Anleger zogen Geld aus österreichischen Fonds ab

13.01.2012 | 17:48 |   (Die Presse)

Das Fondsvolumen der österreichischen Investmentfondsbranche schrumpfte im Jahr 2011 um 7,34 Prozent auf 134,59 Milliarden Euro. Hauptursache waren Geldabflüsse, weitere Gründe Kursverluste und Ausschüttungen.

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Wien/b. l. 134,59 Milliarden Euro lagen Ende 2011 in Fonds, die von österreichischen Kapitalanlagegesellschaften aufgelegt wurden. Das waren um 10,66 Mrd. Euro weniger als vor einem Jahr und um 30 Mrd. Euro weniger als im Spitzenjahr 2006, wie aus Daten der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) hervorgeht.

Die Ursachen für die Schrumpfung des Fondsvermögens im Vorjahr waren drei:

► Die Anleger zogen 4,68 Mrd. Euro aus den Fonds ab („Rücklösung von Anteilen“). Dabei wurde vor allem aus Geldmarktfonds, Aktienfonds und Rentenfonds (Anleihenfonds) Geld abgezogen. Lediglich Mischfonds (sie verwalten Aktien und Anleihen) konnten Zuflüsse verzeichnen.
Vor allem Kleinanleger verkauften ihre Fondsanteile: Aus Publikumsfonds (das sind jene, in die Kleinanleger direkt investieren) wurden mehr als fünf Mrd. Euro abgezogen. Großanleger lösten Fondsanteile im Wert von 817 Mio. Euro auf. Zuflüsse in Höhe von 1,16 Mrd. Euro gab es lediglich bei den „Spezialfonds“, das sind jene, die für Pensionskassen oder Versicherungen aufgelegt werden.

► 3,79 Mrd. Euro an Fondsvermögen wurden durch Kursverluste aufgefressen. Während Rentenfonds und Geldmarktfonds im Schnitt leicht zulegen konnten, ging es mit den Aktienfonds (von Ausnahmen abgesehen) steil nach unten (siehe Grafik).

Der Fonds mit der besten Einjahresperformance ist der „Bond Strategy International“ von Pioneer Investment Austria. Die ausschüttende Variante (Isin: AT0000A0GWE3) warf einen Jahresertrag von 13,34 Prozent, die thesaurierende Variante (dabei gibt es keine jährlichen Zahlungen, sondern alle Gewinne werden wiederveranlagt, die Isin ist AT0000A06483) konnte um 13,61 Prozent zulegen. Auch der ESPA Stock Biotec (ausschüttende Variante AT0000746748, thesaurierende Variante AT0000746755) und der Schoellerbank USD Rentenfonds (ausschüttende Variante AT0000809462, thesaurierende Variante AT0000820428) konnten zweistellig zulegen.

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► Der dritte Grund für den Rückgang des Fondsvolumens ist ein erfreulicher: 2,2 Mrd. Euro wurden an die Anleger ausgeschüttet. Unter den Fonds gibt es ausschüttende Produkte (sie leisten meist jährliche Zahlungen an die Anleger) und thesaurierende (sie reinvestieren Gewinne). Häufig haben die Anleger die Wahl zwischen beiden Formen.

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1 Kommentare
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Die Freunde von österreichischen Aktien

hatten wohl 2011 keine wirkliche Freude.

Wen wundert das?
Die österreichische Regierung führte 2011 die neue Steuer auf Kursgewinne ein.
Der Markt zeigte was er davon hält.
Diese Steuer wird vermutlich viele Jahre nichts bringen, außer den Tod des österreichsichen Finanzmarktes - Faymann sei Dank.

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