Turbulentes Börsendebüt von Facebook

Der Wert der Aktien schnellte unmittelbar nach Handelsstart nach oben, rutschte dann aber wieder auf den Ausgabepreis hinunter. Die Nasdaq war mit dem Börsegang überfordert.

Den Börsenstart von Facebook hatte Unternehmenschef Zuckerberg persönlich eingeläutet
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Den Börsenstart von Facebook hatte Unternehmenschef Zuckerberg persönlich eingeläutet
(c) AP (Richard Drew)

Das Börsendebüt des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook verlief am Freitag turbulent. Unmittelbar nach dem Startschuss war der Kurs bis auf 45 Dollar gestiegen, dann gab er aber auf den Ausgabepreis von 38 Dollar nach. Tiefer ging es jedoch nicht, ein Eingreifen der Banken dürfte dies verhindert haben und der Kurs tippelte Schritt um Schritt wieder nach oben. Zuvor hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Eröffnungsglocke für den Handelstag an der Nasdaq per Live-Schaltung vom Unternehmenssitz im kalifornischen Menlo Park geläutet.

Facebook hatte am Donnerstag einen Ausgabepreis von 38 Dollar je Aktie festgelegt. Der Börsengang ist mit Einnahmen von mindestens 16 Milliarden Dollar (12,6 Milliarden Euro) eine der größten Neuemissionen aller Zeiten. Der gesamte Marktwert des sozialen Netzwerks betrug auf Grundlage des Ausgabepreises rund 104 Milliarden Dollar - die umgerechnet 82 Milliarden Euro sind mehr als die deutschen Traditionsunternehmen BMW, Deutsche Bank und Adidas zusammen kosten.

Gründer Mark Zuckerberg läutete vom Firmengelände in Kalifornien aus die Glocke zum Handelsstart der Technologiebörse Nasdaq - umgeben von jubelnden Mitarbeitern. Acht Jahre nach der Gründung in einer Studentenbude ist Facebook damit endgültig zu einem Weltkonzern geworden.

Börse überfordert

Vor dem Börsenstart war die US-Technologiebörse Nasdaq überfordert. Der Handel mit Facebook-Aktien hätte eigentlich am Freitag um Punkt 11 Uhr New Yorker Zeit (17 Uhr europäischer Zeit) beginnen sollen, verzögerte sich aber immer weiter. Erst mit einer halben Stunde Verzug gab es den ersten Kurs.

In der schnelllebigen Börsenwelt ist eine halbe Stunde eine Ewigkeit. Nach Informationen des "Wall Street Journal" hatten mehrere Händler Probleme, ihre Kauf- und Verkaufaufträge in letzter Minute zu ändern. Facebook hatte einen Teil der Papiere an Privatanleger verkauft. Üblicherweise nehmen fast ausschließlich institutionelle Investoren an Börsengängen teil, das sind etwa Pensionsfonds.

(Red.)

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