Wien/brüssel/ju/ag. Die Atempause, die das zweite Griechenland-Rettungspaket samt Anleihen-„Haircut“ den Finanzmärkten beschert hat, war offenbar nur kurz: Die Anleiherenditen der Europroblemstaaten beginnen schon wieder zu steigen. Und an den Aktienmärkten lässt die Angst davor, dass Spanien bald zum „nächsten Griechenland“ mutieren könnte, die Kurse in die Knie gehen.
Die Anleiherenditen, die im Jänner stark rückläufig waren, zeigen seit zwei Wochen wieder deutlich steigende Tendenzen. In dieser Woche etwa sind die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen von Italien und Spanien wieder deutlich über die zuvor unterschrittene Fünf-Prozent-Marke gestiegen. Spanien muss nach einer missglückten Anleihenemission am Mittwoch 5,69 Prozent zahlen. Die Rendite portugiesischer Staatsanleihen liegt wieder jenseits von 13 Prozent. Und Griechenland, dessen Anleiherendite nach dem „Haircut“ von 36 auf 19,9 Prozent gefallen war, liegt schon wieder bei 22,1 Prozent.
Euroländer in der Rezession
Weitgehend stabil ist die österreichische Anleiherendite: Die hat sich zuletzt sogar leicht auf 2,79 Prozent reduziert. Hinter den Renditeanstiegen steht die Angst, dass die Staatsschuldenkrise schon bald wieder hochkochen könnte. Unter anderem deshalb, weil sich die Wirtschaftsdaten in den Problemländern drastisch verschlechtern. Griechenland, Spanien und Italien erleben gerade deutliche Rückgänge ihres Bruttoinlandsprodukts. Das führt dazu, dass die am BIP bemessenen Staatsschuldenquoten trotz begonnener Sparprogramme deutlich weiter steigen.
Besonders kritisch ist die Lage derzeit in Spanien, wo die Staatsschuldenquote wegen des BIP-Rückgangs heuer besonders kräftig (auf mehr als 78 Prozent) anziehen dürfte. Spanien leidet unter extrem hohen Arbeitslosenraten (23 Prozent in der Gesamtbevölkerung, 50,3 Prozent bei Jugendlichen), was die Immobilienkrise eskalieren lässt: Die Zahl der Not leidend werdenden Immobilienkredite nimmt rasant zu.

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