London/Bloomberg/Red. Der Drei-Monats-Euribor, jener Zinssatz, den die Banken für dreimonatige Ausleihungen untereinander verlangen, ist den 36. Tag in Folge gefallen. Das ist der längste Abwärtstrend seit zweieinhalb Jahren. Der Zinssatz liegt derzeit bei 1,07 Prozent. Der Drei-Monats-Euribor ist Basis für viele Kredite. Dazu gibt es einen Aufschlag, der sich nach der Bonität des Kreditnehmers richtet. Fällt der Euribor, gehen normalerweise auch die laufenden Kreditzinsen zurück. Dass neue Kreditnehmer künftig einen günstigeren Kredit bekommen, ist jedoch nicht garantiert.
Die Banken müssen derzeit Eigenkapital aufstellen, was bedeutet, dass sie Kredite weniger gern vergeben. Laut Oesterreichischer Nationalbank haben sich die Refinanzierungsbedingungen vorerst nur für Unternehmenskunden leicht verschlechtert. Dass künftig auch Privatkunden höhere Aufschläge zahlen müssen, ist nicht auszuschließen.
Der Euribor dürfte indes weiter sinken. Er ist noch nicht an seinem Tief angelangt. Anfang 2010 betrug er 0,7 Prozent. Sollte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzinssatz – er liegt bei einem historischen Tief von einem Prozent – weiter senken, dürfte auch der Euribor fallen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2012)
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