Wien/Ag/Red. Die Staatschuldenkrise in Europa wie auch der Einbruch auf den Börsen setzen dem größten europäischen Versicherer enorm zu. Die Allianz hat im dritten Quartal nur noch 258 Mio. Euro verdient. Im Vorjahreszeitraum sind es noch 1,26 Mrd. Euro gewesen. Das Unternehmen ist unter anderem an der Commerzbank und an der UniCredit beteiligt. Weil die Aktien der Konzerne abgestürzt sind, hat auch die Allianz darunter gelitten.
Hinzu kommen Abschreibungen auf griechische Anleihen in der Höhe von rund 200 Mio. Euro. Die Allianz hat die Bonds mittlerweile mit nur noch 39 Prozent ihres Nominalwerts in den Büchern. Sie geht damit von einem höheren – als dem vereinbarten – Schuldenschnitt von 50 Prozent aus.
Abseits der griechischen Schuldverschreibungen könnte der Allianz auch noch ein anderes Problem drohen. Immerhin hielt sie per Ende September italienische Anleihen im Wert von 25,6 Mrd. Euro. Die nicht realisierten Verluste mit diesen Papieren beliefen sich auf 2,2 Mrd. Euro.
Allianz-Finanzvorstand Oliver Bäte will über einen Zahlungsausfall der drittgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone aber nicht spekulieren. Das Unternehmen habe nicht vor, seine Bestände an italienischen Anleihen abzubauen, sagt Bäte. In Summe haben sich die ausstehenden Forderungen für deutsche Banken und Versicherungen in Italien per Ende Juni auf knapp 160 Mrd. Euro belaufen, rund 117 Mrd. Euro entfallen dabei auf Banken, der Rest auf Versicherungen.
Auch Generali schreibt ab
Auch die Triestiner Assekuranz Generali hat mit den Turbulenzen auf den Finanzmärkten und Abschreibungen auf griechische Anleihen zu kämpfen. Der Gewinn der drittgrößten Versicherung Europas ging nach neun Monaten um 37 Prozent auf 825 Mio. Euro zurück. Griechische Anleihen wurden um 329 Mio. Euro abgewertet. In italienischen Anleihen ist die Gesellschaft übrigens mit einem Volumen von knapp 51 Mrd. Euro engagiert.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.11.2011)

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