Berlin/Reuters/b. l. Für die hohe Sicherheit, die deutsche Bundesanleihen versprechen, nehmen die Investoren schon länger eine negative Realverzinsung in Kauf. So günstig wie am Mittwoch konnte sich das Land aber schon lange nicht mehr refinanzieren. Bei der Aufstockung zweijähriger Bundesschatzanweisungen lieh sich der Bund 4,2 Milliarden Euro von Anlegern. Dafür wird ein Zins von lediglich 0,14 Prozent fällig – das ist ein Rekordtief für diese Anleihenklasse. Im März war die Rendite mit 0,31 Prozent noch mehr als doppelt so hoch. Die Auktion war trotz der geringen Rendite wie schon im Vormonat 1,8-fach überzeichnet.
„Wir hatten angesichts der unattraktiven Rendite mit einer schwächeren Nachfrage gerechnet“, sagte Analystin Annalisa Piazza von Newedge Strategy in London. Wegen der wiederaufgeflammten Sorgen um das von hohen Schulden, Rezession und Rekordarbeitslosigkeit gebeutelte Spanien scheuen Anleger Investitionen in kriselnden Eurostaaten. Davon profitiert das als sicherer Hafen geltende Deutschland.
Für zehnjährige deutsche Staatspapiere beträgt die Rendite derzeit 1,73 Prozent. Zum Vergleich: Für US-Treasuries erhält man 1,98 Prozent Zinsen, für österreichische Anleihen der gleichen Laufzeit 2,78 Prozent. Deutlich mehr versprechen etwa spanische (5,76 Prozent) und italienische Papiere (5,44 Prozent). Spitzt sich die Schuldenkrise zu, droht allerdings ein Kursverfall. Dass sich deutsche Staatspapiere noch stark verteuern, glauben indes ebenfalls nur wenige.
Alle wollen Deutschland Geld borgen
18.04.2012 | 16:41 | (Die Presse)
Deutschland begab zweijährige Staatsanleihen mit einer Verzinsung von 0,14 Prozent – das ist ein Rekordtief für diese Anleihenklasse. Im März war die Rendite mit 0,31 Prozent noch mehr als doppelt so hoch.

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