EFSF-Abstimmung in Wien sorgt weltweit für Börseneinbruch

Die Ablehnung des Finanzausschusses im Parlament bescherte den Weltbörsen kurzfristig Sorgen. Dow Jones drehte kurz nach der Meldung deutlich ins Minus.

Börsen zeigen von der Finanzausschuss-Abstimmung kurzrfistig beeindruckt
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Börsen zeigen von der Finanzausschuss-Abstimmung kurzrfistig beeindruckt
(c) dapd (Thomas Lohnes)

Die Meldung über den abgelehnten Antrag zur Aufnahme des Euro-Rettungsschirms (EFSF) auf die Tagesordnung des österreichischen Parlaments hat den Weltbörsen am Mittwochnachmittag einen kurzen Einbruch beschert.

Der Finanzausschuss des Nationalrats hatte am Mittwoch einem Tagesordnungs-Antrag der Koalitionsparteien zur massiven Aufstockung der österreichischen Haftungen von 12,24 auf 21,6 Milliarden Euro für den provisorischen Euro-Rettungsschirm nicht zugestimmt. Damit ist der bisherige parlamentarische Fahrplan Österreichs für das Gesetz zu Fall gebracht worden.

Der Dow Jones drehte nach einem behaupteten Start unmittelbar nach der Meldung deutlich ins Minus und verlor zeitweise rund ein Prozent, der deutsche DAX gab einen Großteil seiner Gewinne binnen kurzer Zeit ab.

Börsen erholen sich wieder

Internationale Nachrichtenagenturen und Medien, wie etwa der in der Financial Community angesehene Finanznachrichtensender CNBC, hatten über die geplatzte Abstimmung berichtet und damit die Börsen kurzfristig geschockt. "Das hat die Märkte kurzfristig zwischen ein und zwei Prozentpunkte gekostet", sagte ein Aktienhändler in Wien. Auch an den internationalen Anleihenmärkten wirkte sich die Meldung Anleihenhändlern zufolge aus. Der als sicherer Hafen in Krisenzeiten geltende deutsche Bund-Future stieg in Folge deutlich an.

Im weiteren Späthandel konnten sich die Börsen aber schnell wieder erholen. Der deutsche DAX stieg wieder in die Nähe seiner Tageshochs und der Dow Jones drehte ins Plus. "Die Anleger haben ihre Einschätzung der Meldung offensichtlich revidiert", vermutete ein Aktienhändler, "mit der geplatzten Abstimmung ist die Aufstockung der heimischen Haftung ja nicht vom Tisch, es wird einfach später abgestimmt". Offensichtlich hätten die Märkte die geplatzte Abstimmung als endgültige Ablehnung der Aufstockung fehlinterpretiert.

Der Finanzausschuss des Nationalrats hat es am Mittwoch abgelehnt, ein Gesetz auf die Tagesordnung zu heben, mit dem die österreichischen Haftungen für den provisorischen Euro-Rettungsschirm (EFSF) massiv aufgestockt würden. Für die Zuweisung wäre eine Zweidrittelmehrheit vonnöten gewesen, alle drei Oppositionsparteien (FPÖ, Grüne, BZÖ) haben aber dagegengestimmt. Dabei hatte die Hoffnung der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP auf den Grünen gelegen. Der grüne Finanzsprecher Werner Kogler hat allerdings heute gegen die Vorlage votiert.

"Damit kann das Parlament seinen ursprünglichen Zeitplan nicht einhalten", sagte Finanzministeriumssprecher Harald Waiglein. Ursprünglich wollte die Regierung am kommenden Mittwoch, 21. September, das Gesetz durch das Plenum bringen - Voraussetzung dafür wäre allerdings gewesen, die Materie davor im Finanzausschuss zu beschließen.

Die Regierung hofft, nach einem neuerlichen Anlauf im Ausschuss mittels einer rasch anberaumten Sondersitzung das Gesetz doch noch zeitgerecht beschließen zu können. Wie die anderen Eurostaaten hatte Wien zugesagt, die Erweiterung des provisorischen Rettungsschirms EFSF bis Ende September beschließen zu lassen.

(APA)

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