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„Erwarten spürbare Euro-Abwertung“

30.12.2010 | 18:21 |  von Christian Höller (Die Presse)

Raiffeisen erwartet, dass Portugal schon bald Hilfen der Europäische Union und des Internationale Währungsfonds in Anspruch nehmen wird. Auch in Griechenland dürfte sich die Situation weiterhin verschärfen.

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Wien. Was die südeuropäischen Schuldnerländer betrifft, malt Raiffeisen-Chefanalyst Peter Brezinschek ein düsteres Bild. Er geht davon aus, dass die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds noch im ersten Quartal 2011 Portugal unter die Arme greifen werden. Nicht auszuschließen sei, dass auch Spanien Hilfe benötigen wird. Hinsichtlich Griechenlands ist Raiffeisen wenig optimistisch. Zwar mache das Land beachtliche Fortschritte bei der Budgetkonsolidierung, trotzdem werde die Staatsverschuldung bis 2013 auf fast 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ansteigen, was eine Geldaufnahme über die Finanzmärkte weiterhin unmöglich machen dürfte.

„Entweder wird die Finanzierung über EU und IWF dann verlängert und das Problem damit weiter aufgeschoben oder Griechenland muss seine Staatsschulden bis spätestens im Frühjahr 2012 umstrukturieren“, warnt Brezinschek. Wegen dieser Schuldenängste erwartet Raiffeisen für 2011 eine „spürbare Abwertung“ des Euro gegenüber dem US-Dollar.

Auch der Schweizer Franken dürfte im Vergleich zum Euro fest bleiben. Brezinschek rät daher Inhabern von Frankenkrediten, eine vorübergehende Franken-Korrektur zur Konvertierung in einen Eurokredit zu nutzen. Das sind die weiteren Trends für das kommende Jahr:


Keine Zinserhöhungen
• Zinsen: Die Europäische Zentralbank dürfte aus Raiffeisen-Sicht keine Änderungen ihrer Zinspolitik vornehmen und den Leitzins bei 1,0 Prozent belassen. Erst 2012 könnte es mit den Zinsen „deutlich nach oben gehen“, meint der Raiffeisen-Chefanalyst.
• Euroanleihen: Empfohlen wird, Euroanleihen zu reduzieren. „Die Schuldenkrise hält die Politik in Europa weiter auf Trab und unterzieht die Währungsunion einem entscheidenden Belastungstest“, heißt es bei Raiffeisen. Unzureichende Budgetkürzungen werden von Anlegern nicht mehr akzeptiert. „Die Angst, künftig an den Sanierungen mitwirken zu müssen, drückt auf die Anleihenkurse“, so Brezinschek.• Aktienmärkte: Wegen der anhaltenden Konjunkturerholung in vielen Ländern erwartet Raiffeisen im ersten Halbjahr 2011 auf den Aktienmärkten zweistellige Kursgewinne.


Starke Kursgewinne bei US-Aktien
Raiffeisen empfiehlt, vor allem US-Aktien zu kaufen.

Unternehmen des Börsenindex Standard & Poor 500, der die führenden US-Konzerne umfasst, sollen 2010 um 41 Prozent mehr verdient haben als im Jahr zuvor. Für 2011 sei zwar nur mehr ein Gewinnwachstum von 13 Prozent zu erwarten, aber auch dieses Plus liege noch immer über dem langjährigen Durchschnitt.

An der Wiener Börse dürfte der ATX bis Dezember 2011 auf 3300 Punkte steigen. Der DAX in Frankfurt sollte um 17 Prozent auf 8200 Punkte klettern. Zu Vorsicht geraten wird dagegen bei China, Indien und Brasilien. Gekauft werden sollten vor allem Aktien aus Branchen, die vom Konjunkturaufschwung profitieren, wie Grundstoffe, Konsum, Technologie, Gesundheit und Industrie.

Weniger interessant sind dagegen Aktien aus den Bereichen Telekom, Energie und Versorger.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.12.2010)

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8 Kommentare

bürger europas

legt euer geld unter die matratze, nur dort ist es sicher

Gast: fazit
01.01.2011 11:33
1 0

Genialer Schachzug

Das Geld welches der Bürger nicht bereit ist auszugeben wird ihm indirekt durch Erhöhung bzw. Neuschaffung von Steuern durch den Staat zur Qerfinanzierung der Banken aus der Tasche gezogen

Gast: Dr. Gold
31.12.2010 14:11
5 0

Ah die erfolgreichen Giebelkreuzritter!

Passt nur auf dass Euch nicht der Osten um die Ohren fliegt!

Also wer diesen linearen Weiterführungen solcher 'Experten' noch Glauben schenkt , selbst schuld. Fest steht allerdings, dass keiner dieser 'Experten' auch nur im Ansatz die Krise kommen sah, also wieso sollten die nun wissen wie es weitergeht?

Prinzipiell gilt in solchen Zeiten Vorsicht mit Anlagen wo Counterpart Risken bestehen und die bestehen in fast allen Papierwerten.

$ könnte sich besser behaupten als € aber das ist nur mehr vergleichbar mit zwei im Sumpf Versinkenden, wo man voraussagen will welche der beiden Nasen noch höher über dem Schlammrand sein wird.

Die Währungsräume USA, EU, YPN sind hoffunglsos überschuldet und wer ein wenig abseits der obigen Linearitäten denken kann, kann sich auch vorstellen, dass urplötzlich das Vertrauen in die jeweiligen Währungen schwinden könnte und das wäre dann z.B. ein HyperInfla Szenario.

Wo Aufschwung herrscht, ausser in den Propagandaabteilungen der Ministerien, ist in Bereichen wo nachhaltige Güter produziert werden. Man könnte das also auch schon als Vorzeichen eines Crack Up Booms sehen, was sich mit einem baldigen Währungsvertrauensverlust deckt.

Der BDI im Sturzflug, Rohstoffe, darunter Fühindikatoren wie Kupfer und Öl auf steilem Weg nach Norden -> Infla

Grundnahrungspreise steil nach oben -> Infla

Möglichkeit einer starken $, € Devaluierung - Crash

Eher kein Aufschwung, sondern eine klassische DDD (Douple Dip Deppresion) -> lang

Gast: gast
31.12.2010 01:38
4 4

wozu hamma des braucht?



mit dem schilling gab es NIE vergleichbare katastrophen, da hätten die griechen mit der drachme, und die anderen mit ihren levonzen, machen können, was sie wollten !!!

Re: wozu hamma des braucht?

Sie müssen noch sehr jung sein oder beim Pisatest mitgemacht haben.
Lernen sie Geschichte!

Re: wozu hamma des braucht?

Die Inflation des Schillings in der Zwischenkriegszeit vergess ma dabei?

Und seit 1972 war der Schilling fix an die DMARK gebunden, d.h. es stand Schilling drauf und war Dmark drinn.

Kurz, den eigenständigen Schilling gabs seit 1972 nicht mehr.

Hätten wir den € nicht eingeführt, wäre ertrotzdem daran gekoppelt, nur wären wir dann viel angreifbarer gewesen.

Antworten Antworten Gast: gast
31.12.2010 19:04
2 0

Re: Re: wozu hamma des braucht?



HOPPALA !

die schillingwährung wurde 1924-25 eingeführt, und hat bis 1938, einführung der reichsmark, keine groben turbulenzen erlebt. was verwirrt meint, ist die krone, sprich die leintücher, mit der megainflation, die die währungsreform notwendig machte.

und 'leintücher', oder wurstpapierln, kriegen wir mit ihrem euro jetzt wieder.

Antworten Antworten Gast: Idefix1
31.12.2010 16:23
2 1

Re: Re: wozu hamma des braucht?

wäre ertrotzdem daran gekoppelt ???

Das ist eine Behauptung Ihrerseits.
Die Schwedische Krone ist ja auch NICHT an den Euro gebunden.
Ist also beim Schilling genau so möglich !