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Facebook-Fehlstart: Was beim Börsengang schiefging

23.05.2012 | 12:19 |   (DiePresse.com)

Der Markt wurde mit Aktien regelrecht überschwemmt, der Preis war zu hoch. Nun geraten auch die Alteigentümer zunehmend ins Zwielicht.

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Nach dem wenig glorreichen Facebook-Börsengang am Freitag vergangener Woche - die Aktie hat seitdem 18 Prozent ihres Werts verloren - konzentriert sich nun alles auf die Suche nach den Schuldigen. Ein  Akteur gerät dabei immer mehr ins Schussfelder der Anleger und Analysten: Morgan Stanley - also jene Bank, die den Börsengang vorbereitet hat und die Aktien an die Anleger verkaufte.

Für Jack Welch, den legendären Ex-Chef des US-Konglomerats General Electric liegt es auf der Hand: "Morgan Stanley hat zu viele Aktien ausgegeben, und die Preisfindung war unter aller Sau", twitterte er. "Sie tragen die Schuld am Facebook-Debakel."

Zu viele Aktien, zu hoher Preis

Tatsächlich sollte der Börsengang ursprünglich fünf Milliarden Dollar einbringen, letztendlich wurden am Ende aber 16 Milliarden Dollar daraus. Für Morgan Stanley ein lukratives Geschäft: Nach Informationen von US-Medien kassierten die Banker einen Anteil von rund 1,1 Prozent der Einnahmen: 176 Millionen Dollar. "Die Emissionsbanken haben es völlig übertrieben", sagt auch Michael Pachter, Analyst bei Wedbush Securities. Das Angebot hätte "nur halb so groß sein sollen als es letztlich war, dann hätte die Aktie bei 45 Dollar geschlossen", kritisierte er laut "Wall Street Journal Deutschland".

Auch der Ausgabe-Preis der Facebook-Aktien wird kritisiert. "Das IPO (der Börsengang, Anm.) wurde weit über dem Niveau gepreist, bei dem wir eine verlockende Rendite auf Sicht von zwölf Monaten erwartet hätten", heißt es in einer am Montag erschienenen BTIG-Studie. Der Preis war kurz vor dem Börsengang kurzfristig erhöht worden. Dem "Wall Street Journal Deutschland" zufolge ist das ungewöhnlich. Bei einem Börsengang werden selten beide Stellschrauben gleichzeitig in eine Richtung gedreht, heißt es. Und die Zeitung will wissen, dass Facebook-Manager an der Entscheidung sehr aktiv beteiligt waren.

Alteigentümer stimmten Aufblähung zu

Der Börsengang wird auf alle Fälle ein Nachspiel haben. Die US-Börsenaufsicht SEC hat angekündigt, die genauen Umstände der Aktienplatzierung untersuchen zu wollen. Und ein Anleger hat bereits Klage gegen die Börse Nasdaq eingereicht. Ins Zentrum des Interesses dürften vor allem die angeblichen Mauscheleien von Facebook und den am Börsengang beteiligten Banken - neben Morgan Stanley waren auch JPMorgan Chase und Goldman Sachs involviert - rücken. Ihnen wird laut Nachrichtenagentur dpa vorgeworfen, die Börsenunterlagen schlampig zusammengestellt und wichtige Informationen zum Geschäft und dessen Aussichten verschwiegen zu haben.

Auch soll verheimlicht worden sein, dass die beteiligten Banken kurz vor dem Börsengang ihre Gewinnprognosen für das Soziale Netzwerk gesenkt hätten. Einem "Wall Street Journal"-Bericht zufolge sollen von den Banken nur eine Handvoll ausgewählte Kunden von diesen gesenkten Erwartungen informiert worden sein. Der renommierte Finanz-Blog "Business Insider" schreibt sogar davon, dass ein Facebook-Manager Analysten der Banken dazu geraten habe, ihre Vorhersagen nach unten zu senken. Die Kleinanleger, die möglicherweise andere Anlageentscheidungen getroffen hätten, erfuhren davon aber nichts.

Alteigentümer geraten ins Zwielicht

Das bringt auch die Facebook-Alteigentümer ins Zwielicht. Denn ohne die Zustimmung dieser hätten die Banker den Börsengang niemals so aufblähen können. Vor allem Fonds und Finanzinvestoren, mit deren Geld das Soziale Netzwerk in den vergangenen Jahren sein rasantes Wachstum finanziert hatte, verkauften am Ende viel mehr Aktien als ursprünglich geplant. Sie nahmen insgesamt 16 Milliarden Dollar ein (Siehe: Wer am meisten profitierte). Üblicherweise verpflichten sich Alteigentümer, länger an Bord zu bleiben.

Aber auch der Börsenbetreiber Nasdaq muss mit Konsequenzen rechnen. Kurz vor dem erstmaligen Handel der Facebook-Aktie kam es zu einer Welle an Stornierungen von Kaufaufträgen, was auch der Grund für den zeitweisen Ausfall der Computersysteme war. Die Folge: Die Anleger waren teils über Stunden im Blindflug unterwegs. Sie wussten mitunter nicht, ob sie Aktien erfolgreich gekauft oder verkauft hatten. Panik griff um sich, wie auch die Aufzeichnungen vom ersten Handelstag zeigen: Im Schnitt wechselte jede Aktie mehr als einmal den Besitzer.

Facebook: Wer vom Börsengang am meisten profitiert

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(Red.)

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38 Kommentare
 
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Wer vertraut denn noch den Bankstern?

Alles nur Abzocke und die ehrlichen Anleger sind die Dummen.

Wie soll auch ein System heute funktionieren, wo Billionen von Euro durch die Welt schwappen und ein paar Promille von Käufern oder Käufern den Kurs der restlichen 99,9% der Anteilseigner bestimmen. Das funktioniert heutzutage nicht mehr, weil die meisten nur Zocker sind und die schnelle Marie sehen wollen.

unglaublich

dass man so ein Papier zu solchem Preis kauft.....Kopfschüttel

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einnahmen

wie soll facebook so viel geld generieren, damit die firma 100mrd wert ist?

Nur für Ferngesteuerte!

Es ist traurig genug das sich Millionen ferngesteuerter Nasenbohrer in so was überhaupt eintragen, nur noch trauriger ist es, daß die von Ihnen ausgewählten Promis sie noch dazu auffordern, wie jeder Radiosender und diverse Firmen versuchen noch mehr virtuelle Freunde zu bekommen! Leider sind die auch alle Wahlberechtigt!

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Re: Nur für Ferngesteuerte!

Traurig ist, dass da sicher alle Pensionsversicherungen und Vorsorge- Fonds hineinspringen.

Woher sollten die sonst 100 Mrd. bekommen?

Die Aktie ist massiv überteuert.
Selbst wenn sich die Gewinne verdoppeln, wäre diese Aktie noch immer ca. 2,5 Mal zu teuer, also müsste sie noch um mind. 60% im Kurs fallen.


Gast: Kibietz
23.05.2012 17:49
2 0

Einfach

FB würde total überbewertet, Die einzigen Gewinner sind die Emittenten. Das war von Anfang an so geplant Vieleicht die grösste abzocke der Börsianer in der Geschichte

GAR NICHTS !

Der Mist,ist ganz einfach nichts Wert !
Es kann sein,dass es auf einmal ein neues besseres Konzept gibt,und dann ist Face Book soviel Wert wie My Space ;D Ich besitze MB Aktien ;D
Würde aber auch,in Erneuerbare Energie investieren ! Seit 9/11 Traue ich der USA nicht mehr,Speziell denen nicht,die an diesem Tag zufällig nicht in der Arbeit im WTC waren.
Und solchen die viele Milliarden von der Versicherung für das WTC kassiert haben.

Die Anleger ist selbst schuld

Es vergeht kein Tag an dem nicht andere (Konsortialbank, Nasdaq) schuld sind, dass der Facebook Börsengang kein Erfolg wurde.

Wie wäre es mal, wenn der Aktionär sich selbst an die Nase greift?
http://www.start-trading.de/blog/2012/05/22/hype-wie-warnt-man-die-neulinge/

Gast: coca cola ( mit 52 Zuckerwürferl -das echte)
23.05.2012 15:01
3 1

Zuckerberg - der verdient schon bei coca cola

wenn ich schon das blede face vom Zukerberg
(oder wie die Orf-ler sagen Sukerbörg
suckerbörg) sehe so bleder kerl, mit saublöder Idee
saureich wird. wie deppert sind die anleger Investoren die dem SAkabörg das Geld in den Arsch blasen!

Re: Zuckerberg - der verdient schon bei coca cola

Der Neid scheint Sie zu zerfressen. Zuckerberg wird im Englischen "Suckerbörg" ausgesprochen. Nicht nur vom ORF. Dumm scheint er nicht zu sein, die Idee scheint auch nicht "saublöd" zu sein. Immerhin wurde er damit reich.

0 1

Re: Re: Zuckerberg - der verdient schon bei coca cola

Die Idee für solch eine Kommunikationsplattform hatte ich in den 90er Jahren auch, aber ich hatte leider nicht die Möglichkeiten sie umzusetzen.

In USA geht das viel einfacher als im bürokratischen Europa.

Warum sind alle großen Internet- Unternehmen Amerikaner?


Re: Re: Re: Zuckerberg - der verdient schon bei coca cola

Darin liegt ein Teil des Erfolges: Wege zu finden, wie man eine Idee erfolgreich und gewinnbringend umstetzen kann.

Ideen für Kommunikationsplattformen hatten andere auch, manche davon wurden auch umgesetzt. Aber man sieht ja, was aus ihnen geworden ist (VZ-Netzwerke, MySpace, usw.).

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Re: Zuckerberg - der verdient schon bei coca cola

Sorry, so eine saublöde Idee hätte ich auch gerne gehabt. Ich gönne ihm das.

Gast: horst mayer
23.05.2012 14:22
0 0

also ich finde das ist doch eh perfekt gelaufen


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Re: also ich finde das ist doch eh perfekt gelaufen

richtig! die verkäufer haben das max. herausgeholt, die käufer hat niemanden gezwungen. bilanzfälschung liegt nicht vor. whats the problem?

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Re: Re: also ich finde das ist doch eh perfekt gelaufen

Ja, das sehe ich auch so. Es ist ja auch nicht heraußen, was Facebook tatsächlich wert ist. Es kann ja auch ein gutes Geschäft gewesen sein. Für wahrscheinlich halte ich das nicht, aber das hatte man bei Google vermutlich auch geglaubt, die seinerzeit auch als rasend überbewertet galten.

Gast: sque
23.05.2012 14:11
1 0

für die Preisfindung ist der Markt da

Die Emmisionsbank Morgan Stanley wollte ursprünglich den Kurs zwischen 28 und 32 Dollar festlegen.
Das Interesse dürfte aber im Vorfeld groß gewesen sein, sodass man sich sagte "da ist noch mehr drin".
Die Bank hat also im Interesse des Verkäufers einen guten Preis erzielt und gut gearbeitet. Der Verkäufer kann zufrieden sein.

Für die US Börse und für Corporate America ist es allerdings nicht so gut, wenn die Zitrone ganz ausgepresst wird. Ein bisschen Fleisch am Knochen soll auch noch für den Aktienkäufer bleiben. Man sollte Aktionäre schon bei Laune halten.

Nachfolgende Firmen die an die Börse gehen wollen, werden es schwerer haben zu Geld zu kommen, wenn Aktionäre vergrault werden.

Aber Amerika lebt heute wieder nach dieser Krise. Viele Börsengänge finden statt, in China auch. Nur Europa ist tot.


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Re: für die Preisfindung ist der Markt da

europa ist tot. wundert sie das mit den ganzen EU und Euro jammerern?

dann kommen noch die gewerkschaften, die immer noch nicht kapiert haben, oder zumindest es den wählern vorgaukeln, dass man mit dem globalen markt mitspielen kann oder untergehen wird.

Re: für die Preisfindung ist der Markt da

Wenn´s schon soweit ist, dass ich als Aktionäre Leute brauche, die nichtmal eine Multiplikation zustandebringen (diese hätte gereicht um festzustellen, welche Werte hier gegenübergestellt werden), ist ohnehin bald Feierabend.

Nachfolgede Firmen werden nie ein Problem haben, an Geld zu kommen. Es wird nur langsam schwieriger werden, Phantasiebeträge einzustreifen.

Antworten Antworten Gast: sque
23.05.2012 19:01
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Re: Re: für die Preisfindung ist der Markt da

Es ist anmaßend zu glauben man wisse mehr als der Markt.

Wenn hier Poster, die selbst nie eine Aktie anrühren würden von Betrug, heißer Luft, Phantasiepreise oder sonst was sprechen, so ist das auch anmaßend.

Was diese Aktie wert ist weiß keiner, nicht Zuckerberg, nicht Morgan Stanley.
Die haben nur das verlangt was der Markt hergegeben hat.

Wenn jemand diese heiße Luft Facebook hat, schnell verkaufen:
Momentan: 31,80 Dollar, plus 2,58%.


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Re: Re: Re: für die Preisfindung ist der Markt da

Man weiß niemals mehr wie der Markt, klar.

Aber man sollte als Aktionäre auch wissen, dass DER Markt nicht effizient ist.

D.h. ob man kaufen darf, hängt IMMER stark von der aktuellen Bewertung ab und von der Kursentwicklung in der letzten Vergangenheit.

Es gibt gute Unternehmen, die teuer sind und es gibt schlechte Unternehmen, die billig sind.

Mag sein das Facebook ein gutes Unternehmen ist, aber billig ist die Aktie derzeit ganz sicher nicht.


Es ist anmaßend zu glauben man wisse mehr als der Markt.

Da haben Sie Recht. Würde ich auch nie tun.
Was ich meinte war, das es nicht schwer ist, vom Preis einer Aktie auf den "Börsenwert" zu schliessen. Wenn dieser mit ca. Faktor 100 derart über dem Jahresgewinn liegt, sollte man ggfs. vorsichtiger sein.
Natürlich kann´s gut gehen. Aber wenn ich eine Münze werfe und das Ergebnis passt mir nicht, werd ich mich auch nicht beschweren können.

Gast: Was soll schief gelaufen sein?
23.05.2012 13:57
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Nix, alles in Ordnung!

Es gab viel Geld für die Firma, war ja das ziel, und die Kunden sitzen auf wertlosen Papier, war auch schon immer so, net so frech wie jetzt, der Prozeß dauert sonnst eben Monate was hier in Tage gegangen ist.

Ich mach dem Gesichtsbuch auch keinen Vorwurf, jede Firma kann Aktien herausgeben, und der Kunde kann jede Aktie kaufen, das sich jetzt Gerichte und co. auf kosten der Allgemeinheit wegen er Blödheit der Kunden beschäftigen, ist eigentlich eine Frechheit, wenn schon kein Aktiensteuer gibt, dann zumindest eine Blödheitssteuer.

Und bitte net sagen jetzt, das war nicht absehbar, man braucht nur die Werbeeinnahmen einerseits vergleichen, und die Probleme bezüglich Datenschutz, das klar wird, das das Geld der Webung so wie heute, ganz einfach in Zukunft nicht mehr gehen wird, und das Gesichtsbuch selbst, es hat schon längst den Höhepunkt überschritten, auch das war davor eigentlich klar...

Persönlich, ein Firma so wie hier, die keine Pseudonyme zuläßt, hat ohnedies nur einen geringen Wert, interessant sind genau jene, die auf derartige Pseudonyme bestehen, und hier niemals auftauchen werden, grob Geschätzt ein Anonymer User hat den gleichen Wert wie 10.000 nicht Anonymer Benutzer!

Gast: Mark Zuckerzwerg
23.05.2012 13:44
2 0

Wer ist schuld?

Die, die Aktien gekauft haben. Wollten einen raschen Spekulationsgewinn, und haben dafuer ein ueberteuertes WP gekauft. Selber sch7uld.

Gast: Rübezal
23.05.2012 13:44
3 0

Tja, liebe Investoren:

Bisher konntet Ihr auf Facebook nur Eure Zeit verschwenden. Nun auch Euer Geld.

 
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