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Franken könnte nächstes Jahr aufwerten

22.09.2011 | 18:16 |   (Die Presse)

Die Schweizer Nationalbank sollte in der zweiten Hälfte 2012 aufhören, den Franken zu schwächen, sagt die Erste Bank – und sieht ein „Zeitfenster“ für Kreditnehmer.

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Wien/B.l. Seit die Schweizerische Nationalbank einen Mindestkurs für den Euro zum Franken bei 1,20 festgelegt hat, hat sich die eidgenössische Währung, die schon an der Grenze der Parität zum Euro gekratzt hatte, deutlich abgeschwächt. Am Donnerstagnachmittag kostete ein Euro 1,228 Franken.

Deutlich weiter nach unten sollte es für den Franken aber nicht gehen. Der „faire Wert“ liege derzeit bei 1,25 Franken zum Euro, meinte Erste-Analystin Gudrun Egger. In die andere Richtung könnte es aber durchaus gehen: Die Schweizerische Notenbank werde nur so lange intervenieren, wie Deflationsgefahr bestehe. Diese sollte sich ab April nächsten Jahres abmildern.

Das Geldinstitut rät einmal mehr den Frankenkreditnehmern, das „offene Fenster“ zu nutzen und zu überlegen, ob nicht der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen sei. Fünf Prozent der Erste-Kunden haben bereits konvertiert, 80 Prozent signalisierten, das tun zu wollen, berichtet Erste-Bank-Vorstand Peter Bosek.

 

„Tilgungsträger“ oft schwach

Wer umsteigt, erhält wahlweise eine Eurofinanzierung mit fixen Zinsen von 3,75 Prozent oder mit variablen Zinsen und einem Zinsdeckel von 4,75 Prozent auf zehn Jahre. Mehrkosten sollen keine anfallen. Dafür hat auch die Bank einen Vorteil: Sie hat weniger Risiko in den Büchern.

Im Schnitt haben Franken-Kreditnehmer 150.000 Euro aufgenommen. Aufgrund der Wechselkursschwankung habe sich dieses Volumen auf 195.000 Euro erhöht. Die meisten Kredite sind endfällig, bei vielen Kreditnehmern ist auch der „Tilgungsträger“ unter Wasser: Das ist eine Veranlagung, in die die Raten laufend einbezahlt werden und mit der dann am Ende der Laufzeit der Kredit getilgt werden soll.

Es gibt jedoch Alternativen für Kreditnehmer: Sie können etwa auch im Franken bleiben und auf eine tilgende Variante umstellen (dabei würden die Raten ab jetzt zur Kreditrückzahlung verwendet werden), oder sie können den Kredit (teilweise) vorzeitig zurückzahlen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.09.2011)

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15 Kommentare

zu spaet - das vertrauen ist weg


Gast: fx guy
23.09.2011 11:45
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Starker Franken

Also ich kann nur jedem Empfehlen seinen Kredit nicht zu aendern. Die meissten Leute haben einen Endfaelligen Kredit mit einer Restlaufzeit von ueber 10 Jahren. Zu beachten ist, dass man nicht panisch werden darf. Wenn Griechenland pleite geht (nicht ob sondern wann) ist davon auszugehen, das der Euro massiv an Wert verlieren wird. Aber es gibt immer eine Zeit danach und die SNB muss massiv Franken verkaufen (= Geld drucken) um den Kurs kuenstlich niedrig zu halten. Das heisst, nach dem GriechenCrash ist eine massive Geldentwertung im Franken zu erwarten. (das alles werden wir in weniger als 10 Jahren erleben, davon bin ich ueberzeugt)

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Re: schwacher Franken

Ich stimme Ihnen zu dass wir nach einer Griechen-Pleite einen schwachen CHF bekommen, aber nicht aus den von Ihnen genannten Gründen. Das Problem wird sein das die UBS und CS ihre Abschreibungen nicht bewältigen können und CH als Staat wie schon 2008 mit Milliarden eingreifen muss. UBS und CS konnten ihren Schrott nicht bei der EZB abladen. Und ob die Schweiz das diesmal auch schafft wage ich zu bezweifeln. Die Bilanzsummen der beiden Banken sind ein vielfaches der jährlichen schweizerischen Wirtschaftsleistung; 54 Milliarden werden dann jedenfalls nicht ausreichen. Also gehen die Banken und mit ihnen 25% des Inlandsproduktes den Bach runter oder die Schweiz druckt massiv Geld. Ich tippe auf Gelddrucken und Frankenabwertung. Zeitraum? Spätestens bis Ende 2013.

Gast: Anonymus
23.09.2011 08:48
4 4

Werbeeinschaltung für Erste Bank

Diese Werbeeinschaltung für die Erste Bank ist eine Frechheit.
Die Analysten der Schweizer Nationalbank halten die CHF nach wie vor für stark überbewertet.
Und in der Aktion der SNB ging es nicht um Bekämpfung der Deflation, sondern darum, dass die Schweizer Wirtschaft nicht die Exporte wegbrechen.

Das ist ja schon fast wie eine Faymann-Einschaltung.
Mit objektiven Journalismus hat das nichts zu tun.
Und die Presse nennt sich ein Qualitätsmedium.

Re: Werbeeinschaltung für Erste Bank

Würde Ihnen beipflichten wollen. Zudem: Mir ist neu, dass der "faire Wert" bei 1,25 liegen soll. Wäre dem so, hätte die SNB wohl kaum eingegriffen. In der Regel halten Experten einen Kurs von ca. 1.30 bis 1,40 für "fair".

Re: Re: Werbeeinschaltung für Erste Bank

---"fair" wäre es wenn alle gleich viel hätten, alle gleiche Chancen hätten,es keine Kriege gäbe....etc. Weihnachten kommt bald...also Liste schreiben!
Bis dahin nehmen wir die Worte "gewünscht" oder "realistisch" !

Re: Re: Re: Werbeeinschaltung für Erste Bank

Ich denke, Sie haben schon verstanden um was es geht, deshalb auch mein "fair" in entsprechender Symbolik. Trotzdem: Vielen Dank für Ihren Hinweis.

Hoffnung stirbt zuletzt

Wer die momentane Euro-Perspektive sieht, der muss wohl ein Hoffender oder Glaubender sein um anzunehmen, dass es in absehbarer Zeit über die 1.25 gehen wird. Die SNB schaufelt ständig Geld und Gerüchte in den Markt um das derzeitige Niveau zu halten. Wenns weiter mit den Börsen bergab geht werden sich die Not-Franken-Horter dadurch nicht mehr abschrecken lassen, so wie jetz die asiatischen Spekulanten.

Re: Hoffnung stirbt zuletzt

Es ist völlig unklar, ob und allenfalls wieviel Geld die SNB in den Markt "geschaufelt" hat. Dies wird man in Kürze sehen, wenn die Geshäftszahlen für Q3 vorgelegt werden (so wurde es zumindest in den Medien kommuniziert). Die meisten Experten in der CH gehen hingegen davon aus, dass die SNB bis anhin kaum Geld in die Hände nehmen musste.

Beste Grüsse.

Gast: bezahlte Werbung?
22.09.2011 20:09
2 2

bezahlte Werbung?

Der Artikel ist schon eine ziemlich dreiste Werbung dafür, zum (für den Kunden) ungünstigsten Zeitpunkt aus einem Finanzprodukt auszusteigen, daß ihm die Bank nie hätte verkaufen dürfen. Bzw. eigentlich aus zweien, denn der beschriebene Tilgungsträger scheint ein mindestens so riskantes Produkt zu sein.
Wie kommt die Tante eigentlcih zu der Annahme, daß 1,25 Franken je Euro ein fairer Wert ist, wenn die gesamte Finanzwelt (fast) unisono behauptet, der Franken sei etwa 30% überbewertet, demnach der faire Wert bei etwa 1,56. Eigentlich ist viel eher davon auszugehen, daß sich der Wert bis Mitte 2012 wieder dort einpendelt.
Und normalerweise sieht der Gesetzgeber vor, bei einem solchen Artikel zwingend auf die Risiken von Währungsspekulationen und ähnlichem hinzuweisen (zumindest in kleingedruckten). Eine solche (weitere) Spekulation wäre nämlich ein derartiger Umstieg.

"...daß ihm die Bank nie hätte verkaufen dürfen."

Klar, der arme Bürger ist ein Vollidiot und darf alles tun, und die Banken müssen ihn schützen. Die vielen Jahre, wo jeder mit einem CHF-Kredit gut gelebt und die EUR-Krediter ausgelacht hat, da waren die Bürger die Klugen, und jetzt, wo sich der Wind gedreht hat, sind die Banken die Bösen, die nie nie nie, weil der Bankmanager vom Schalter in Hinterstiglitzkirchen ist der Überzampano, der alles weiß, dem ach so klugen Bürger einen CHF-Kredit hätte "verkaufen" dürfen.

Die Verantwortung des Menschen für seine Handlungen und Entscheidungen gibt es für sie nicht, die anderen müssen diese Verantwortung tragen. Haben sie eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, wer diese "anderen" sein sollen?
Wie auch immer, sie liegen mit ihrer Meinung perfekt im Mittel der österr. Durchschnittswähler und sind ein gutes Beispiel für die Dinge, die in diesem Land falsch laufen.

Antworten Antworten Gast: bezahlte Werbung?
23.09.2011 10:24
2 0

Re: "...daß ihm die Bank nie hätte verkaufen dürfen."

Sehr geehrter Klaus H,
vielen Dank für Ihre Antwort.
bezüglich der Verantwortung für die eigenen Handlungen muß ich Ihnen voll zustimmen. Sie werden auch in keinem Wort meines Kommentars einen Hinweise finden, daß ich von den Banken verlange, die Verantwortung für die Frankenkredite zu übernehmen. Ich stimme Ihnen auch voll darin zu, daß die Frankenkreditnehmer über einige Jahre Vorteile gegenüber Euro- Kreditnehmern gehabt hätten. Wobei dies eigentlich bei einem endfälligen Kredit nicht stimmt, da die Gewinne nicht als solche realisiert wurden, die Verluste nun aber bei einem Umtausch schon. Ich will mit meinem Kommentar darauf hinweisen, daß ich mit der Vorgehensweise der Banken in Punkto Verkauf von Frankenkrediten im letzten Jahrzeht nicht einverstanden bin und es für unlautere Praxis halte. Die Produkte wurden mit dem Zinsvorteil beworben und das Wechselkursrisiko als gering dargestellt. Wenn ich ein derartiges Produkt aufgrund des Zinsvorteils kaufe, muß ich als kluger Investor die anderen Risiken hedgen (=absichern). Alles andere ist Lotteriespekulation.
Weiters bin ich noch weniger damit einverstanden, daß die Banken jetzt aggressiv für den Umstieg auf Euro- Kredit werben. Der Zeitpunkt könnte nicht schlechter sein. Sie SNB garantiert den momentanen Frankenkurs, es kann also nur rauf und nicht runter gehen. Das Risiko weiterer Verluste ist faktisch null, die Chance auf Gewinne vorhanden.
mit freundlichen Grüßen,
Alfred S.

Antworten Antworten Antworten Gast: guntherphill
23.09.2011 18:17
2 0

Re: Re: "...daß ihm die Bank nie hätte verkaufen dürfen."

<das Risiko weiterer Verluste ist faktisch null, die Chance...>

Da wackeln die Ohren. Diese todsicheren Geschäfte sind meist die größten Verlustbringer.

1,20 wird vom Markt noch getestet werden. Wer gewinnt ist nicht sicher.

Nicht vergessen, Soros hat die Bank von England in die Knie gezwungen.

Antworten Antworten Gast: gäst
23.09.2011 00:10
1 0

Re: "...daß ihm die Bank nie hätte verkaufen dürfen."

Das Problem ist ja auch eines für die Banken. Wenn ein Problem mal zu einem derartrigen Massenphänomen wird, handelt es sich um einen Fehler der Bank.
Weil: Kommt es zu massenhaften Privatkonkursen (wie in den USA), wenn das zum "guten Ton" gehört weils eh alle machen - dann lacht wer anders zuletzt.
Aber dafür gibts dann ja den Steuerzahler, der die Bank rettet...

Antworten Gast: mr. spock
22.09.2011 22:30
4 1

Re: bezahlte Werbung?

1,56? wünsche ich all den kreditnehmern aber sehr unwahrscheinlich. der franken ist bei 1,20 unterbewertet. der euro ist keine harte währung wie es die dm oder der schilling war. sich da langfristig in einer harten fremden währung zu verscchulden ist nicht sehr klug.