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PRO: Die Vorherrschaft des Dollar bleibt

23.02.2012 | 09:54 |   (DiePresse.com)

PRODem "Greenback" wurde zuletzt das Ende als Leitwährung Nummer eins vorhergesagt. Vier Gründe, wieso auch Experten irren können.

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Die Diskussion kehrt in schöner Regelmäßigkeit wieder. Dann fragen sich Ökonomen, ob der Dollar seine Nummer-eins-Position halten kann oder sein Sturz bevorsteht. 2011 hat die Weltbank in einem Bericht die Debatte wieder neu entflammt. Danach soll die chinesische Regierung seit Monaten an einer Strategie arbeiten, die Bedeutung des Yuan weltweit auszuweiten und den Dollar als Leitwährung abzulösen. Im Dezember kündigten Japan und China an, ihren Handel miteinander auf die eigenen Währungen Yuan und Yen umzustellen. Einen Termin dafür nennen die beiden Länder aber nicht.

Das hat gute Gründe. Denn es gibt starke Argumente dafür, dass sich die Vorherrschaft des Dollar auch langfristig nicht ändern wird:

  • "Dollar-Falle"

China ist nach Daten des US-Finanzministeriums der größte Gläubiger der USA. Das Reich der Mitte hat bis zu 70 Prozent der Devisenreserven von umgerechnet etwa 2400 Milliarden Euro in auf Dollar lautenden Vermögenswerten angelegt. Und Peking weiß, dass es kaum eine andere Wahl hat. Denn nur auf dem Dollar-Markt sei das Angebot groß genug, um die hohen Summen aus China ohne Verwerfungen zu verkraften. Damit helfen sie der US-Regierung, ihr Haushaltsdefizit zu finanzieren. Ein umfangreicher Verkauf von US-Staatsanleihen oder die Konzentration der Neuinvestitionen auf andere Währungen würde sich direkt auf den Wert des Dollar auswirken. Würde das US-Finanzsystem crashen, geriete auch das chinesische Wirtschaftswunder in ernste Gefahr. Und diese Situation wollen die Chinesen sicherlich vermeiden.

  • Die Verrechnungseinheit

Der Dollar hat derzeit mit 60 Prozent den mit Abstand größten Anteil an den internationalen Währungsreserven. Darauf folgt der Euro mit 27 Prozent. Das britische Pfund und der japanische Yen halten einen Anteil von etwa vier Prozent an den internationalen Währungsreserven, den Rest teilen sich sonstige Währungen. Mit Blick auf diese Zahlen bleibe der US-Dollar "mindestens die nächsten zehn Jahre" die wichtigste Leitwährung der Welt, sagte Russlands Vizepremier und Finanzminister Alexej Kudrin am Rande einer UN-Konferenz, die dem Kampf gegen die globale Wirtschaftskrise gewidmet war. "Der Dollar ist heute die wichtigste Leitwährung in der Welt vor dem Euro. Es ist nicht leicht, diese Struktur zu ändern. Denn alle Verrechnungen in der Welt erfolgen entweder in Dollar oder in Euro", führte Kudrin aus. Selbst zwischen den Ländern, die den bilateralen Handel nicht in Dollar betreiben, erfolgen die Verrechnungen in Dollar. Die großen Konkurrenten Japan und China zahlen 60 Prozent ihres Handels miteinander mit US-Dollar. Und es gibt keine Idee, wie Verrechnungen tatsächlich anders abgewickelt werden können.

  • Welche Krise?

Die US-Wirtschaft ist nicht nur die weltgrößte, sondern doppelt so groß wie die auf Platz zwei rangierende chinesische. Das Pro-Kopf-Einkommen ist höher als das der BRIC-Staaten China, Indien, Russland und Brasilien zusammen. Trotz aller Bedenken über die Bonität der USA – Standard & Poor’s hat die Top-Bonität AAA entzogen - haben die Schwankungen des Weltmarkts die Dominanz des Dollar als Leitwährung nur gestärkt. Die Nachfrage nach US-Anleihen ist nach der Herabstufung sogar gestiegen. Natürlich stehen die USA vor gewaltigen Herausforderungen. Die Staatsverschuldung wächst, die Arbeitslosigkeit ist groß, die Reallöhne sind gesunken - all das nagt am Selbstwertgefühl des Landes. Dennoch: In keinem Land gibt es mehr Elitehochschulen, mehr multinationale Konzerne, mehr Innovationen an vorderster Technologiefront. Startups aus dem Silicon Valley haben stark an Fahrt aufgenommen. Bei den wirtschaftlich wichtigen Entwicklung unkonventioneller Fördertechnologien für Erdgas sind Amerikas Firmen führend. All das lässt den Schluss zu: Das Land bewältigt auch die aktuelle Krise.

  • Stärke der USA

Das Staatsdefizit der USA ist höher als das der Euroländer, auch das Leistungsbilanzdefizit der USA. Das sollte den Dollar eigentlich schwächen, aber das Gegenteil ist der Fall. In den USA reagiert die Wirtschaftspolitik einfach schneller auf Fehlentwicklungen als etwa Europa. Das zeigt auch der Blick in die Vergangenheit: So wurde  das hohe Staatsdefizit der Reagan-Regierung durch eine aggressiv expansive Geldpolitik, begleitet auch von Steuererhöhungen, unter Nachfolger Clinton in einen Überschuss gewandelt. Warum sollte das nicht auch diesmal gelingen?

>>CONTRA: Die Tage der Leitwährung Dollar sind gezählt

PRO & CONTRA steht diese Woche im Zeichen der Serie "150 Jahre Greenback".

"PRO und CONTRA"
Die Serie "PRO und CONTRA" ist eine Sammlung von Für- und Wider-Argumenten zu einem aktuellen Thema, die nicht die Meinung der Autoren widerspiegelt.

(herbas)

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16 Kommentare
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4 gruende warum der dollar die weltleitwaehrung bleiben wird

marines, army, navy, air force

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Re: 4 Gruende warum das ein Blödsinn ist

1 - Eigensüchtigkeit der Marines & Army, daher hohe Deserteurenrate
2 - Schiss, wenn es Heikel wird für Air Force
3 - Sich hinter Technologie verstecken hält nur solang, solange diese auch haltbar ist.
4 - Jeder kann ein Leid des Amerikaners singen, vor allem die Stieflinge Palästinenser...

Gast: Pensador
26.02.2012 18:38
1 1

Ein Dollar bleibt ein Dollar

Ein Dollar bleibt ein Dollar.
Daran wird sich nichts ändern, so lange die USA politisch, militärisch und wirtschaftlich die #1 in der Welt sind. Und das wird noch sehr, sehr lange dauern.
Zur Erinnerung:
Bereits bei der Eroberung von Singapur in WKII verkündeten die Japaner "Das Ende der Herrschafft des weissen Mannes".
Etwas voreilig. Genauso wie beim $.

Gast: MönchMaier
25.02.2012 00:11
1 1

Dumme Idee

Dumme Idee, den Euro niedrig zu halten für die Deutschen. Das hält den US$ leider am Leben.

Gast: africano
24.02.2012 18:05
1 2

Vergesst den Dollar ,er ist für den Hugo.

Er wird nur noch künstlich beatmet !

komajo
24.02.2012 07:03
0 2

Die USA

kaufen das meiste Öl und verkaufen die meisten Waffen. Das alles in Dollars. So lange sich daran nicht viel ändert, wird der Dollar Leitwährung bleiben.

Antworten Gast: hmmm
24.02.2012 23:15
1 1

Re: Die USA

Tja, man will das ändern.

Der Irak wollte Öl nicht mehr in Dollar handeln, dann wurde er angegriffen.

Der Iran zusammen mit anderen Ländern hatte sich auch vorgenommen vom Dollar-basierenden Ölhandel wegzugehen - insofern kein Wunder, dass die USA begonnen hat ihn ebenfalls als Bedrohung anzuprangern.

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Re: Re: Die USA

Mit Brutalität alleine wird die USA wohl aber nicht in Iran einfach so einmarschieren können. Schon in Irak hat die "Weltmacht" fast ein Kollapps erlitten. Ein Dreifach so großes Brocken ist der Iran. Ich bin der Überzeugung, dass ein Einfall in den Iran nur den Zerfall der USA beschleunigen würde. Auch der Sowjetunion vertraute sich auf seine für die Europäer furiose Armee und marschierte in Afghanistan ein. Umso schneller zerfiel dann der Sowjetunion mit seiner Kommunismus. Genauso wird die USA umso schneller zerfallen mit ihrer Kapitalismus. Das würde dann viel schneller eine neue Zeitalter der Chinesischen (Kommunismus)Dynastie mit sich bringen.

Antworten Antworten Antworten komajo
03.03.2012 07:29
1 0

China

ist nicht kommunistisch. China hat eine "gelenkte" Demokratie. Das ist auch in den Staaten der Fall, nur will es keiner zugeben. Wenn Sie sich die Wahlbeteiligungen ansehen, dann werden Sie mich verstehen.

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Re: China

"gelenkte" klingt so zahm. Wie wäre es mit "Scheindemokratie"? oder: "manipulierte" Demokratie? :) Auf jedemfall sind Sie auf rechter Spur. Genau darauf wollte ich schlußendlich hinaus..

Antworten Gast: Halbwissen
24.02.2012 10:32
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Re: Die USA

Die USA sind der mit großem Abstand größte Getreideexporteur !

Und sie können jederzeit das Getreide verheizen ( Biosprit ).

Die wiegt mehr als alle anderen Sachen !

Antworten Antworten Gast: ebenso halbwissen
24.02.2012 23:19
0 1

Re: Re: Die USA

es geht primär darum, dass Öl in Dollar gehandelt wird - wodurch der Dollar lange nicht als so wertlos gehandelt wird wie er schon eigentlich ist.

Ohne den Ölhandel in Dollar könnte der Dollar sofort in den Keller fallen, auf seinen eigentlich Wert.

Wenn die USA Biosprit hat bringt ihr das wenig gegen den dann Eintretenden Wertverlust ihrer Währung, würde Öl z.B. in Euro gehandelt - so wie Irak und Iran es vorhatten/vorhaben.

Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
25.02.2012 09:01
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Re: Re: Re: Die USA

Es stimmt doch nicht das der Dollar nichts wert ist !

Schauen Sie sich an was Sie dafür kaufen können.
ZB ein drittel der gesamten Weltgedreideernte !!!!
Wollen Sie sagen das diese keinen Wert hat ?
Und es geht nicht um den Biosprit sondern darum das die Welt Nahrung braucht.
Mindestens genauso wie das Öl.

Gast: Analyst 829
23.02.2012 18:51
1 1

Die USA werden sich dieses mal nicht mehr erholen, dazu gibt es noch viel mehr Gründe wie z. B. die Bevölkerungsstruktur, wo sich die massiv vermehren, die wenig BIP bringen u. s. w.

"Bei den wirtschaftlich wichtigen Entwicklung unkonventioneller Fördertechnologien für Erdgas sind Amerikas Firmen führend."

Ich wusste gar nicht, dass die OMV ein US-Konzern ist. Die unkonventionellste Art Erdgas zu Fördern hat die OMV entwickelt, wo Frackflüssigkeit eingesetzt werden kann, die der Konzernchef persönlich trinkt um zu zeigen, dass das nur Maisstärke und Wasser ist und damit löst man Gas aus Schiefer (Ton).

Der Schmäh mit den vielen Patenten, der erwähnt wird ist blanker Unsinn, da man US-Patente nicht mit echten Innovationen aus Europa oder Japan verwechseln darf. Einen Doppelklick kann man in den USA z. B. patentieren, in Europa ist das zu wenig innovativ um ein Patet zu erlangen, nicht einmal ein Musterschutz wäre möglich.

Japan und China hätten viel lieber Euro für den bilateralen Handel, da der schlicht weniger an Wert verliert. Wer Fremdwährungen als Reserve hält, der schenkt der jeweiligen Notenbank Milliarden. Wenn im US-Dollar z. B. bald 7 % Inflation herrschen und im Euro 3 %, dann bedeutet das, dass auf 1000 Mrd. Reserve im Jahr im Dollar 70 Mrd. der FED geschenkt werden und bei 1000 Mrd. in Euro eben "nur" 30 Mrd. der EZB.

Dann gibt es noch einen Grund, die USA sind schon so am Sand, dass die FED die DOPPELTE Menge an US-Staatschuld für Euro im Dollarnennwert hergibt, da so indirekt eine Deckung der ungedeckten Dollar erschlichen wird, da jeder Euro mindestens doppelt über dem Nennwert gedeckt ist und neue US-Dollar überhaupt nicht gedeckt sind

Antworten Gast: Halbwissen
26.02.2012 10:08
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Re: Die USA werden sich dieses mal nicht mehr erholen, dazu gibt es noch viel mehr Gründe wie z. B. die Bevölkerungsstruktur, wo sich die massiv vermehren, die wenig BIP bringen u. s. w.

Mit was ist der Euro gedeckt ?

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Re: Re: Die USA werden sich dieses mal nicht mehr erholen, dazu gibt es noch viel mehr Gründe wie z. B. die Bevölkerungsstruktur, wo sich die massiv vermehren, die wenig BIP bringen u. s. w.

Mit dem ehemaligen D-Mark der Deutschen. Gibt es einen Anderen Vertrauensgrund etwa? Schlittert Deutschland in eine tiefe Rezession, so ist der Euro Geschichte. Soviel steht fest. Ich frage mich, wie weit dieser Vertrauen reicht? Ich glaube kaum, dass für die kommenden Generationen dies ausreichen wird, da sie nie DM in ihren Händen gehalten haben werden.