Leerverkäufe: Sündenbock oder Wurzel allen Übels?

02.06.2010 | 16:20 |   (DiePresse.com)

Seit Mitte Mai sind bestimmte riskante Börsengeschäfte mit Aktien und Euro-Anleihen auch in Deutschland verboten. Für Kritiker sind Leerverkäufe "Massenvernichtungswaffen", Börsenprofis sehen sie als Sündenböcke.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will noch mehr Deals mit ungedeckten Leerverkäufen kippen. Der drastische Schritt hat ein geteiltes Echo ausgelöst. Was spricht dafür und was dagegen:

Mehr zum Thema:

Pro: Brandbeschleuniger in heißer Luft

Für Kritiker sind sie schlicht "Massenvernichtungswaffen" oder "Brandbeschleuniger". Grundsätzlich sei es ja okay, auf fallende Kurse zu wetten. Bei ungedeckten Leerverkäufen aber handelten Investoren mit Papieren, die sie sich noch nicht einmal geliehen haben. Das geht, weil eine Lieferpflicht für Aktien meist erst nach Tagen besteht. So könnten die Zocker ohne viel eigenes Geld Kurse in den Keller schicken.

Schäuble findet, das sei ein bisschen so wie beim Fußball-Wettskandal - wenn Akteure versuchten, den Ausgang des Matches zu manipulieren, müssten die Spielregeln eben verschärft werden. Solche Auswüchse hätten das Vertrauen in die Finanzmärkte erschüttert. Spekulanten hätten gegen Euro-Länder gewettet - und die Turbulenzen der Währung deshalb "noch einmal eine neue Dimension erreicht".

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn findet es gut, dass Investoren ausgebremst werden, die gezielt und ohne großen Kapitaleinsatz ihre Marktmacht nutzen, um Kurse nach unten zu drücken. "Wann immer Gewinne aus Marktmacht resultieren, sind sie ein Zeichen für Marktfehler. Ein Verbot ist ein Vorteil für die Volkswirtschaft."

Kontra: Sündenböcke für die Politik

Börsenprofis werfen der deutschen Regierung vor, die Bürger hinters Licht zu führen. Die Politiker wollten vom eigenen Versagen und der dramatischen Verschuldung einiger Euro-Länder ablenken. Die Schuld solle ominösen Spekulanten in die Schuhe geschoben werden.

Die Regierung selbst räumt ein, dass die Schieflage an den Märkten und der Kursrutsch des Euro nur möglich war, weil Griechenland, Spanien oder Portugal jahrelang auf Pump lebten und so für Spekulationen erst anfällig wurden.

Experten schütteln den Kopf, dass Schäuble in Europa allein vorgeprescht ist und auch nur einen kleinen Teil dieser riskanten Geschäfte verbietet.

Der Großteil von Spekulationsgeschäften mit Währungsprodukten finde gar nicht an den deutschen Börsen statt, sondern direkt zwischen Banken und Investoren. Die Finanzaufsicht BaFin könne das alles unmöglich prüfen.


Clevere Investoren würden jetzt einfach einen Bogen um deutsche Marktplätze machen und noch mehr Leerverkäufe in London, New York oder Schanghai einfädeln.


(Ag. )

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • EZB: "Kreditversicherer könnten Ratingmarkt erobern"

    Bild: (c) Reuters (Gonzalo Fuentes) Kreditversicherer sollten Ratingagenturen Konkurrenz machen, sagt Christian Noyer, EZB-Mitglied und französischer Notenbankchef. Die Firmen würden über das notwendige Wissen sowie Erfahrung verfügen.

  • Euro rutscht in Richtung "fairer Wechselkurs"

    Bild: (c) AP (MATTHIAS RIETSCHEL) Gerüchte um eine bevorstehende Rückstufung Frankreichs und Italiens ließen am Dienstag den Euro neuerlich abstürzen. Als größeres Problem wird allerdings die europäische Schuldenkrise gesehen.

  • Kommentar: Der Euro und die fahrlässige Krida

    Die Eurostaaten werden ihre Sanierungsprogramme noch einmal nachjustieren müssen. Wir nicht: Wir haben noch keines.

  • Banken-Probleme wegen Hellas-Bonds

    Bild: (c) REUTERS (JOHN KOLESIDIS) Die Vorstände könnten wegen der Griechenland-Hilfe vor Gericht gezerrt werden. Juristen zufolge müssen die Generaldirektoren damit rechnen, von ihren Aktionären geklagt zu werden.

  • Länderratings in Gefahr: Euro fällt auf 1,21 Dollar

    Bild: (c) AP (Michael Probst) Marktgerüchte über Rating-Abstufungen von Italien und Frankreich haben einen Kursrutsch ausgelöst. Eine Stabilisierung des Euro ist nicht in Sicht.

  • Leitl zum Euro: "Wir waren vorher zu teuer"

    Bild: (c) Reuters (Herwig Prammer) Österreich profitiere von einem schwachen Euro, sagt Wirtschaftskammer-Chef Leitl. Auslöser der Wirtschaftskrise seien "nicht ein paar gierige Finanzhaie". Schuld sei die "Unfähigkeit der Politik".

  • PIGS-Anleihen bringen Frankreich unter Druck

    Bild: (c) REUTERS (JACKY NAEGELEN) Haushaltsminister François Baroin schwört seine Landsleute angesichts der Schuldenexplosion auf ein heftiges Sparprogramm ein und will die Abhängigkeit des Landes von den internationalen Märkten verringern.

  • Griechenland könnte im Juli neue Anleihen begeben

    Bild: (c) REUTERS (John Kolesidis) Im Juli laufen einige kurzfristige Anleihen der Griechen aus. Das Land wird dann erstmals seit dem Hilfspaket versuchen, wieder Geld auf den Finanzmärkten aufzunehmen.

  • EZB-Chef Trichet in Wien: „Wir drucken kein Geld“

    Bild: (c) AP (Michael Probst) In der Europäischen Zentralbank machen sich Unstimmigkeiten über den Kauf von Anleihen verschuldeter Staaten breit. Trichet: Die EZB kaufe Anleihen nur auf dem freien Markt und nicht den nationalen Regierungen ab.

  • EZB-Chef: "Der Euro ist eine zuverlässige Währung"

    Bild: (c) REUTERS (Heinz-Peter Bader) Der Euro sei für europäische und nicht-europäische Investoren sehr wichtig, betont EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Den europäischen Stabilitätspakt will Trichet "entschieden verteidigen".

  • Frankreich: "AAA-Rating zu halten ist schwierig"

    Bild: (c) REUTERS (Jacky Naegelen) Der französische Budgetminister Francois Baroin bezeichnet die Beibehaltung der höchsten Rating-Stufe für sein Land als Herausforderung. Zuletzt wurde Spanien am Freitag auf AA+ herabgestuft.

  • Euroraum: In Spanien spitzt sich die Krise zu

    Madrid / Bild: (c) REUTERS (ANDREA COMAS) Regierung und Gewerkschaften vertagen die Gespräche über eine Arbeitsmarktreform. Investoren befürchten, dass sich die Lage in Europa verschlimmern und es einen zweiten Fall Griechenland geben könnte.

  • Spanien weniger kreditwürdig: "Das verschärft die Krise"

    Bild: (c) AP (Ferdinand Ostrop) "Das Timing könnte nicht schlechter sein", kritisiert der deutsche Ökonom Michael Burda die Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Fitch. Er fordert mehr Wettbewerb unter den Ratingagenturen.

  • "Täglich neue Verfallserscheinungen der EZB"

    Bild: (c) AP (Daniel Roland) Deutsche Bundesbanker kritisieren, dass französische Banken ihre Griechen-Anleihen an die EZB verkaufen und ihre Bilanzen von Schrottpapieren säubern. Von einem "französischen Komplott" ist die Rede.

  • Spanien behält sein Fitch-Rating für ein Jahr

    Bild: (c) REUTERS (ANDREA COMAS) Die Ratignagentur Fitch wird ihre Bewertung für Spanien für die nächsten zwölf Monate nicht verschlechtern. Denn das Schuldenniveau sei im internationalen Vergleich niedrig und das jüngst vergebene "AA+" flexibel.

  • Leitartikel: Wie viel EU braucht Europa?

    Die Eurokrise ruft wieder Herolde einer stärkeren EU-Vertiefung auf den Plan. Etwas mehr Realitätssinn wäre schön. Europa sollte aufhören, von einem Bundesstaat zu träumen, den keiner will.

  • Ratingagentur stuft Spanien herab - Euro fällt

    Bild: (c) AP (Arturo Rodriguez) Die Eurokrise geht weiter. Nach Griechenland gerät nun Spanien immer mehr unter Druck. Der Euro fiel nach der Herunterstufung. Auch die New Yorker Börse weitete ihre Verluste aus.

  • Frankreich vergleicht Euro-Rettung mit Nato-Bündnisfall

    Bild: (c) EPA (Ian Langsdon) Der Euro-Rettungsschirm sei "in den EU-Verträgen ausdrücklich verboten", sagt der französische Europaminister Pierre Lellouche. De facto seien die EU-Verträge damit verändert worden.

  • EZB: 'Euro überlebt zweites Griechenland nicht'

    Bild: (c) EPA (Marc Mueller) Das spanische EZB-Mitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo warnt vor den starken Schwankungen des Euro. Innerhalb der EZB stößt er damit auf Widerstand. Die Euro-Schwäche biete Chancen zur Ankurbelung der Wirtschaft.

  • Die „Griechen“ Amerikas

    Bild: (c) AP (Rich Pedroncelli) Die Mehrzahl der US-Bundesstaaten kämpft mit einem chronischen Defizit. Besonders betroffen sind Kalifornien und Texas. Nur zwei Bundesstaaten schreiben indes schwarze Zahlen: Montana und North Dakota.

  • Geithner erteilt Europa Rat

    KONJUNKTUR. Der US-Finanzminister lobt den milliardenschweren Rettungsschirm für krisengebeutelte Euroländer – und fordert den Abbau der stark erhöhten Defizite.

  • Ackermann: 'Große Anleger brauchen keine Talkshows'

    Bild: (c) EPA (Boris Roessler) Es gelte das richtige Maß an Regulierung zu finden, sagt Deutsche Bank-Chef Ackermann. Von einem Krieg zwischen Märkten und Staat zu sprechen, sei nicht zuträglich: "Märkte sind Signalsysteme".

  • Analyse: Eine tiefe Kluft trennt die Eurozone

    Sind die Forderungen nach einer Wirtschaftsregierung begründet?

  • China besorgt über Investitionen in Europa

    China Europa / Bild: (c) REUTERS (John Kolesidis) China hat etwa 630 Milliarden Dollar seiner Währungsreserven in Euro-Anleihen investiert. Nun hat das Land Bedenken über diese Investitionen geäußert, will sie aber nicht zurückfahren.

  • Der fatale Crash einer Kirchen-Sparkassa

    Bild: (c) REUTERS (MARCELO DEL POZO) In Spanien wird die kleine Sparkassa Cajasur notverstaatlicht, der IWF schickt eine ungewohnt scharfe Warnung an Madrid – und die Aktienkurse gehen weltweit auf Talfahrt.

  • Spanien führt Reichensteuer ein

    Bild: (c) REUTERS (Juan Medina) In den nächsten drei Jahren will Spanien seinen Haushalt um 65 Milliarden Euro entlasten. Dazu soll in den kommenden Wochen eine Steuer für Reiche mit mehr als einer Million Euro eingeführt werden.

  • IWF-Chef: "Keine Bedrohung für Euro"

    Bild: (c) AP (Nelson Antoine) Der Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, sieht trotz des sinkenden Euro-Kurses keine Bedrohung für die Währung. Es würde nach Griechenland keinen Domino-Effekt geben.

  • "Spanisches Harakiri" schockt Europas Börsen

    Bild: (c) AP (Ferdinand Ostrop) Die Verstaatlichtung der Sparkasse Cajasur am Wochenende offenbart die größte Schwachstelle im spanischen Bankensystem: Die Sparkassen. Zudem verunsichert das schlechte IWF-Zeugnis für Spanien.

  • Eurokrise: Angst vor globalem Flächenbrand

    Bild: (c) AP (ROB GRIFFITH) Auch in den USA wächst die Skepsis über das milliardenschwere Rettungspaket. Finanzminister Geithners Optimismus schwindet offenbar. Republikanische Abgeordnete wollen den Einsatz von US-Steuergeldern verhindern.

  • Grasser: 'Griechische Staatspleite einziger Weg'

    Bild: (c) APA (Robert Jaeger) Das "Glutnest Griechenland" sei so lange diskutiert worden, bis das ganze Haus gebrannt habe, sagt Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Athen hätte einen Euro-Austritt mit Schuldennachlass aushandeln sollen.

  • Van Rompuy will europäische Anleihe

    Bild: (c) REUTERS (Francois Lenoir) Der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy wirbt für die Idee einer gemeinsamen Euro-Anleihe. Die Reaktionen auf seinen Vorschlag sind aber "nicht enthusiastisch".

  • Barroso: Der Euro ist nicht das Problem

    Bild: (c) EPA (ETTORE FERRARI) Die Überschuldung der Mitgliedstaaten sei schuld an der Krise, so der EU-Kommissionspräsident. Die Länder halten sich nicht an die Verträge. Um das durchzusetzen, will er mehr Macht für die Kommission.

  • Das Leben mit dem weichen Euro

    Bild: Montage DiePresse.com/Bilderbox.com Schon seit der Einführung sind die Experten mit dem Kurs eigentlich nie zufrieden. „Die Presse“ verrät, wie man sein Vermögen vor der drohenden Inflation schützt.

  • IWF: Defizite nicht zu schnell abbauen

    Bild: (c) Reuters (Tobias Schwarz) IWF-Chef Strauss-Kahn warnt Deutschland und Frankreich davor, das Wirtschaftswachstum durch zu raschen Schuldenabbau abzuwürgen.

  • Meinung: Abgestumpft im Alltagssumpf

    Das große Krisengetöse übertönt das leise Knirschen im Gebälk der Institutionen und Strukturen der Republik.

  • Hyperinflation: Wenn ein Ei 100 Mio. kostet

    Bild: (c) APN (Thomas Kienzle) Die Sorge bezüglich einer Hyperinflation steigt. Helfen würde sie aber nicht nur dem Staat, sondern auch dem privaten Schuldner – so er die Kreditraten noch bedienen kann. Der Verlierer ist der Sparer.

  • Sachwerte schlagen „Papier“-Vermögen

    Wer sich gegen hohe Teuerung schützen will, hat dazu noch ein bisschen Zeit. Es schadet aber nicht, sich schon jetzt Gedanken zu machen, wie man sein Erspartes im Fall des Falles ins Trockene bringt.

  • Fed: Europäische Schuldenkrise bedroht US-Wirtschaft

    Bild: (c) EPA (Shawn Thew) "Sollten sich die Probleme in Europa ausweiten, dürften US-Banken größere Verluste erleiden", warnt Fed-Gouverneur Daniel Tarullo. Er sieht auch den globalen Aufschwung gefährdet.

  • „Griechenland wegen Raubüberfall geschlossen“

    Ein erneuter Generalstreik legte am Donnerstag Griechenland lahm. Tausende Demonstranten zogen vor das Parlament in Athen und warfen den Abgeordneten den „Raub“ der Pensionszulagen vor.

  • EU-'Task Force' sucht Lösung für Schuldenkrise

    Bild: (c) AP (Yves Logghe) Am Freitag legt der deutsche Finanzminister sein Maßnahmen-Paket einer ranghohen Expertengruppe vor. Geplant sind scharfe Sanktionen gegen Defizitsünder.

  • Ökonom: "Der Euro ist noch immer überbewertet"

    Bild: (c) AP (Matthias Schrader) Der deutsche Wirtschaftsforscher Sinn übt scharfe Kritik am Euro-Rettungspaket. Statt desolate Staaten zu retten, sollte man sie in die Insolvenz gehen lassen.

  • Griechen rüsten trotz Pleite-Gefahr auf

    Bild: (c) EPA (Horst Pfeiffer) Griechenland wäre fast in die Staatspleite geschlittert. Nun werden Pensionen und Gehälter gekürzt. Am Aufrüstungsprogramm ändert sich nichts. Neben U-Booten und Panzern wird auch der Kauf von Kampfflugzeugen erwogen.

  • Kritik an Verbot: 'Leerverkauf gutes Instrument'

    Bild: (c) AP (Michael Sohn) Der deutsche Finanzminister Schäuble verteidigt das deutsche Verbot ungedeckter Leerverkäufe. Kritiker widersprechen: "Spekulation macht Probleme sichtbar, sie ist nicht die Ursache".

  • "Kurs unter Parität Vorbote eines Euro-Kollaps"

    Bild: (c) EPA (Daniel Dal Zennaro) Ein Kurs unter der Euro-Dollar-Parität wäre ein "Vorbote, dass der Euro-Raum zusammenbricht", sagt UniCredit-Experte Michael Rottmann. Er rechnet mit einer Stabilisierung des Euro zwischen 1,10 und 1,20 Dollar.

  • 'Griechen lösen Schuldenproblem schneller als Deutsche'

    Bild: (c) EPA (Orestis Panagiotou) Griechenland werde seine Schuldenlast bis 2013 auf 60 Prozent des Bruttoinlandprodukts senken - Deutschland erst 2028, sagt das Schweizer IMD. Japan ist laut der Studie erst 2084 so weit.

  • Griechen-Hilfe: 'Es ging um Rettung der Banken'

    Bild: (c) AP (Michael Probst) Beim Rettungsschirm ging es darum, "Banken vor Abschreibungen zu bewahren", sagt der deutsche Ex-Bundesbank-Chef Pöhl. Die Banken hätten an den Kosten der Rettung beteiligt werden sollen, so Pöhl.

  • Beschwichtigung: "Der Euro ist sicher"

  • Experte: "Deutsche Staatskrise vorprogrammiert"

    Bild: (c) AP (Matthias Schrader) Der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn wirft Kanzlerin Merkel vor, zu wenig für die Interessen Deutschlands getan zu haben. "Wir stürzen uns in ein unkalkulierbares Abenteuer", beurteilt er den Euro-Rettungsschirm.

  • Eurokrise: Jetzt müssen die Schulden weg

    Bild: (c) BilderBox (Erwin Wodicka) Mit einem Riesenrettungspaket konnte die EU vorerst die Finanzmärkte beruhigen. Die Euroländer sind mit sieben Billionen Euro verschuldet. Es gibt drei Optionen, das zu ändern.

  • Ökonomen: "Euro ist nicht so leicht zu knacken"

    Bild: (c) APA (Robert Jaeger) Das Euro-Stabilisierungspaket sei ein wichtiges Signal an die Finanzmärkte, sagen IHS-Chef Felderer und Wifo-Chef Aiginger. Sie glauben nicht, dass die Haftungen von bis zu 13 Mrd. Euro für Österreich schlagend werden.

  • Tabubruch: EZB kauft Staatsanleihen

    Bild: (c) DiePresse.com  (Sara Gross) Die 16 Notenbanken der Euro-Zone kaufen zum ersten Mal seit Einführung des Euro Staatsanleihen von Euro-Ländern. Am Montag wurden erste derartige Geschäfte abgewickelt. Der Schritt ist heftig umstritten.

  • EU und IWF schnüren 750-Mrd.-Euro-Paket

    Bild: (c) AP (Michael Probst) Österreich übernimmt bis zu 13 Mrd. Euro Haftungen für einen Fonds, der ein Übergreifen der griechischen Krise auf Portugal und Spanien verhindern soll. Die EZB erklärt, erstmals auch Staatsanleihen zu kaufen.

  • Was man um 750 Mrd. Euro kaufen könnte

  • Staatsbankrott: Wenn Länder pleite gehen

    Bild: (c) EPA (Str) Die drohende Zahlungsunfähigkeit großer Nationen gefährdet auch die kleinen. Aber was bedeutet es für Bürger, Gläubiger und Staat, wenn ein ganzes Land in Konkurs geht? Hier eine Übersicht.

  • ##TITLE_SHORT##

    ##IMAGE_ALT_TEXT## ##LINK_ICON####LEAD_LONG##

  • Mehr
12 Kommentare
georg w. mueller
03.06.2010 14:01
0

Re: ".. die gezielt und ohne großen Kapitaleinsatz ihre Marktmacht nutzen, um Kurse nach unten zu drücken."


All diese dummen Ausführungen (Argumente sind es nicht) verkennen immer und immer wieder die zweite und zwingend nötige Seite eines Handels.

Ohne Käufer keine Verkäufer, ohne eine gegenteile Einschätzung bzw. gegenläufige Präferenz wird kein einziger Cent bewegt. Leerverkäufer bedienen damit schlichweg diejenigen, die andernfalls nicht kaufen könnten.

Ergänzend: Seit JAHRHUNDERTEN werden Produkte ~nackt~ verkauft, indem man heute Lieferverträge eingeht, die morgen erfüllt werden, wie etwa die Ernte vom Feld, das noch nichtmal beackert wurde. Nun so zu tun, als wäre naked shotselling (a) neu und (b) ein Spezifikum der Finanzwirtschaft, ist schlichtweg falsch und dumm.

Antworten Dr. Dieter Zakel MA
03.06.2010 19:24
0

Re: Re:

Sehr geehrter Herr Müller!

Dumme Ausführungen sind für dumme Menschen. Und Politiker müssen sich daher dumm stellen (manche sind es auch) um gewählt zu werden. Sie kennen ja dies Logik…
Aber um ihrer Logik zu folgen: Ohne Dummen keine Gescheiten.

greentwig
03.06.2010 11:55
0

Leerverkaufen ist viel schwieriger als gemeinhin gedacht.

Ich würde wirklich gerne irgendeinen Beweis oder eine Untersuchung sehen, welche diese besagten negativen Auswirkungen von ungedeckten Leerverkäufen bestätigt.

Fakt ist, dass mit ungedeckten Leerverkäufen die Kurse auch wieder ordentlich nach oben gedrückt werden, sobald ein Trader das Gefühl hat, er müsse sich langsam eindecken, es aber keine Verkäufer am Markt mehr gibt.


Antworten Dr. Dieter Zakel MA
03.06.2010 19:25
0

Re: Leerverkaufen ist viel schwieriger als gemeinhin gedacht.

So eine Untersuchung kann es ja gar nicht geben. Aber einfache und dumme "Argumente" ziehen halt bei unseren PISA-Spezialisten…

Antworten Antworten greentwig
04.06.2010 14:09
1

Re: Re: Leerverkaufen ist viel schwieriger als gemeinhin gedacht.

wieso soll es eine solche Studie nicht geben können? Ein Markt lässt sich sicher per Computer simulieren. Ich glaube sogar, schon von solchen Studien gehört zu haben, kann sie jetzt nur nicht nennen.

"Dumm" wird ein wissenschaftlicher Ansatz gemeinhin genannt, wenn er der eigenen Ideologie und Voreingenommenheit der typisch österreichischen Berufsjammerer widerspricht.

Antworten Antworten Antworten Dr. Dieter Zakel MA
04.06.2010 14:43
0

Re: Re: Re: Leerverkaufen ist viel schwieriger als gemeinhin gedacht.

Wie wollen sie denn (rein prinzipiell) untersuchen, dass eine Intervention Auswirkungen hat wenn es diese Auswirkungen ohne die Intervention gar nicht gibt?

Gast: exe
03.06.2010 01:58
2

Sie sollens nur verbieten, hilft zwar nichts, ist aber eh wurscht

Leerverkäufe von Investmentbanken hat man während der subprime Krise verboten.
Der (nicht) Erfolg war: Bankaktien stürzten noch schneller ab.
Eine Citigroup z.B:von 50 auf 20 und dann mit Leerverkaufsverbot senkrecht bis auf 1 Dollar.

Das Volk ist wütend und will jemand hängen sehen. Die Politik serviert ihnen einen Schuldigen und alle sind glücklich und zufrieden.

Durch das Verbot sinkt zwar die Liquidität und die Volatilität steigt, aber der Schaden ist dann auch wieder nicht so groß, dass man sich aufregen müßte. Machen halt andere das Geschäft.

Antworten Iason
03.06.2010 11:02
0

Re: Sie sollens nur verbieten, hilft zwar nichts, ist aber eh wurscht

Gegen Leerverkäufe ist nichts einzuwenden. Sie sind der Gegenspieler zu Käufen.

Aber die *ungedeckten* Leerverkäufe sind hoch spekulative Instrumente, die auch Gefahren des Missbrauches beinhalten.
Diese könnten wirklich abgeschafft werden.

Antworten Antworten georg w. mueller
03.06.2010 15:36
0

Re: Re: Sie sollens nur verbieten, hilft zwar nichts, ist aber eh wurscht


Gefahren des Missbrauchs?! Erstens ist niemand an der Börse, der sich erzwungen einem Missbrauchsrisiko aussetzen müsste und zweitens ist das gegenteilige Risiko, ein Papier viel zu teuer zu kaufen, bloss weil Geldmengenausweitung eine Blase bedingte oder das saisonale Window-Dressing die Kurse in absurde Höhen trieb ebenso präsent.

Nakes shotselling ist eine wichtige Korrekturmöglichkeit in überhitzten Märkten, es nimmt den Druck aus dem Topf, bevor es noch größere Verwerfungen gibt. Insbesondere werden daher durch ein Verbot Krisen sogar noch verstärkt, weil überbewertete Assets in den Bilanzen später korrigiert werden.

Nicht nur also, dass das Verbot nichts von dem bewirkt was intendiert ist (die Preise sinken auch so extrem rasch) - es ruft eben jene Art von Entwicklungen sogar vermehrt hervor, woran wir aktuell noch leiden -> Überbewertungen und Fehlanreize, in überteuerte Märkte noch einzusteigen!

Antworten Antworten Antworten Iason
04.06.2010 15:00
0

Re: Re: Re: Sie sollens nur verbieten, hilft zwar nichts, ist aber eh wurscht

Überbwertungen werden an den Börsen in der Regel durch normalen Kauf/Verkauf korrigiert, indem es einfach irgendwann zu wenige Käufer gibt.
Zusätzlich kann man Aktien ausleihen und leer verkaufen. Das genügt nicht, um die Kurse zu korrigieren?
Bei Bankaktien wurde sogar das in EU verboten. Das ist wirklich ein Skandal!

NAKED (ungedeckte!) Shorts werden bei Micro-Caps oft verwendet, um die Aktien in einer normalen laufenden Korrekturphase extrem nach unten zu prügeln und dann dieses Unternehmen billigst zu übernehmen. Man muss also gar keinen Aktienbesitzer suchen/finden, der einem Aktien leiht. Man kann einfach so fiktiv verkaufen.
Das ist z.B. in USA illegal, wird aber nicht wirklich streng geahndet.


Entropix
02.06.2010 18:39
0

Leerverkäufe sind

weder Sündenbock, noch Wurzel. Naked shorts treiben eine latente Krise auf die Spitze, sie "verursachen" sie nicht. Von Nutzen sind sie nur für die "shorters" und sonst niemanden, insoweit ist ein Verbot gerechtfertigt. Dass Politiker alles und jedes als Ausrede nutzen, ist ein Faktum, das keinen Beweises bedarf.

Gast: Gast2
02.06.2010 17:58
0

"Die Politiker wollten vom eigenen Versagen und der dramatischen Verschuldung einiger Euro-Länder ablenken."

Das ist wahr, aber kein Argument.

Dass diese Geschäfte nur einen kleinen Teil ausmachen ist auch kein Argument.

Dass es sonst wo anders passiert mag sein, aber das macht die ungedeckten Leerverkäufe auch nicht besser.

Und dass jemand schwach ist (Defizite) heißt das noch lange nicht, dass sich andere dann alles erlauben können. Ein Einbrecher wird auch bestraft - egal ob die Wohnung ein Sicherheitsschloss hatte oder nicht.

Alle "Kontra" "Argumente" sind vollkommen schwachsinnig und rein Ablenkung - kein einziges Argument warum ungedeckte Leerverkäufe wichtig und gut für die Bevölkerung sind.

AnmeldenAnmelden