22.05.2013 08:54 Merkliste 0

EZB-Mitglied: "Euro überlebt zweites Griechenland nicht"

28.05.2010 | 10:10 |   (DiePresse.com)

Das spanische EZB-Mitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo warnt vor den starken Schwankungen des Euro. Innerhalb der EZB stößt er damit auf Widerstand. Die Euro-Schwäche biete Chancen zur Ankurbelung der Wirtschaft.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Mehr zum Thema:

EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo warnte am Donnerstag, dass der Euro "einen zweiten Fall wie Griechenland nicht überleben würde", berichtet das "Handelsblatt". Die jüngsten starken Schwankungen des Euro seien daher nicht wünschenswert.

"Eine Währung sollte immer die Fundamentaldaten einer Volkswirtschaft widerspiegeln", fügte er hinzu. Innerhalb der EZB stößt Gonzalez-Paramo damit aber auf Widerspruch.

Euro-Abwertung als Konjunkturmotor

Anders sieht das der österreichische Nationalbankchef Ewald Nowotny. Trotz der Abwertung des Euro in den letzten Wochen befinde man sich im längerfristigen Vergleich durchaus im Normalbereich. "Vor nicht allzu langer Zeit gab es noch große Bedenken, dass die Aufwertung des Euro als Konjunkturbremse wirkt, daher ist das eindeutig eine positive Entwicklung", sagte das EZB-Mitglied.

Die jetzige Entwicklung sei aus Sicht der Industrie sicherlich nicht negativ. Gewisse Tendenzen einer Teuerung bestünden durch Importe, wenn es auf den Rohstoffmärkten (Erdöl) zu massiven Preiserhöhungen kommen würde. Sie seien aber nicht in einer Größenordnung, die das Stabilitätsziel gefährden würden.

Das französische EZB-Ratsmitglied Christian Noyer unterstützt laut "Handelsblatt" seinen Kollegen Nowotny. Das derzeitige Euro-Niveau sei nahe des langfristigen Durchschnitts der Währung, zudem beflügele es den Export.

Euro zeigt sich etwas fester

Der Euro hielt sich am Freitagmorgen über der Marke von 1,23 US-Dollar. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,2320 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Donnerstag noch auf 1,2255 Dollar festgesetzt.

Händler führten die etwas festere Verfassung des Euro auf die Rückendeckung Chinas für die Euro-Zone zurück. Entgegen anders lautenden Medienberichten will das Land an den europäischen Staatsanleihen festhalten. Zuvor hatte es in den Berichten geheißen, dass China wegen der hohen Staatsverschuldung einiger Länder der Eurozone eine Reduzierung der Bestände in Erwägung zöge. Auch deutlich erholte Aktienmärkte halfen dem Euro wieder auf die Beine.

(Ag./Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr zum Thema:

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

18 Kommentare
1 1

Ich warte auf die Parität zum Dollar,

dann tausche ich die Dollars wieder in Euros ein.

SO einfach ist das Leben eines Währungsspekulanten ;-)

Gast: Valery
28.05.2010 17:05
1 3

Durch blöde Aussagen geht der Euro noch ganz kaput!

Was alles für Unsinn in letzter Zeit über den Euro geredet wurde. Die mittelschlechten Daten wurden krass überbewertet und eine Massennhysterie setzte ein, die den Euro beschädigte. Dumme Worte allerlei Politiker und obskurer Ratingagenturen taten den Rest.

Bezüglich Budgetdefizit muss man sich nur die USA mit dem bakrotten Kalifornien ansehen: da sagt keiner was, aber wegen der 3% die das kleine Griechenland zum europäischen Sozialprodukt beisteuert werden alle panisch.
Verrückt!

Antworten Gast: ASVG-Sklave
30.05.2010 18:08
0 0

Die EU ist pleite

Woher nehmen Sie Ihren Optimismus und Ihre Zuversicht in diese defekte EU-Konstruktion?

7 Billionen Euro an Staatsschulden!! Kein einziges EU-Land bilanziert positiv. Selbst Deutschland ist mit 1,8 Billionen Euro hoch verschuldet.

Wer kann, rettet sein Cash in Schweizer Franken, Gold, Silber Immobilien und BRIC-Währungen.

Bausparverträge und langfristige Einlagen? Dass ich nicht lache. 5 Jahre für die Katz´ gespart und dafür auch noch KeSt abgeliefert.

Stützung des Euro durch China

Soweit ich informiert bin erhält China noch immer Entwicklungshilfe. Ein Entwickungsland springt der EU bei, um die Währung zu stützen.
Die "Stützung" des Euro ist ein Eigenschutz für die chinesische Wirtschaft, und wird sich für uns auf lange Sicht negativ auswirken.
1. Die Anleihen, die der chinesische Staat hält, werden wieder aufgewertet.
2. Die "Wettbewerbsfähigkeit" der chinesischen Wirtschaft wird dadurch wieder gestärkt.
Da die Märkte aber nicht mehr so stark wachsen wird eben der Verdrängungseffekt immer stärker. Das bedeutet für Europa ein weiteres Voranschreiten der Desindustrialisation. Dieser Effekt konnte in den letzten Jahrzehnten in den USA sehr schön beobachtet werden.
Investitionen in neue Fabriken werden nicht mehr getätigt, neue Technologien werden an den neuen Prdouktionsstandorten entwickelt.
Gut zu beobachten in der Auto und Stahlindustrie.
Bis in die frühen 70iger Jahre war die USA führend, dann abgelöst durch Europa, und nun folgt der nächste Schritt durch Asien. Was bleibt ist eine "Dienstleistungsgesellschaft", die sich nicht einmal mehr selbst ernähren kann.
Gruss Newy


Antworten Gast: markus trullus
29.05.2010 12:45
0 0

Re: Stützung des Euro durch China

ja, ja, schon was wares dran! Wer drinnen sitzt im Boot, kann diese Entwicklung sehr gut erkennen...

"Euro überlebt zweites Griechenland nicht"

Hoffentlich! Dieser Euro, eine Fehlkonstruktion, stranguliert die Wirtschaften der Euroländer. Je eher wir ihn in dieser Form los sind umso besser.

Gast: Egal
28.05.2010 13:52
3 3

Also so was habe ich noch NIE von einem

EZB-Direktoriumsmitglied (Jose Manuel Gonzalez-Paramo) gehört. Ich bin dafür, dass dieser Mann sofort abgelöst wird! Das wäre ungefähr so, wie ein CEO von einem börsenotierten Unternehmen sich hinstellen würde und sagt: Wir überleben die nächste wirtschaftliche Schwankung nicht! Grob FAHRLÄSSIG der Mensch!

Noch ein Zusatz: Ich habe die kurzfristigen Diskussionien über den EURO echt SATT! Der EURO wird auch noch in 100 Jahren unsere Währung sein und wir haben in EUROPA im Vergleich zu anderen Regionen sehr viel Erfahrung mit dem Umgang von strukturellen Veränderungen. Ja, es wird nicht alles so schnell gehen - na und - sage ich den Investoren! Wir werden aber langfristig sicherlich sehr gut darstehen, in EUROPA. Es werden immer Äpfel mit Birnen verglichen und das ist einfach nicht mehr zum Lesen oder Anhören!

Re: Also so was habe ich noch NIE von einem

>>>Der EURO wird auch noch in 100 Jahren unsere Währung sein

woher nehmen sie diese ansicht? wie man ja an den akteuren dieses absurden theaters erkennen kann werden alle selbstauferlegten regeln ueber bord geworfen. nur eine frage der zeit bis das kartenhaus zusammenfaellt. ich schaetze mal sie sind nicht einmal 25 jahre alt und koennen sich nicht mal sehr an den schilling erinnern. der und die DM waren noch halbwegs gute waehrungen.

1 0

Re: Also so was habe ich noch NIE von einem

Warum darf er das denn nicht sagen? Ich bin dankbar für so viel Ehrlichkeit, da der Euro nicht überleben wird, sind meine Einzahlungen in die Rentenkassen null und nichtig! Ich glaub ich mach diesen Montag mal blau und überhaupt die ganzen nächsten Monate, wer ist dabei?
Ach ja: Unsere derzeitige Machtelite ist ganz bestimmt das bestimmt Inkompetenteste was den Umgang mit strukturellen Veränderungen betrifft, da ist das Spekulieren auf den drohenden Untergang des europäischen Währungssystems durchaus legitim.

Re: Re: Also so was habe ich noch NIE von einem


das brainwashing der politker scheint ja bei ihnen zu funktionieren!

schuld an der misere sind die 'heuschrecken', kriminelle hedgefonds etc.

NICHT die politiker die die schuldenberge angehaeuft haben und die banken zu krediten an absolut kreditunwuerdige gezwungen haben.

An der griechenland pleite ist doch sicher der bush schuld, oder?!

Gast: smilefile
28.05.2010 11:33
3 0

...hm...



...es geht in die zentralistische Europa Unions Richtung,- und dazu ist es gut, Abhängigkeiten der einzelnen Nationalstaaten zu haben. Es wird dadurch leichter und einfacher...

Russland und DDR gingen mit ihren zentralistischen Regierungen den Bach runter,..und hier ziehen wir eine neue zentralistische Regierung auf....

Antworten Gast: bitte!
29.05.2010 10:36
0 0

Re: ...hm...

Was ist denn das für ein armseliges argumentatives Durcheinander???

1. Welche Art von Staatengemeindschaft oder Staatenbund oder sonstwas soll denn zB die DDR gewesen sein??

2. Die UdSSR, DDR, Yugoslawien etc. scheiterten an ihren PLANWIRTSCHAFTLICHEN Wirtschaftskonzepten und daran, dass sie Einparteiendiktaturen waren. Die EU baut auf MARKTWIRTSCHAFTLICHE Konzepte auf und setzt sich aus pluralistische Mehrparteienstaaten zusammen die sich FREIWILLIG zusammengeschlossen haben (nicht von der UdSSR nach Ende des 2. Weltkrieges okkupiert wurden) und wo jeder Staat jederzeit wieder austreten kann.

Antworten Gast: goodie
28.05.2010 11:51
1 0

Re: ...hm...

die UdSSR und DDR gingen zu Bruch, weil die Bevlökerung zwar politische unterdrückt, aber wirtschaftlich nicht ausgebeutet wurden.

Ich meine damit nicht nur die Ausbeutung von Lohnabhängigen im marx`schen Sinn, sondern auch die Selbstausbeutung von Unternehmern, die noch stärker ist als die von Unselbständigen.

DIe Bevölkerung hatte ein karges, aber relativ stressfreies Leben in sozialer Absicherung.
Das ist heute in der EU schon lange Geschichte - mit Teilzeitjobs, Scheinselbständigen, "freien" Mitarbeitern, etc. wird die Effizienz gesteigert....

Antworten Antworten Gast: MR
28.05.2010 14:37
0 0

Re: Re: ...hm...

Wohl was versäumt??? Im Verhältnis zum kargen (in Buna und Leuna sind dafür die Kinder ja so gesund gewesen), stressfreien (Schlangestehen ist ja im Winter kein Stress und so was von gesund) Leben geht es den EU-Bürgern (auch den Armen!) ja wesentlich besser, das fängt bei der Gesunheitsvorsorge an und hört bei der Sozialhilfe auf.

Gast: Quit
28.05.2010 10:54
1 2

Euro

Natürlich tut einer Währung die Schwäche eines Landes weh aber die Herrschaften sollen aufbauende Botschaften von sich geben und keinen Unsinn, der Euro wird die Schwäche überleben da in die Länder nicht sterben lassen können! Ich bin sicher er bekommt wieder seinen Glanz. Yes!

Antworten Gast: unbeteiligter
28.05.2010 11:32
2 0

Re: Euro

na wenn Sie sich da mal nicht kräftig irren

Antworten Antworten Gast: markus trullus
29.05.2010 12:52
1 0

Re: Re: Euro

der sich da kräftig irren wird, sind sie. Denn der Ersatz durch Pimperlwährungen Schillung und Co ist ein Knieschuß, die haben gegen internationale Spekulation nichts, rein gar nichts entegegnzusetzen. Und Spielball für Spekulanten sind sie allemal. Nebenbei: ein schwacher Euro hilft der Exportwirtschaft gigantisch; und man hört schon. dass die Erlöse aus Export massiv, ja raketenhaft steigen, weil es eine Verbilligung des €um 20%"!!!! gab. Da werden sich die Wallstreet Boys auch bald mal umsehen, wenn sie von der EU Exportlawine überrollt werden... Merke: alles hat zwei Seiten...

1 0

Re: Re: Re: Euro

Merke: aber dadurch werden auch Importe um 20% teurer! Was bedeutet in einer Industrie, die ihre Rohstoffe importiert, dass all das schnell wieder aufgefressen wird.
Von daher könnte obiger Poster gar nicht so unrecht haben, auch wenn ich seine Euphorie nicht so teilen kann.