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"Griechenland-Problem bei Golddeckung nicht möglich"

07.05.2010 | 11:59 |   (DiePresse.com)

Philip Barton, Präsident des Gold Standard-Instituts, geht davon aus, dass alle Euro-Länder unter ihrer Schuldenlast zusammenbrechen. Das Institut wird sich demnächst in Wien niederlassen.

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Griechenland ist nur der erste Dominostein, der Rest der Euroländer wird den Südosteuropäern in die Zahlungsunfähigkeit folgen. "Die Schulden, die die Regierungen angehäuft haben, können gar nicht zurückgezahlt werden. Es gibt da keinen Unterschied zwischen Griechenland und anderen Staaten", sagt Philip Barton, Präsident des Gold Standard-Instituts (TGSI), das im kommenden Sommer in Wien eröffnet wird.

"Die Summen, die sich Banken und Regierungen ausgeborgt haben, sind ohne jedes historische Vergleichsbeispiel. Am Schluss werden die Steuerzahler für das spekulative Verhalten ihrer Regierungen geradestehen müssen, aber das wird leider auch nicht ausreichen", prophezeite Barton, ein aus England stammender Australier. Unter einem auf Gold basierenden Geldsystem hätten weder so enorme Schulden angehäuft werden können, "noch gäbe es Zins- und Währungsderivate, die dazu verwendet werden können, Schulden zu verstecken." Und Spekulationen mit Anleihen gäbe es in einem solchen System auch keine, weil diese nicht rentabel wären.

Im kommenden August wird das Gold Standard Institut im ersten Wiener Gemeindebezirk seine Pforten öffnen, mit dem Ziel, Werbung und und Lobbying für eine goldbasierte Währung zu betreiben. Es wird aber einen zweiten Standort in Budapest geben, wo es auf einer Art "Campus" Seminare zum Thema Goldstandard geben wird. Der wissenschaftliche Kopf der Gruppe um das TGSI, der Ökonom und Mathematiker Antal Fekete, lebt in Budapest. Er steht in der Tradition der hierzulande vergessenen "Österreichischen Schule der Nationalökonomie".

(APA)

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45 Kommentare
 
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Iason
10.05.2010 14:29
0 0

Wir benötigen eigentlich keinen Goldstandard,

sondern eine SOLIDE Währung, die nicht beliebig gefälscht/gedruckt und über das fraktionale Bankensystem vermehrt werden kann.

Hätten wir eine solche Währung, würde der Kurs zum Gold sowieso konstant bleiben, wir hätten dann einen Quasi- Goldstandard.

Niemand müsste mehr als Versicherung Gold horten, weil die Währung genauso sicher die Kaufkraft erhalten würde. So lange, bis wieder unehrliche Politiker an die Macht kommen.
Dann beginnt das "Spiel", der Zyklus, von vorne.
Wir befinden uns derzeit leider in der heißen Endphase.

Iason
10.05.2010 13:36
0 0

Österreichischen Schule der Nationalökonomie

Siehe mises.org

Diese Gruppe hat all die Probleme, die jetzt langsam erkannt werden, bereits vor vielen Jahren theoretisch abgeleitet und publiziert.

Aber sogar heute noch werden die Theorien dieser Schule abgelehnt. Denn damit können Politiker nicht ihre Macht mit unbegrenzten neuen Schulden begründen. D.h. es ist klar, dass sich nur ein unehrliches System wie das jetzige durchsetzen konnte - weil eben auch Politiker nicht ehrlich sind, bzw. weil niemals ehrliche Politiker gewählt werden. Das Volk möchte sich doch auch gerne belügen. Leben auf großem Fuß, obwohl man sich das nicht leisten kann. Davon träumt wohl jeder.

Doch irgendwann kommt der Zahltag, der Tag der Abrechnung. Dieser Tag rückt immer näher, leider.

Gast: 123
10.05.2010 09:11
0 0

Bei Goldstandard ist aber auch kein Wirtschaftswachstum möglich

Es bleibt immer ein Tradeoff. Denn ohne Risiko keine Renditen und man dümpelt immer am selben niedrigen Wohlstandsniveau herum. Beim Goldstandard kann die Geldmenge bei steigender Produktion (etwa durch technischen Fortschritt) nicht ausgedehnt werden. Die Folge ist dass es keinen Anreiz gibt die technologische Produktivität zu erhöhen da niemand diese Produktivitätssteigerung verkonsumieren könnte. Bei einem Bevölkerungswachstum wäre der Effekt ähnlich. Die Bevölkrung verarmt durch jedes neue Mitglied noch mehr. Man denke an Solow's Modell. Der Außenhandel würde durch den Goldstandard auf ein Minimum beschränkt. Man kennt das niedrige Außenhandelsniveau aus den Tagen des Goldstandards. Für rohstoffarme Staaten wie auch Österreich einer ist, bedeutet dies das Ende des Wohlstandes. Denn vom Außenhandel profitieren beide Seiten, da komparative Vorteile entstehen (man denke an David Ricardos Außenhandeltheorie). Das genze ist mehr als die Summe seiner Teile. Das rieseige Wirtschftswachstum des letzten Jahrhunderts setzte erst ein als der Goldstandard abgeschafft wurde. Staatspleiten gab es jedoch auch in Zeiten des Goldstandards.

Antworten Iason
10.05.2010 13:44
1 0

Re: Bei Goldstandard ist aber auch kein Wirtschaftswachstum möglich

Die gesamte Industrialisierung der westlichen Welt erfolgte großteils unter einem Goldstandard. Dieser wurde immer wieder aufgeweicht, da die Herrscher wegen ihrer Kriege immer wieder unter Geldmangel leideten.

Ja, wahrscheinlich hätten wir die rasanten Entwicklungen (auf Pump!) der letzten Jahrzehnte so nicht erlebt. Aber wir hätten jetzt auch keinen gigantischen Schuldenturm errichten können. Die schnelle Entwicklung hat aber bekanntlich auch seine Schattenseiten. Man denke an Umweltzerstörungen, an permanenten Zeitmangel, an das Finanzchaos,... das dicke Ende dieser Zeit der Leichtigkeit kommt erst.

Gast: Gast
09.05.2010 20:19
0 0

Gold und Silber sind die einzige legale Währung!


Gast: arancia
09.05.2010 14:42
0 0

Währung an Gewicht der Sonne eichen

wäre doch mal was Neues und keiner könnte das Manipulieren. Wir werden in Zukunft mit Solaris bezahlen.

Gast: arancia
09.05.2010 14:33
0 0

Gewicht der Sonne

Warum bindet man Währungen nicht an das Gewicht der Sonne? Das verändert sich nie und niemand hat Einfluß darauf. Warum immer so etwas wie Gold? Von dem es zu wenig gibt um für alle Tauschhandel und Wohlstand zu ermöglichen.

Antworten Gast: KHG
10.05.2010 14:37
1 0

Re: Gewicht der Sonne

Gut, daß sie nicht Finanzminister sind.
Hätten sie sich vor dem Posten schlau gemacht, wüssten sie, daß die Sonne 4295000000 kg/s an Masse verliert.

Antworten Antworten Gast: arancia
13.05.2010 11:47
0 0

es geht um eine nicht manipulierbare Fixgröße

welche sie wählen ist doch egal. Vielleicht fällt Ihnen was besseres ein? Es geht doch nur um einen Fixpunkt denn man in Relation setzen kann. Neue Ideen sind gefragt: Goldstandard, dorthin sollen wir getrieben werden... - schon mal hinterfragt?

periskop
09.05.2010 10:22
0 0

Zahlungsunfähigkeit der EU: Ja. Goldstandard: Nein.

Bartons Ansicht, dass die Euroländer die Zahlungsunfähigkeit ansteuern, deckt sich mit meinem Kommentar zu ""EU bastelt an Mechanismus zur Rettung Europas". Ein Ausweg wäre, Griechenland sofort in den Staatsbankrott fallen zu lassen, das widerspricht zwar den EU-Verträgen, aber dass diese ignoriert werden können, wenn der EU-Rat es will, wird uns ja jetzt fast täglich vorgeführt.

Eine Rückkehr zum Goldstandard halte ich für ausgeschlossen, schon deshalb, weil der Goldpreis sofort in astronomische Höhen klettern würde, wenn die Staaten riesige Mengen kaufen müssten. Es stimmt zwar, dass eine gleichartige Krise, wie wir sie heute erleben, beim Goldstandard nicht möglich wäre, aber die heute nach der "Quantitätsgleichung des Geldes" nötige Geldmenge, die man für eine reibungslose Abwicklung der wirtschaftlichen Transaktionen braucht, könnte beim Goldstandard nicht bereitgestellt werden. Man wäre gezwungen, mehr Geld zu drucken, als der Goldstandard erlaubt, und damit wären wir wieder dort, wo wir heute schon sind!

Antworten Iason
10.05.2010 13:54
0 0

Re: Zahlungsunfähigkeit der EU: Ja. Goldstandard: Nein.

JA, der Goldpreis würde sofort den wahren Zustand der Papierwährungen anzeigen. Na und?

Vergessens die Quantitätsgleichung.
Gold wird außerdem auch inflationiert - mit ca. 1,5% p.a.. Das ist die Menge die jährlich gefördert wird.

Und wieviele Euros man für eine Unze Gold bezahlt, wäre noch immer eine politische Entscheidung, oder?

Entscheidend dabei ist: WER kontrolliert, den Tauschkurs zum Gold ???
Und daran scheitert schließlich auch irgendwann der Goldstandard.

Aber ein solcher könnte die reale Inflatonierung der Währungen vielleicht ganz gut aufzeigen, die Wirtschaft wieder etwas berechenbarer machen und die Finanzwirtschaft (Bankster) in die Schranken weisen.

Aber welcher Politiker möchte das?

Gast: TylerDurden
08.05.2010 18:28
1 0

lustig wie emotional die Diskussion rund um Gold immer geführt würd...

...ist wohl symptomatisch bei Artikeln über Gold...

Wenn man über jahrzehntehinweg die vermeintlichen Killerargumente:

-Gold zahlt keine Zinsen
-Gold ist wahnsinnig spekulativ und volatil
-Gold ist ein schlechtes Investment

... ist's klar dass man die Ideen des Goldstandards nicht versteht... Ein Blick in die Geschichte würde nicht schaden, oder wieso waren Phasen des Goldstandards (und damit meine ich NICHT die Zeit ab Bretton Woods) von wirtschaftlicher, sozialer und gesellschaftlicher Stabilität geprägt?

lesetipps:
www.golstandardinstitute.org
http://www.lips-institute.ch/
oder die Goldreports auf
http://research.erstegroup.com

Antworten Gast: arancia
09.05.2010 14:55
0 0

Man muss ja nicht zwingend Gold verwenden

Man kann ja auch an andere Fixgrößen binden wie z.B. das Gewicht der Sonne. Wir zahlen in Zukunft mit Solaris und keiner kann die Sonne manipulieren, kaufen, horten oder sonst etwas damit tun.

Antworten hw
08.05.2010 19:34
0 0

Re: lustig wie emotional die Diskussion rund um Gold immer geführt würd...

soweit ich mich erinnere war die jetzige periode seit dem 2WK die stabilste in europa.

Antworten Antworten Iason
10.05.2010 14:01
0 0

Re: Re: lustig wie emotional die Diskussion rund um Gold immer geführt würd...

War das jezt ironisch gemeint?

Sehen Sie sich die Entwicklung beim Börsenindex DOW seit 1971 (endgültige Bendigung des Goldstandards durch Nixon) an. Das war eine Hochschaubahn, die es vergleichbar noch niemals zuvor gegeben hatte.

Von Stabilität kann man also hier nicht mehr reden. Und seit 2000 geht es sowieso extrem wild zur Sache.

Ja, es hat bisher seit 1945 im Westen keine großen Kriege gegeben, aber die kommen wahrscheinlich erst nach dieser turbulenten Phase.

Gast: Wiener Schule
08.05.2010 13:46
0 0

Bitte das Wall Street Journal zu beachten

Am Tag nach dem grössten Kursrutsch an der Wall Street kann sich plötzlich auch das Wall Street Journal für den vor allem von Ludwig Mises angestrebten Gold Standard begeistern.
http://online.wsj.com/article/SB10001424052702303695604575181693906532202.html?
Eine weitere Quelle zu durchaus lebendigen Gedanken über den Gold Standard bietet auch der ungarische Mathematiker und Ökonom Antal Fekete.
http://www.professorfekete.com/

Antworten Gast: arancia
09.05.2010 14:52
0 0

warum wohl?

Weil Sie die Währungen absichtlich ins Nichts treiben und hohe Goldreserven haben, auch welche, die eigentlich nicht ihnen gehören. Die, die kaum Gold haben müssen einkaufen und voila steigt die Goldreserve der USA, der USD fällt und die Schulden sind wohl in USD. Wenn US-Banken in Konkurs gehen ist das gut für die USA. Weil vorher hatten die Bürger ein Minus und nach dem Konkurs einer Bank sind sie entschuldet bei 0. Die USA funktioniert nicht wie Europa. Unsere Politiker vernichten unser Vermögen.

Gast: Gast
07.05.2010 22:11
1 0

Der Goldstandard ist der größte Blödsinn

1. Es verteuert die Ressource Gold so stark, dass es für nichts anderes (also für die tägl. Produktion in der Industrie) mehr brauchbar wäre.
2. Mit der endlichen Ressource Gold wären auch plötzlich Währungen endlich, denn wenn eine Währung 1:1 gesichert ist wird plötzlich bei keinem Gold oder Goldrückgang auch die Notenpressen quasi zum Stillstand gebracht werden.

Antworten Iason
10.05.2010 14:10
0 0

Re: Der Goldstandard ist der größte Blödsinn

Wieso? Man könnte die Währung gegenüber dem Gold jedes Jahr ganz wenig (1% oder so) abwerten.
Das müsste nur von jemandem überwacht werden, der die weltweit größte Macht hat. Derzeit kommt da nur die USA mit ihrem Waffenarsenal in Frage.

Aber wahrscheinlich würde der Markt sowieso jede Abweichung von der Disziplin bestrafen, wenn nicht Politiker immer über Banken intervenieren (manipulieren) würden.

Antworten Gast: andrew
08.05.2010 16:01
0 0

Der Goldstandard ist keine blöde Idee

ad 1. Gibt nicht besonders viel, wofür man Gold in der produzierenden Industrie bräuchte. Gold ist - anders als Silber - ein eindeutig monetäres Metall.
ad 2. Tja, wäre wirklich schlimm, wenn Währungen plötzlich "endlich" wären. Da könnten unsere Regierungen/Notenbanken plötzlich nicht mehr jeden Blödsinn mit der "Notenpresse" finanzieren. Wie dumm auch.

Antworten hw
08.05.2010 01:07
0 0

Re: Der Goldstandard ist der größte Blödsinn

das paßt doch dem herrn vom TGSI, der auf einen hohen goldpreis spekuliert.

der tut ja gerade so, als ob griechenland der erste staat wäre, wenn er pleite ginge.
ich glaube österreich war 1811 bankrott, und dass mit silber und goldmünzen.

Antworten Antworten Iason
10.05.2010 14:11
0 0

Re: Re: Der Goldstandard ist der größte Blödsinn

Österreich gehört weltweit zu den Rekordhaltern an Staatspleiten - Österreich war bereits drei Mal pleite!

R@iner
07.05.2010 21:01
1 0

Und es gäbe keine Goldplomben,...

keine Computer und auch sonst keinen Gebrauchsgegenstand, in dem Gold enthalten wäre. Denn wenn große Währungen zu 100% in Gold gedeckt wären, wäre Gold so unerschwinglich teuer, dass es sich niemand mehr als Rohstoff leisten würde können.

Antworten Iason
10.05.2010 14:20
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Re: Und es gäbe keine Goldplomben,...

Der industrielle Nutzen von Gold ist sehr gering. Außerdem würden sich die Produkte weltweit verteuern. Also gäbe es keine Verzerrung am Markt. Am Konsumenten wird das aber relativ unbemerkt vorüber gehen.

Außerdem wird Gold nicht teuer sein, wenn wir wieder eine solide Währung haben! Im Gegenteil.

Zu Zeiten der Goldpreisfixierung bis 1971 kostete eine Unze 35 $. Heute ca. 1200 $!
D.h. OHNE Goldstandard wurde Gold massiv teurer.

Antworten hw
08.05.2010 01:11
1 0

Re: Und es gäbe keine Goldplomben,...

es ist komplett hirnrissig, einen edlen und wichtigen rohstoff wie gold im bunker für nix und wieder nix zu lagern.

und wer bestimmt dann wieviel gold ich für einen schilling bekomme? richtig, die börse. also kann ich mir das gold gleich sparen.

Gast: gast
07.05.2010 19:20
2 0

Goldstandard?!

Damit sind sie ungefähr 40 Jahre zu spät. Der GS hat sich endgültig mit Nixon verabschiedet. Wer ein solches Szenarion heraufbeschwört muss in aller Seriosität auch das Gespenst einer lang anhaltenden wirtschaftlichen Depression miteinbeziehen. Die Geldmengen sind so aufgebläht dass sie nur über eine langwierige massive Deflation wieder and den GS herangeführt werden könnten. Schlangen vor Suppenküchen, Arbeitslosigkeit be 30 pc über mehrere Jahre, und am Ende dieser monetären Diet wharscheinlich zerstrittene Völker und daraus resultierend WWIII, wären die Folgen. Heute haben wir nur einen Ausweg, und der heisst Inflation. GS bewirkt genau das Gegenteil.

 
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