Wall Street: Aktionäre verweigern Boni

18.04.2012 | 16:38 |   (Die Presse)

Bei der Hauptversammlung der der US-Bank Citigroup stimmten die Anleger gegen die Vorstandsvergütungen. Für die Bank ist das Vorgehen der Aktionäre eher unangenehm. Die Abstimmung ist allerdings nicht bindend.

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Wien/ag./red. So hatte sich das Vikram Pandit wohl nicht vorgestellt: Bei der Hauptversammlung der US-Bank Citigroup lehnten 55 Prozent der Anteilseigner das Vergütungspaket des Topmanagements ab. Dazu zählt unter anderem das Gehalt von Bankvorstand Pandit. Es soll sich für das abgelaufene Jahr auf 15 Mio. Dollar belaufen. Für die Bank ist das Vorgehen der Aktionäre eher unangenehm, auch weil die Citigroup die erste Wall-Street-Bank wäre, die für ihr überhöhtes Vergütungssystem von Aktionären abgestraft wurde.

Die Abstimmung ist für die Bank allerdings nicht bindend, das bedeutet, dass das Institut nicht dazu verpflichtet ist, dem Willen der Anleger zu entsprechen.

„Vorstände verdienen es, gut bezahlt zu werden. Aber es gibt einen Unterschied zwischen guter und obszöner Bezahlung“, sagt Brian Wenzinger, der gegen das Vergütungspaket gestimmt hat, der „New York Times“.

Der Citigroup wurde im Rahmen des von der Notenbank Federal Reserve durchgeführten Stresstests untersagt, die Dividende an die Aktionäre zu erhöhen und das Aktienrückkaufprogramm auszuweiten. Mit solchen Maßnahmen sei die Erfüllung der strikteren Kapitalvorgaben bei der Citigroup in Gefahr, lautete die Begründung.

Im ersten Quartal hatte die Bank mit 2,93 Mrd. Dollar etwas weniger verdient als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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