26.05.2012 14:28 | Meine Presse Merkliste 0

Experte: "Staatsanleihen sind die weltweit größte Blase"

17.03.2010 | 08:57 |   (DiePresse.com)

Experte Douglas Casey empfiehlt Anlegern, sich aus allen entwickelten Märkten fern zu halten. In Schwellenländern sei man besser aufgehoben. Mit seiner Warnung vor Staatsanleihen steht er nicht allein da.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

"Staatsanleihen sind jetzt die weltweit größte Blase", warnt Douglas Casey von Casey Research im heutigen "Handelsblatt". Er führt drei Gründe dafür an, warum die Zinsen und Renditen radikal nach oben gehen müssen: "Erstens muss die kommende Inflation kompensiert werden, zweitens das Pleiterisiko von Staaten. Drittens muss Konsum beschränkt und muss zum Sparen angereizt werden - das ist der einzige Weg aus der Misere". Casey empfiehlt Anlegern, sich aus allen entwickelten Märkten fern zu halten. In den Schwellenländern sei man besser aufgehoben. Schuldige an der Krise hat Casey auch ausgemacht: "Hinter allem steht eine dumme Politik von Zentralbanken."

"Anleihen so sicherer Hafen wie Pearl Harbor"

Erst vor einer Woche hatte US-Starinvestor Jim Rogers im "Presse"-Interview vor einer Blase bei US-Staatsanleihen gewarnt: "Es gibt eine Blase bei US-Staatsanleihen. Wenn die platzt, wird es lange schwierig werden, mit Anleihen Geld zu verdienen. Manager von Anleihenfonds sollten sich neue Jobs suchen". Kurz darauf wies Momahed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleihen-Investors Pimco, darauf hin, dass Politiker und Investoren die Folgen der sich verschlechternden Staatsfinanzen unterschätzen würden. "Die Bedeutung des Schocks für die öffentlichen Finanzen in entwickelten Volkswirtschaften wird noch nicht ausreichend wahrgenommen und verstanden", sagte er in einem Gastbeitrag der "Financial Times"

Damit mehren sich die warnenden Stimmen. Erst kürzlich hatte auch der Finanzhistoriker Niall Ferguson in einem "Financial Times"-Kommentar auf die Risiken hingewiesen: "Die Staatsschulden der USA sind als sicherer Hafen genauso geeignet wie Pearl Harbor im Jahr 1941". Und Nassim Nicholas Taleb, Autor des internationalen Bestsellers "The Black Swan", sagt der "International Business Times" zufolge ebenfalls einen Crash der US-Anleihen vorher. "Jeder einzelne Mensch, wirklich jeder, sollte US-Treasuries shorten" (also auf fallende Kurse von US-Staatsanleihen wetten, Anm.).

Warnung vor Panikmache

Die US-Bank Goldman Sachs hält nichts von derart pessimistischen Aussagen: "Die makroökonomische Sicht spricht für Staatsanleihen aus Deutschland und den USA", sagte Goldman-Zinsstratege Francesco Garzarelli laut "Handelsblatt" vor zwei Wochen. Er erwartet, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen in diesem und im nächsten Jahr auf ihrem historisch niedrigen Niveau lässt.

Und auch Patrick Artus, Chef-Ökonom der französischen Investmentbank Natixis, warnt dem "Handelsblatt" zufolge vor Panik: "Zu einem Anleihen-Crash kann es erst kommen, wenn die Wirtschaft wieder richtig in Gang ist und Inflation wieder zu einem Thema wird". In vielleicht drei Jahren könne das aber durchaus der Fall sein, so der Experte.

(Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

22 Kommentare
Gast: huibsi1
17.03.2010 16:18
0 0

Die Zahlen der Zukunft

Million - Milliarde
Billion - Billiarde
Trillion - Trilliarde
Eurunion - Euro-ADE

Gast: Ulbricht
17.03.2010 14:57
1 0

Aber die Sozialisten brauchen viel Spielgeld für ihre Klientel

Wenn ihnen das ausgeht, dann saufen die Sozialsysteme ab und dann sind sie weg vom Fenster.

eurowave
17.03.2010 13:17
2 1

langsam bereitet man

die Bevölkerung auf eine größere Geldentwertung und anschliessender Währungsreform vor. Was hier nicht gesagt wird, dass im Endefekt nicht Inflationsraten von 6% Jährlich, sondern eher von 6% Monatlich od. täglich (od. noch viel höher) wohl gemeint sein müssen!!!

Leute, kauft Gold und Silber. Die Gütermenge die man für Gold kaufen kann, ist seit Jahrtausenden Stabil. zB. konnte man mit 1 Unze Gold zur Zeit Julius Cäsers sich komplett fein einkleiden. Zur Jahrhundertwende 1900 konnte man ebenfalls mit 1 Unze Gold sich einen maßgeschneiderten Anzug kaufen und heute kann man für 1 Unze Gold (dzt. ca. 810,-- EUR) sich ebenfalls mit einem Markenanzug fein einkleiden. Was kann man mit den 35,-- USD bzw. 100 Goldmark von 1900 machen (1 Unze Gold war um 1900 35,-- USD bzw. 100,-- Goldmark wert)? Die Goldmark hat jedenfalls seit 1900 etliche Milliarden % Hyperinflationiert!!! Es gibt dzt. auf der Welt 17 mal mehr Geld als man dafür Güter kaufen kann!!!


Antworten Gast: 123
18.03.2010 16:39
0 0

Re: langsam bereitet man

Gold ist auch nur in Geld bewertet. Man kann also sagen das Geld das jemand dafür zu zahlen bereit ist macht es wertwoll. Nur wenn jemand bereit ist dir für Gold oder Geld (das ist egal) Güter zu geben so hat es einen Tauschwert. Andernfalls ist es nur ein Stück glänzendes Metall das man zwar als Rohstoff in der Elektronikbranche braucht aber für diesen Zweck überbewertet ist. Gold ist sozusagen ein Spekulationspbjekt wie alle anderen Rohstoffe auch. Beim derzeitigen Preis wäre es aber töricht Gold zu kaufen da es praktisch nur an Wert verliern kann.

Nur wenn es einen Nachfrageschub gibt würde dein Golddepot im Wert wachsen, aber dies wird ab einem bestimmten Preis unrealistisch.

Antworten heduda
17.03.2010 17:38
0 1

Re: langsam bereitet man

für dein gold würde ich dir in der zwischenzeit,die gilt es zu überleben,nichteinmal eine zwiebel geben.höchstens eine halbe.was will dein HUNGER dagegen tun?in der zwischenzeit hast du NICHTS.du bist der ge...;nach der zwischen zeit tausche ich dein gold in WERTE.also lass deine grossen töne.

Antworten Antworten eurowave
17.03.2010 18:16
1 0

Re: Re: langsam bereitet man

In was für Werte? In Anleihen od. Lebensversicherungen od. vielleicht in ein Pensionsfond?! Ach nein, wahrscheinlich in eine Immobilie!

1924 konnnte man für 10 Unzen Gold eine Villa kaufen und für 40 Unezn ein ganzes Bürogebäude!

Aber es stimmt, Gold ist nicht alles. Gold ist eher für nach der Krise (Sicherung der Ersparnisse). Während der Krise ist besser Sie haben genug Alkohol, Kaffee, Zigaretten. Aber Sie sind in Ihren falschen Vorstellungen von Werten ja nicht mal darauf gekommen. Ich habe mir nichts ausgedacht, ich habe nur nachgesehen was die Menschheitsgeschichte selbst erzählt.

Immer zuerst denken und dann reden.

Antworten Antworten enzo
17.03.2010 17:48
1 0

Re: Re: langsam bereitet man

Nichts wissen aber dusellig daherreden.
Die Leute die Gold hatten konnten gegen dieses nach dem Krieg bei den Bauern Lebensmittel eintauschen,aber zur der Zeit wenn überhaupt hat sie ihr Zeuger wohl noch im Sack spazierengetragen.

Gast: Adam Riese
17.03.2010 12:17
0 0

Schafft endlich das Geld ab

die meisten können nicht rechnen!


1 2

…würden die Zinsen steigen, könnten die verschuldeten Staaten reihenweise nicht einmal mehr die Zinsen bezahlen.


Monetary-Easing wird weitergefahren - die Notenbanken stellen auch den Banken Gratisgeld zur Verfügung und kaufen mit ihnen gemeinsam die Staatsschulden.

Die Spekulanten haben natürlich keine Freude, denn wohin mit den Geldbergen.

Antworten eurowave
17.03.2010 13:11
0 0

Re: …würden die Zinsen steigen, könnten die verschuldeten Staaten reihenweise nicht einmal mehr die Zinsen bezahlen.

Die Klugen Spekulatanten haben ihr Geld schon in Sicherheit gebracht (Gold, Silber, Platin, Rohstoffe, Landwirtschaftl. Flächen usw.)

Die 'Dummen' Spekulanten -> Z.B. solche die Lebensversicherungen haben, in Fonds (vor allem Immo Fonds) investiert haben und sonstigen papierenen Werte gesetzt haben, aber auch jene die nur ein Sparbuch haben, werden verlieren. Nun wer sind die Dummen? ja, dass ist das Volk, dass seine Ersparnisse in vermeintlich (Mündel)sichere Papiere investiert hat. Sobald es die mehrheit kappiert hat, ist es aus, dann schiessen vor allem die Rohstoffe (vor allem landwirtschaftliche Rohstoffe) und Edelmetalle in den Himmel. Dass heisst dann, dass nachdem wir eh schon unser Geld verloren haben, dürfen wir dann für unseren Unterhalt noch ein zigfaches vom ursprünglichen aufwenden.

So sieht es leider aus.

0 1

Nun, wenn die Zinsen steigen, dann sinken die...

...Kurse fixverzinslicher Anleihen, da ist jedem Banklehrling klar, und sollte auch jedem Bankkunden, der Anleihen kauft, klar sein.
Will mann dieses Risiko vermeiden, kauft man variabel verzinsliche Anleihen, und die SAche hat sich.
Nur, und das muß gesagt werden, fällt ja eine fix verzinste Anleihe nicht um 50%, wenn sich der Marktzinssatz von 3% auf 6% verdoppelt, denn es gäbe ja einen außerordentlich hohen Tilgungsgewinn. Daher sinken zwar die Kurse dieser Anleihen, aber nicht dramatisch; und wenn sie bis zum Laufzeitende gehalten werden, ist es wie bei einem Kapitalsparbuch mit mehreren Jahren Laufzeit, das man in einer Niedrigzinsphase abgeschlossen hat, wo man halt weniger Zinsen bekommt.
Einen Einbruch gibt es da ganz und gar nicht!!!
Aber die Herrschaften dürften wohl bonitätsmäßig eher schlecht gestellte Schwellenländeranleihen verkaufen wollen, und die Presse-Redaktion scheint ihren wirtschaftliche Hausverstand eben auch im Losvervahren zugeteilt erhalten zu haben, sonst hätte sie diesen Aussagen einen entsprechenden Kommentar entgegehalten müssen.

Gast: 123
17.03.2010 09:45
1 2

So einen Unsinn...

...zum Thema Finanzmarkt habe ich schon lange nicht mehr gehört. Staatsanleihen von SOLIDEN Staaten im Euroraum oder von Staaten aus dem CEE Raum die ihre Anleihen in Euro ausgeben sind immer noch eine sichere Anlage die eine vernünftige Renditen bringen. Wenn man auf einen 3 Jährigen Bond etwa 5% fix bekommt, so ist diese Rendite im Vergleich zu spekulativen Anlagen über die Menge gerechnet auch nicht schlechter, schont aber die Nerven. Und wenn der eigene Staat pleite ist, ist das Geld durch die zwangsläufige Entwertung sowieso futsch. Also ist das Risiko einer Staatspleite vertretbar. Ausländische Anleihen bergen immer das Wechselkursrisiko. Ein weiterer Vorteil von Staatsanleihen ist, dass man auf dem Sekundärmarkt oft unter dem Ausgabekurs einkaufen kann, was die (endfällige) Rendite nochmals erhöht. Zusammengeasst kann man sagen Staatsanleihen sind fast so sicher wie ein Sparbuch (das ja auch nur durch Staatsgarantien sicher wird) aber bringen mehr Rendite (zumindest über der Inflationsrate) und haben im Vergleich zu Edelmetallanagen (die keine fixen Renditen bringen oder sogar im Wert verlieren können), vernachlässigbare Depotgebühren.

Antworten Gast: mr.X
17.03.2010 10:51
2 2

Re: So einen Unsinn...

"so sicher wie ein sparbuch"

MUUAHHHAA!!!!

jede wette, sie arbeiten als anleihen bond verkäufer?

Antworten Antworten Gast: 123
18.03.2010 16:24
0 0

Re: Re: So einen Unsinn...

Entweder Sie haben keine Geld zum Anlegen oder Sie geben sich gerne mit 0,25 % Zinsen minus KeSt zufrieden? Das ist die derzeitige Rendite von durch Staatsgarantien gesicherten Sparbüchern. Was ist wenn das Bankinstitut pleite macht? Richtig, Papa Staat muss einspringen. Da kann man sich gleich Bonds vom Staat kaufen. Das ist die gleiche Risikostufe. Nein ich verkaufe keine Bonds sondern suche mir gerne solide Anlagen mit einer vernünftigen Rendite

Antworten Gast: TT1
17.03.2010 10:47
4 0

Re: So einen Unsinn...

Im Prinzip richtig. Sie vergessen jedoch eine Kleinigkeit: USA ist defacto pleite, sie werden in den nächsten Jahren nicht mal mehr die Zinsen ihrer Kredite bedienen können. Staatsanleihen aus der USA sind das nächste kommende Gift. Die Krise ist noch lange nicht zu Ende.

Antworten Antworten Gast: gast
17.03.2010 11:53
0 0

Re: Re: So einen Unsinn...

so ist es, die bezahlen ihre rechnungen im moment ausschließlich über die notenpresse ...

Antworten Antworten Antworten STFU
17.03.2010 20:13
0 0

Re: Re: Re: So einen Unsinn...

schön zusammengefasst

http://karlweiss.twoday.net/stories/6241280/

den Rest gibt es im Querschuss

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/

Antworten david1910
17.03.2010 10:38
0 1

Re: So einen Unsinn...

In dem Beitrag geht's ja nicht um einen drohenden AUSFALL der Anleihen, sondern um das Zins- und damit KURS-Risiko: wenn die Fed oder die EZB die Zinsen anhebt rasseln die Kurse von niedriger verzinsten Papieren, wie sie derzeit von USA und Euro-Staaten (oder generell in Euro) ausgegeben werden in den Keller.
Zahlen wird USA und Euroland immer, die Frage ist nur, ob diverse Unternehmen den Abschreibungsbedarf (merci beaucoup IFRS) verkraften, der dann notwendig würde...

Antworten Gast: muki
17.03.2010 09:54
1 1

Re: So einen Unsinn...


Bawag-Pensionistenberater?

"So sicher wie ein Sparbuch" .... ja, mein Gott, das waren die Lehman Schuldverschreibungen auch, nicht zu vergessen die Immofinanz Aktie, die Kommunalkredit Anleihen, ...


Antworten Antworten Gast: 123
18.03.2010 16:31
0 0

Re: Re: So einen Unsinn...

Das Sparbuch: 0,25% Zinsen minus KeSt bei einer Inflation von etwa 1%. Da muss man nicht zur Bawag gehen und ein Sparbuch zu eröffnen. Ja genau die Bawag die sich auch gerne durch die günstigste Refinanzierungsform für Banken finanziert. Dem Sparbuch.

Übrigens Staatsanleihen sind eben keine Unternehmensanleihen.Die Republick Österreich ist nicht Lehman.

Gast: trader
17.03.2010 09:24
6 0

interessant

... wenn goldmann aktiv für was ist .. dann ist das immer gefährlich :-):-) dann sind die burschen blattlvoll mit dem zeug, und wollen es gerade loswerden :-):-)

Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
17.03.2010 17:25
1 0

Re: interessant

Ich habe mir angewöhnt, immer genau das Gegenteil davon zu machen, was die großen "Finanzexperten" empfehlen........