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Anleihen: Flucht in die Schweiz und nach Dänemark hält an

31.05.2012 | 16:58 |   (Die Presse)

Die Eidgenossen sind die einzige Nation unter den G 10-Staaten, die für ihre Staatsschulden weniger als ein Prozent Zinsen bezahlen müssen. Auch Dänemark bleibt als sicherer Hafen weiterhin interessant.

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Wien/Bloomberg/red. Inmitten der Eurokrise hat die Schweiz ihrem Namen als sicherer Zufluchtsort wieder einmal alle Ehre gemacht. Unter den G 10-Ländern, den führenden Industrienationen der Welt, sind die Eidgenossen das einzige Land, das für seine Staatsschulden weniger als ein Prozent Zinsen bezahlen muss. Michael Markovic von der Credit Suisse befürchtet, dass die starke Nachfrage der Anleger negative Folgen haben könnte: Die Preise der Anleihen könnten nämlich blasenartig ansteigen, wie er meint.

Seit Mai 2011 gehen die Refinanzierungskosten des Landes kontinuierlich zurück. Die Renditen vierjähriger Anleihen sind inzwischen sogar negativ. Das bedeutet, dass Anleger dafür zahlen, dem Staat Geld leihen zu dürfen.

Zuletzt konnte etwa auch Deutschland eine Anleihe zu einem Zinssatz von null Prozent platzieren. Neben Schweizer Bonds konnten auch britische und US-Schuldtitel von der Krise in der Eurozone profitieren.

Die Schweizer Nationalbank überlegt bereits, die Nachfrage nach Anleihen ihres Staates zu kontrollieren. Bereits im September des Vorjahres hat die Notenbank für den Euro einen Mindestkurs von 1,20 Franken festgelegt. „Welche Umschuldungs- oder Ausstiegsszenarien auch immer zustande kommen – bei jenen Währungen, die danach bevorzugt werden, gibt es auch eine größere Nachfrage, nach den entsprechenden Staatsanleihen“, sagt Markovic.

Dänemark als Zufluchtsort

Auch Dänemark ist inmitten der Krise zu einem gefragten Zufluchtsort geworden. Deswegen musste die Zentralbank bereits auf dem Devisenmarkt zur Verteidigung der Kronen-Anbindung an den Euro intervenieren. Zehnjährige dänische Anleihen erreichen derzeit eine Rendite von 1,03 Prozent und sind damit auf ein Rekordtief gefallen. Dänemark ist eine von zwölf Nationen, die sich noch mit der besten Bewertung („AAA“) aller drei großen Ratingagenturen schmücken können.

„Wir rechnen damit, dass der Finanzstress diese Woche anhält und auch der Zustrom in die Krone anhalten wird“, sagte Arne Lohmann Rasmussen, Chefwährungsanalyst der Danske Bank, vor wenigen Tagen. „Es besteht kein Zweifel, dass die dänischen Zinsen rasch auf null oder darunter sinken werden.“ Bei einer Emission Anfang Jänner hatten Anleger bereits Verluste in Kauf genommen. Der Leitzinssatz in Dänemark liegt bei 0,6 Prozent.

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1 Kommentare

Korrektur

Werte PRESSE-Redaktion. Man möge mir folgenden Einwand gestatten (als Schweizer hat man dazu logischerweise eine gewisse Sensibiltät entwickelt ;-): In der Einleitung und später auch im Text) müsste es heissen: "Die Eidgenossenschaft ist die einzige Nation unter den G 10-Staaten, (...)".

Besten Dank für die Kenntnisnahme.