 13:27
0 0

blase

die blasen dienen doch genau zum spekulieren!

also laßt sie platzen, dann kann man wieder günstig kaufen.

Gast: melanie Gatzke
08.02.2010 12:38
0 0

Die Welt ist ein Theater und alle spielen mit.

Lasst sie - die Blase--doch einfach platzen
Aber bitte erst nach dem Fasching-- lasst die leute noch ein wenig in Illusionen leben und feiern.
Das tut doch der gestressten Masse so gut.
Am Aschermittwoch- da können sie dann aufwacchen aus den Träumen der Vergangenheit. Sie werden verschwinden wie Schall und Rauch.

Iason
07.02.2010 19:00
0 0

Kann es nicht sein,

dass nicht die meisten Assets in einer Spekulationsblase sind, sondern einfach nur die Währungen weltweit massiv entwertet werden?

Was wäre die Alternative? Staatsanleihen zu fast Null Zinsen zu kaufen oder Cash zu halten, während immer Mehr Geld monetarisiert (entwertet) wird.

Steigende Kurse sind derzeit ein Zeichen von monetärer Inflation und drohender genereller Preis-Inflation.

Gut ist der Verfall aller Währungen im steigenden Goldpreis zu erkennen.
Dass die Währungen demnächst vielleicht an Wert gegenüber allen Assets gewinnen könnten (Deflation), würde wohl kein hoch verschuldeter Staat lange überleben können.

Murray
07.02.2010 18:33
0 0

Es wird kein Wein sein und wir werden noch immer sein...

In Wirklichkeit untertreibt der Autor ja. Aber - wie die meisten Ökonomen und Wirtschaftsjournalisten in diesem Lande bleibt er mit seinen Gedankengängen auf halbem Wege stehen. Es ist die Frage erlaubt, ob nicht tief drinnen im System der Wurm drin ist und ob der Mainstream der Ökonomie nicht auf katastrophale Weise falsch liegt.
Hat sich noch niemand die Frage gestellt, warum wir eigentlich den ökonomischen Ratschlägen eines Irren folgen, dem man heute aufgrund seiner krankhaften Spekulationssucht einen Sachwalter zur Seite stellen würde (ich meine jetzt nicht Kreisky, sondern Kerynes)?
Verglichen mit der internationalen Wirtschaftspolitik zeigen ja Lemminge noch vorbildlich rationales Verhalten...

Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
07.02.2010 21:37
0 0

Keynes machte tatsächlich einige schwerwiegende Denkfehler!

Kurzform seiner Theorie: Im Wirtschaftsabschwung soll der Staat auch unter Verschuldung Geld in die Wirtschaft pumpen, das in der Hochkonjunktur wieder eingespart werden soll.

Aber: Wie erkennt der durchschnittliche Politiker mit seinen "Experten", wann der richtige Zeitpunkt für die Sparmaßnahmen gekommen ist, ohne daß die anspringende Konjunktur wieder sofort abgewürgt wird?

Und für jeden Politiker noch viel schwerer: Wie sage ich meinen Wählern, daß die üppig sprudelnden Subventionsquellen nun wieder trockengelegt werden sollen, weil die Wirtschaft angesprungen ist! Und wenn dann noch eine Wahl dazwischen kommt, geht mit dem Sparen ohnehin nichts mehr!

Gast: arancia
07.02.2010 17:06
0 0

China ist ein Stausee geworden

Chinas Kapital gehört wieder in den Umlauf gebracht. Denn alles was gehamstert wird, fehlt der Wirtschaft um in einem gesunden Kreislauf zu wirtschaften. Hätten die Einwohner Chinas mehr Geld, könnten sie mehr konsumieren, auch Lebensmittel. So könnten wir weiterhin Produkte von China kaufen aber vielleicht vermehrt Lebensmittel dorthin exportieren etc... Momentan ist China eine One Way Show, sie wollen nur an uns verkaufen. Das ist der Sand im Gebriebe. Dabei könnten wir es gemeinsam besser haben.

Gast: arancia
07.02.2010 17:02
0 0

wollen wir menschliche Lebensverhältnisse haben

oder wollen wir weltweit mit dem Tauschkapital so restriktiv sein, dass ein Großteil der Bevölkerung der Erde am Tauschhandel nicht teilhaben kann?

Gast: arancia
07.02.2010 17:00
1 0

Man muss den Leuten mehr Geld geben

Da wir einen gemeinsamen Markt haben (global) ist es auch ein Drittland, in dem die Löhne angehoben werden wirtschaftsbelebend auf den restlichen Markt. Es ist an der Zeit, dass Länder, die eine überhitzende Konjunktur haben, diese durch Lohnpolitik in den Griff zu bekommen als durch Finanzpolitik.

Gast: arancia
07.02.2010 16:58
0 0

wenn bei uns der Konsum ausfällt, dann leidet China auch

Bei uns ist der Konsum noch durch Sozialsysteme gesichert, die sehr rasch weg brechen können. Dann hätten die Chinesen schlagartig Umsatzeinbrüche. Daher muss geschaut werden, wie am internationalen Markt, das Lohnnieveau gehalten werden kann, das geht nur damit, indem Wachstumsländer/märkte die Löhne anheben. Sonst kommt es zu einem automatischen Prozess, dass in Ländern mit hohem Lohnniveau, diese an die niedrigen Löhne in den anderen Ländern angepasst werden müssen. Das ist durch Automatisation und Konstensenkung nicht in den Griff zu bekommen, denn auch in den Ländern in Fernost wird ein Controlling etc. und Automatisierung durchgeführt.

Gast: arancia
07.02.2010 16:54
0 0

China kann die USD nicht auf einen Schlag auf den Markt werfen

China ist sehr stark Export orientiert. China braucht Wachstum. China hat eine überalternde Bevölkerung. Wenn China die USD auf den Markt wirft, dann wird die eigene Währung zu stark aufgewertet und viele Exporte vernichtet. Ich denke nicht dass China es so will. Vielmehr hält China die USA in der Klaue und lässt den USD nicht abwerten wegen seiner Exportpolitik. Bevor die Chinesen den USD auf den Markt bringen, sichern sie sich damit Afrika, geben das Geld Personen, die neue Konsumenten sind, die vorher nichts hatten. Also, ich denke, die Dinge werden teurer werden, vor allem die Rohstoffe, wobei die hohe Rohstoffpreise oft einen Rezession zur Folge haben. Wir sollten nach Afrika schauen und dort neue Kunden suchen, bzw. in Indien. Die Verschuldung, die unsere Politiker angefangen haben, werden sie wohl kaum beenden, denn das wäre unpopulär. Um China zu bewegen müsste die EU die USD auf den Makrt werfen und China bewegen die Löhne anzuheben. Denn nur ein Wachstumsmarkt kann die Löhne anheben, sonst kommen wir in eine Lohn-Dumping Spirale, auch Deflation. Ein gemeinsamer Markt bedeutet, die Löhne nivellieren sich, entweder nach unten, oder nach oben.

hw
07.02.2010 12:35
1 0

blase

die größte blase ist die ungleichverteilung des geldes, welches automatisch eintritt, wenn die zinsen hoch sind.

Antworten Gast: arancia
07.02.2010 17:09
0 0

muss man mit hohen Zinsen gegensteuern?

Also, in Ländern mit hohem Wachstum, kann man auch die Löhne/Gehälter anheben - oder? Wir haben kein Wachstum, wir brauchen auch keine Zinsen anheben. Wir befinden uns in einer Lohndumping abwärts Spirale.

hw
08.02.2010 12:19
0 0

Re: muss man mit hohen Zinsen gegensteuern?

vereinfacht gesagt ist es so.

Murray
07.02.2010 18:26
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Re: muss man mit hohen Zinsen gegensteuern?

Das Ergebnis wäre die altbekannte Stagflation: hohe Inflation, kein Wirtschaftswachstum, dafür hohe Arbeitslosigkeit - ein wohlbewährtes Katastrophenrezept.

hw
08.02.2010 12:23
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Re: Re: muss man mit hohen Zinsen gegensteuern?

die letzte "inflation", kam rein aus hohen energiepreisen. da mit hohen zinsen gegenzusteuern, dass ist ein katastrophenrezept. man sollte ursachen schon genauer betrachten.

es gibt in der zwischenzeit auch eine globale wirtschaft mit sehr unterschiedlichen konzepten und wachstumsraten, auch dass sollte man mitbedenken.

also einfach, ohne nachdenken, inflation mit hohen zinsen bekämpfen wird a bisserl wenig sein.

Druven
07.02.2010 11:23
1 0

anderes

machen nach der Finanzkrise? Natürlich weiter ihren Job, haben ja nie was anderes gelernt, oder sollen sie auf einmal am AMS Schlange stehen?
Das Schlimmste was uns passieren kann, ist, dass wir auf einmal wirklich wieder ein etwas bodenständigeres Leben führen müssen, also mit vielleicht nur mehr einem Auto pro Haushalt, nicht mehr ein Einfamilien-Haus für jeden, nicht jedes Jahr den Kleiderschrank nach der neuesten Mode neu einzurichten,...! Und womöglich wieder mit weniger gemütlichen sauberen Bürojobs im mittleren Management, dafür wieder etwas mehr Handwerker, die bei billigerer Arbeitszeit wieder längerhaltende Produkte herstellen und reparieren.
Und womöglich wieder ein bisschen mehr Solidarität untereinander, so wie das hunderte andere Kulturen auf der Welt auch zustande bringen.
Aber wie soll das denn gehen? Nun so oder so wirds kommen, der Staat hat keine Ressourcen um das Leben so wie es ist weiter zu subventionieren gegen den Willen des Restes der Welt - man kann mich jetzt einen bösen Spekulanten nennen, aber ich spekuliere darauf.

Druven
07.02.2010 11:09
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Gar nix

wird passieren. Wer wird denn kommen und uns die Häuser unter dem Hintern wegpfänden, wenn Österreich seine Schulden nicht mehr bedienen kann?
Den Wohlstandsverlust in Westeuropa und Amerika kann man durchaus als Marktbereinigung sehen - dass was unseren Arbeitnehmern weggenommen wird, wird den Hungerleidern in Ostasien gegeben - dass das nicht ins Weltbild des westlichen Konsumenten passt, wird denen relativ egal sein.
So ist das System und wir haben jahrzehntelang durch absolute Macht davon gut profitiert, Demokratie ist nämlich eine schöne Sache aber auch egoistisch - solange ein Faymann zwar von burgenländischen Arbeitslosen gewählt werden will, sind ihm ghanesische Billigstlöhner wurscht oder die Leute von sonstwo, die aus ihrer Subsidaritätswirtschaft heraus streben.
Die einzige Blase, die sich gebildet hat ist in unseren Köpfen, wenn ein jeder morgens düsteren Blickes auf der Bundesstraße im Stau steht, frustriert im Büro sitzt, danach in seine 40 Quadratmeter-Singlewohnung abdampft, dort sein McDonalds-Dinner zu sich nimmt, wobei gesorgt ist, dass es zwar keine Nährstoffe enthält, dafür aber alle wichtigen Bestandteile, um unsere kleinen Zivilisationskrankheiten zu pflegen, wie Übergewicht, Depressionen, Unbeweglichkeit, danach gehts ab vor den Fernseher, Sitcoms gucken..... wo einem schon vorgezeigt wird, an welchen Stellen man zu lachen hat.
Angesichts eines solchen Lebens wundert einen der Firlefanz auf den Finanzmärkten wirklich noch - was sollen die denn

Gast: gast
07.02.2010 08:59
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ist letztlich einfach ..

ich werde nur geld verborgen/investieren, wenn ich der meinung bin, dass es zurückgezahlt wird.
das gilt immer, ob für eine firma, person, oder staat ..

also wird ein land, das bei immer mehr leuten, die von sozialhilfe leben, bzw. nur mehr leistungen anbietet, die niemand mehr nachfragt, seine schulden zurückzahlen können ?

zahlt es sich aus, von jemand, der seine schulden ohnehin nicht zahlen wird , als Ausgleich halt um 2% mehr zinsen zu verlangen



Antworten Gast: arancia
07.02.2010 17:07
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Solange die Leute Einkommen haben

werden sie auch ihre Kredite bezahlen können. Also, das wichtigste ist den Leuten Einkommen zu geben.

Gast: gast
06.02.2010 23:09
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blasenkunde für dummys :-)

es gibt keine blase die platzt, sondern nur die neubewertung von vermögen, unternehmen und staaten ..
ein land, das zum beispiel produkte herstellt, die nachgefragt werden, wird natürlich kredit und kapital bekommen, und kann so wieder mehr prodzieren usw . usw.
stellt sich heraus, dass dieses land zu einem land von beamten, lehrern und pensionisten geworden ist, und die produkte viel billiger in china in indien produziert werden, dann kommt es eben zu einer neubewertung des landes, und es gibt eben keinen kredit mehr und kein kapital ..
man könnte sich jetzt hinsetzen und das platzen der blase verkünden, oder sich halt überlegen, was man in forschung hineinsteckt, und wie man die leute dazu bringt, wieder zu arbeiten und nachzudenken, anstatt stupide nur mehr weiter zu verwalten und zu raunzen ..

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