"Eine noch länger ausgedehnte Phase rekord-tiefer Zinsen wäre ökonomischer Selbstmord und würde letztlich in einer Hyperinflation enden", sagt Matthew J. Zeman von der LaSalle Futures Group auf der Rohstoffkonferenz in Chicago, wie das "Handelsblatt" berichtet. Er warnt daher vor einer Fortsetzung einer Politik des billigen Geldes, die in den USA und Großbritannien geplant ist, wie "Welt" berichtet.
Notenbank-Dilemma: Politik des billigen Geldes
Laut "Welt" wollen die Notenbanken der beiden angelsächsischen Länder die Wirtschaft erneut mit frisch geschaffenen Geld dopen, um einen neuen Konjunktureinbruch zu verhindern. Entsprechende Signale hatten die Fed und die Bank of England zur Wochenmitte ausgesendet.
Sollte es den Zentralbanken weltweit nicht gelingen, eine überzeugende Exit-Strategie aus der Politik des billigen Geldes zu finden, werde es einen starken Ausschlag des Goldpreises nach oben geben, ist Zeman dem "Handelsblatt" zufolge überzeugt. Er rechnet daher mit einem durchschnittlichen Goldpreis von 1350 Dollar je Feinunze für das kommende Jahr.
Zweifel an Glaubwürdigkeit der Papierwährungen
Generell sieht er die Integrität der Papierwährungen in Frage gestellt. "Die Anleger haben Zweifel an der Stabilität von Papiergeld und von Wertpapieren", sagt Zeman. Vielmehr würden immer mehr Anleger Ausschau nach "wahren Vermögenswerten" halten. Er meint damit Gold, Silber, Platin und Palladium.
Erst vor zwei Monaten hatte der renommierte Finanzhistoriker Niall Ferguson an der Glaubwürdigkeit von Papierwährungen gezweifelt. "Ich befürchte, dass wir uns mit einer Welt abfinden müssen, in der Papierwährungen allgemein ihre Glaubwürdigkeit verlieren und wir wieder mehr auf Rohstoffe als Währungsstandards zurückgreifen müssen", sagte er damals.
(Red.)

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