Wien/Reuters. Japan hat nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland eine Intervention auf den Devisenmärkten nicht ausgeschlossen.. Das hat zumindest zum Teil mit der politischen Unsicherheit in Europa zu tun“, sagte Finanzminister Jun Azumi am Montag in Tokio. Japan stehe bei Bedarf zum Eingreifen in die Devisenmärkte bereit. „Wir müssen beobachten, ob die Wechselkursbewegungen mit Spekulationen zu tun haben oder die ökonomischen Fundamentaldaten widerspiegeln“, fügte Azumi hinzu. In Griechenland haben die beiden Parteien, die den Sparkurs des von EU und IWF vor der Pleite geretteten Landes mittragen, vorläufigen Ergebnissen zufolge eine eigene Mehrheit im Parlament knapp verfehlt.
Die Wahl schürte wie das Ergebnis der französischen Präsidentenwahl Unsicherheit bei den Anlegern: Dort gewann der Sozialist François Hollande, der Ergänzungen zu dem Fiskalpakt zur Haushaltskonsolidierung in Europa fordert. Japan hat bereits Ende Oktober mehr als acht Billionen Yen (umgerechnet mehr als 100 Milliarden Dollar) für eine Intervention auf dem Devisenmarkt aufgewendet, als der Dollar auf ein Rekordtief zum Yen abgerutscht war.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.05.2012)

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