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Die Schuldenkrise blüht wieder auf

05.04.2012 | 17:35 |   (Die Presse)

Die Anleiherenditen der europäischen Peripheriestaaten steigen wieder, weil die Rezession ihre Staatsschuldenquoten explodieren lässt. Weitgehend stabil ist hingegen die österreichische Anleiherendite.

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Wien/brüssel/ju/ag. Die Atempause, die das zweite Griechenland-Rettungspaket samt Anleihen-„Haircut“ den Finanzmärkten beschert hat, war offenbar nur kurz: Die Anleiherenditen der Europroblemstaaten beginnen schon wieder zu steigen. Und an den Aktienmärkten lässt die Angst davor, dass Spanien bald zum „nächsten Griechenland“ mutieren könnte, die Kurse in die Knie gehen.

Die Anleiherenditen, die im Jänner stark rückläufig waren, zeigen seit zwei Wochen wieder deutlich steigende Tendenzen. In dieser Woche etwa sind die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen von Italien und Spanien wieder deutlich über die zuvor unterschrittene Fünf-Prozent-Marke gestiegen. Spanien muss nach einer missglückten Anleihenemission am Mittwoch 5,69 Prozent zahlen. Die Rendite portugiesischer Staatsanleihen liegt wieder jenseits von 13 Prozent. Und Griechenland, dessen Anleiherendite nach dem „Haircut“ von 36 auf 19,9 Prozent gefallen war, liegt schon wieder bei 22,1 Prozent.

Euroländer in der Rezession

Weitgehend stabil ist die österreichische Anleiherendite: Die hat sich zuletzt sogar leicht auf 2,79 Prozent reduziert. Hinter den Renditeanstiegen steht die Angst, dass die Staatsschuldenkrise schon bald wieder hochkochen könnte. Unter anderem deshalb, weil sich die Wirtschaftsdaten in den Problemländern drastisch verschlechtern. Griechenland, Spanien und Italien erleben gerade deutliche Rückgänge ihres Bruttoinlandsprodukts. Das führt dazu, dass die am BIP bemessenen Staatsschuldenquoten trotz begonnener Sparprogramme deutlich weiter steigen.

Besonders kritisch ist die Lage derzeit in Spanien, wo die Staatsschuldenquote wegen des BIP-Rückgangs heuer besonders kräftig (auf mehr als 78 Prozent) anziehen dürfte. Spanien leidet unter extrem hohen Arbeitslosenraten (23 Prozent in der Gesamtbevölkerung, 50,3 Prozent bei Jugendlichen), was die Immobilienkrise eskalieren lässt: Die Zahl der Not leidend werdenden Immobilienkredite nimmt rasant zu.

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9 Kommentare

Die Schuldenkrise blüht wieder auf

wer haette das gedacht ...

wieviel geld wird diesmal geschaffen werden, um die sache (staatsbankrott) temporaer hinauszuzoegern?

1 billion euro habens ja nicht getan - diesmal 10 billionen euro? oder 100 billionen euro?

wird hochinteressant, was dabei gold & silber machen ...

Die Zahl der Not leidend werdenden Immobilienkredite nimmt rasant zu

Abgesehen von diesem halsbrecherischen Germanistik-Stunt:

Wer die Sparwut so weit treibt (wobei einfach weniger auszugeben, die Struktur aber kaum anzutasten auch nicht wirklich "sparen" ist), dass die Arbeitslosigkeit steigt, die Wirtschaft schwächelt, kann sich ja nicht wirklich ernsthaft erwarten, billiger Schulden machen zu können.

Wer leiht schon einer Volkswirtschaft im Abwärtstrend Geld ohne an einen Risikoaufschlag zu denken?

Und bei dieser Gelegenheit frage ich mich wieder, warum ausgerechnet der Sozialismus glaubt, Schulden wären "sozial"? Was ist so sozial daran, dem "Kapital" auch noch Zinsen hinterherzuwerfen?

Gast: EFF EFF
05.04.2012 20:35
0 0

Die Atempause gab's nur in der Presseberichterstattung.

Für mich ist eigentlich nicht mehr interessant, ob die Kredit- und Derivateblase platzt, denn das war schon seit Jahren absehbar, sondern ob die Politik den eklatanten Anstieg der Selbstmordraten in Schuldenländern zugunsten der heimischen Bankenlandschaft bewusst in Kauf nimmt.

Re: Die Atempause gab's nur in der Presseberichterstattung.

Was Ihre Frage betrifft, so kann ich nur spekulieren:
Ich nehme es nicht an - "die Politik" hat längst die Kontrolle verloren und sieht sich einfach nicht mehr raus.
Es wird gerettet, was zu retten ist und bevorzugt dabei (psychologisch verständlich) jenes Problem, mit dem sie täglich konfrontiert wird: Wimmernde Banken & Versicherungen.
Wie´s anderen Einzelpersonen geht, kann da leicht aus dem Blickfeld geraten (so es jemals drinnen war).

Antworten Antworten Gast: EFF EFF
06.04.2012 00:00
1 0

Re: Re: Die Atempause gab's nur in der Presseberichterstattung.

Finanzwirtschaftlich läuft doch alles nach Plan. Die Banken der Geberländer haben die Risiken über den Umweg der Einlagefaziliät und Termingeldern auf die Notenbanken umgelegt.
Wimmernde Banken und Versicherungen diktieren die EU-Kommission. (vgl monitior online). Wulff wäre nie über so einen leicht zu vertuschenden Kredit gestolpert, wenn er eine bankenfreundlichere Haltung gezeigt hätte. Ein "Die Politik muss das Primat im Staat zurückerobern" lassen die Bankiers nicht durchgehen.

Das ist der Businessplan:

http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/occasional_paper/2012/pdf/ocp94_en.pdf

Re: Re: Re: Die Atempause gab's nur in der Presseberichterstattung.

Das Dokument kenne ich zwar nur vom "Überfliegen", eine tatsächlich böse Absicht kann ich daran nicht erkennen.
Unbestritten ist, wem die ganze Sache nutzt - aber eben nicht der Politik.
Ich glaube, die stehen wirklich derart auf der Leitung.

Antworten Gast: EFF EFF
05.04.2012 20:42
0 0

Re: Die Atempause gab's nur in der Presseberichterstattung.

Hinzu kommen 100000e Vertriebene, die nicht unterschlagen werden möchten.

Gast: r.tiroch@t-online.de
05.04.2012 19:45
5 0

dauerblüher

Die Schuldenkrise blüht nicht wieder auf, sie blüht bereits seit 4 jahren. Da ändert es auch nicht laufend zu behaupten sie wäre weg gewesen.

Re: dauerblüher

Wie Recht sie doch haben...Abgesehen von den 4 Jahren. Die Verschuldung jenseits der Wirtschaftsleistung begleitet uns tendenziell schon seit Jahrzehnten.

Was nicht heisst, wir hätten es nicht bis vor 4 Jahren besser ignorieren können;-)