Wien/ag/red. Heuer soll die Deutsche Bank einen Gewinn vor Steuern in der Höhe von zehn Mrd. einfahren. So lautete einst das Ziel von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Doch der Manager selbst ist es, der Zweifel an dieser Prognose aufkommen lässt. Bei einem Termin mit Investoren verkündete Ackermann: „Die Erreichung des Ziels hängt in hohem Maß davon ab, dass das Vertrauen der Anleger zurückkehrt.“
Anders ausgedrückt: Ackermann glaubt zwar, das Ergebnis erreichen zu können, aber nur dann, wenn sich die Kapitalmärkte erholen und eine Lösung für die Staatsschuldenprobleme gefunden wird. In den letzten Wochen ging es auf den Börsen allerdings sehr turbulent zu. Dass sich die europäischen Staatsschulden demnächst in Luft auflösen, glaubt niemand. Weil das Ergebnis der Deutschen Bank aber zu einem großen Teil kapitalmarktgetrieben ist, könnte das Institut sein Ziel verfehlen. Analysten haben daher bereits einen Vorsteuergewinn eingepreist, der eher bei neun Mrd. Euro liegen dürfte.
Klage aus den USA
Künftig will sich die Deutsche Bank ohnedies unabhängiger vom Investmentbanking machen. Ackermann hat in der Vergangenheit einmal dafür plädiert, das klassische Bankgeschäft auf 40 Prozent des Vorsteuergewinns ausbauen zu wollen. 2009 lag der Anteil noch bei 29 Prozent.
Die nun getätigten Aussagen Ackermanns passen zu dem Bild, das der Manager erst vor wenigen Tagen gezeichnet hat: Falls es an den Kapitalmärkten so weitergehe, könne er, Ackermann, ein Sparpaket für sein Haus nicht mehr ausschließen.
Erst in der Vorwoche war das Institut mit einer Klage aus den USA eingedeckt worden. Konkret geht es um die Hypothekengeschäfte der Bank – und um eine Summe von 14 Mrd. Dollar. In Großbritannien wird derzeit ebenso ermittelt, wenngleich keine formale Untersuchung im Gang ist.
Die Aktie der Bank hat seit Jahresbeginn jedenfalls rund 36 Prozent an Wert verloren und kostet derzeit etwa 25 Euro.

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