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Irland: Uneinigkeit bei der Kreditwürdigkeit

15.04.2011 | 18:40 |   (Die Presse)

Die Ratingagenturen kommen nicht auf eine Linie. Nachdem Fitch sein Rating vom Dezember bestätigt hat, liegt Irland bei Moody's nur noch eine Stufe über dem spekulativen Bereich, die dem Ramschstatus gleicht.

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Wien/Gre/Ag. Vor zwei Wochen waren sich die drei großen Ratingagenturen einig. Standard & Poor's (S&P) stufte Irland um eine Stufe herab, und zog damit gleich mit Fitch und Moody's. Die irische Kreditwürdigkeit wurde damit von allen drei Agenturen mit der acht-besten Bonitätsstufe bewertet (BBB+ bzw. Baa1, die Bezeichnung variiert je nach Agentur), drei Stufen über dem spekulativen „Ramschniveau“.

Und es sah so aus, als würde es beim Konsens bleiben, als Fitch Donnerstagabend sein Irland-Rating bestätigte. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Fitch den Ausblick zwar besser als bisher beurteilt, insgesamt trotzdem bei einem negativen Ausblick bleibe. Die jüngsten irischen Bemühungen, die Wirtschaft zu stabilisieren, seien glaubhaft, verlautbart Fitch.

 

Abstufung wegen Rettungsschirm

Nur einen Tag später ließ Moody's am Freitag mit einer gänzlich unterschiedlichen Einschätzung aufhorchen: Die irische Bonität wird um gleich zwei Stufen schlechter eingeschätzt. Damit liegt sie nur noch eine Stufe über dem spekulativen Bereich (das kommt dem Ramschstatus gleich). Und das, weil der europäische Stabilitätsmechanismus (Rettungsschirm) eine Kostenbeteiligung privater Gläubiger nicht ausschließt und die Finanzkraft der Regierung vom schwachen Wachstum beeinträchtigt werden könne. Der negative Ausblick wurde beibehalten, eine Abstufung auf Ramschniveau ist in naher Zukunft also durchaus realistisch. Irland genießt damit die gleiche Bonitätsbewertung wie das von Unruhen geschüttelte Tunesien.

Die Einschätzungen von Moody's mögen aber noch umso mehr überraschen, wenn man die Einschätzung der irischen Lage von Standard & Poor's genauer betrachtet. Mit der letzten Abstufung auf die Bonitätsstufe BBB+ Anfang April wurde der Ausblick auf „stabil“ gesetzt. Außerdem wurde das Land von der sogenannten Prüfliste genommen, auf der es sich seit November des vergangenen Jahres befunden hatte. Die Abstufung wurde damals ähnlich begründet wie die gestrige von Moody's. Nämlich damit, dass die Konstruktion des Euro-Rettungsschirms eine Schuldenrestrukturierung wahrscheinlich mache. Mit dem Unterschied, dass die Moody's-Bewertung nun um zwei Stufen schlechter ist. Hingegen begründete S&P den stabilen Ausblick damit, dass die irische Wirtschaft kurz davor stehe, sich von einem der schärfsten, je in einem Industrieland beobachteten Einbrüche zu erholen.

 

IWF sieht positive Entwicklung

Der internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) nähren die Argumente aller Ratingagenturen. Das Triumvirat überwacht die Umsetzung der geforderten Maßnahmen im Rahmen des Hilfsprogrammes. Am Freitag veröffentlichten sie ihren ersten gemeinsamen Zwischenbericht. Dieser attestiert der Regierung „bestimmtes Handeln“ in einem unsicheren Umfeld.

Irland mache große Fortschritte bei der Überwindung der „schlimmsten Krise seiner jüngeren Vergangenheit“. Das Triumvirat sagt exportgetriebenes Wirtschaftswachstum voraus, das aber weniger stark ausfällt als gedacht. Der Inlandskonsum werde weiterhin schrumpfen, allerdings langsamer. Es finden sich also die Hauptargumente aller Ratingagenturen in den Argumenten im Bericht der drei Beobachter wieder. Es ist faszinierend, welch unterschiedliche Schlüsse daraus gezogen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.04.2011)

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9 Kommentare

Moody's stuft alle irischen Banken auf Ramsch

Moody's stuft alle irischen Banken auf Ramsch - Financial Times Deutschland, Heute.
Die Ratingagentur hat irische Geldinstitute herabgestuft. Die Unternehmen gelten damit als Junk. Eine Erholung ist laut Moody's nicht in Sicht.
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:staatlich-gestuetzte-institute-moody-s-stuft-alle-irischen-banken-auf-ramsch/60040840.html

Als UniCredit Irlands EX
Risikomanager, ich weiß, warum und wie wir dieseSituation zu erreichen.

So lesen Sie das Protokoll der Debatte überUniCredit Irland im österreichischen Parlament,besuchen Sie bitte meine neue deutsche Blog unter:
http://whistleblower-de.blogspot.com/

Mehr artciles und Informationen finden Sie auf mein Englisch-Blog unter:
http://whistleblowerirl.blogspot.com/

Es ist noch nicht zu spät

Aufgrund der Eckdaten (Krieg in Libyen und anhaltend hoher Erdöl- sowie sonstige Rohstoffpreise, Katastrophe in Japan und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft - ohne die wichtigen Chips der japanischen Industrie geht nichts) dürften die Prognosen für Irland deutlich nach unten revidiert werden müssen, womit eine weitere Abstufung auf ein Tripple-B-Rating (=Ramsch) als durchaus realistisch erscheint.

Damit Österreich sein Tripple-A-Rating auch in Zukunft behält sind umfangreiche Reformen notwendig, wobei das Image der ÖVP mit einem Tripple-B umschrieben werden kann. Nämlich mit

B - für Bankenpartei
B - für Bauernpartei
B - für Blockiererpartei

Somit ist die Bevölkerung aufgerufen durch Bürgerinitiativen (z. B. "Genug bezahlt") Akzente zu setzen und so unsere Regierung zu Handlungen im Interesse des österreichischen Volkes zu bewegen.

Gast: EU-GR
15.04.2011 17:25
2 0

Rating Agenturen

Habe gelesen, das mit diesen Rating Agenturen andere unwilige Länder wie auch Deutschland usw. Politisch erpresst werden wenn sie nicht mit der USA gleich ziehen.
Eine herabstufung kostet viele miliarden Euro für ein Land.
Fast alle Länder sind dazu noch hoch verschuldet und müssen jederzeit mit einer herabstufung rechnen.
Entweder schmieren oder sich erpressen lassen.

Gast: Blankenstein Husar
15.04.2011 11:52
2 0

Aha, nix ist´s geworden mit der tollen "Rettung".

Neben Irland kommen auch die Griechen trotz der immensen Umverteilung nicht auf die Beine.

Zu schwach sind deren Wirtschaftsleistungen.

18,3 Prozent beträgt mittlerweile der Zinssatz auf zweijährige griechische Papiere.

Die Bankrotterklärungen dieser Länder, welche so schön "Umschuldungen" genannt werden, stehen also unmittelbar bevor.

Was aus unseren Milliarden dann wird, die der Finanzminister Pröll mit stolzer Brust gen Brüssel geschmissen hat, kann sich wohl jeder denken....

....Verbrannt im lodernden Feuer des Euro-Untergangs.

Re: Aha, nix ist´s geworden mit der tollen

Aber nein doch, sie missverstehen da was ganz sicherlich.

Finanzminister Pröll hat uns doch versichert, dass wir das ganze Geld wieder bekommen und sogar noch Zinsen dafür erhalten. Praktisch das beste Geschäft der Republik seit Jahrzehnten.

So haben sie doch etwas vertrauen in die Weisheit, Ehrlichkeit und Redlichkeit unserer Politiker.

Und wenn ich nicht gleich zu Schreiben aufhöre, kriege ich einen Wutanfall......

Antworten Gast: Gaston 1712
15.04.2011 14:36
3 0

Pröll ist ein gescheiter

Mensch, der hat schon gewusst, warum er sich jetzt um sich selber kümmert...

Gast: BAZI
15.04.2011 11:42
0 0

Herabstufung

Ich habe heute Moody´s auf CCC- herabgestuft.

EU: "Wir sind eine einzige große Familie"

Wie war das doch gleich?: "Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied"...

Ireland:

PUBLIC DEBT TO GDP RATIO: 112,50 %
EXTERNAL DEBT TO GDP RATIO: 1.123,35 %

www.usdebtclock.org/world-debt-clock.html

Gast: ramschler
15.04.2011 09:28
0 0

gauner

warum diese gauner und bandenmäßigen abzocker überhaupt noch was zu melden haben, ist für mich unverständlich.