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Asiens größter Börsengang des Jahres abgesagt

31.05.2012 | 19:03 |   (DiePresse.com)

Der Diamantenhändler Graff wollte an der Börse in Hongkong etwa eine Milliarde Dollar einnehmen. Wegen des schlechten Marktumfelds wird daraus vorerst nichts.

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Die Euro-Schuldenkrise und das Facebook-Desaster wirken sich jetzt auch auf die Börsengänge in Asien aus. So hat der prominente britische Diamantenhändler Graff Diamonds seinen für Anfang Juni geplanten Gang an die Börse in Hongkong praktisch in letzter Minute abgeblasen. Das Unternehmen begründete den Schritt in der Nacht auf Donnerstag mit dem derzeitigen Kursrutsch an den Aktienmärkten. Graff Diamonds wollte an der Börse rund eine Milliarde Dollar einnehmen. Dies war Experten zufolge wegen des Kursrutsches der Facebook-Aktie nach dem Börsengang des Sozialen Netzwerks ohnehin nicht mehr zu holen.

Die Hongkonger Börse muss auf mehr Glanz und Glamour in den eigenen Reihen also vorerst verzichten. Graff - bekannt für seine Riesen-Steine und seltenen Diamanten - sollte der größte IPO in diesem Jahr in Asien werden.

Nicht nur deshalb ist der Rückzug von Graff ein herber Schlag. Diese Woche wurden bereits drei weitere große Börsengänge in der Region abgesagt. Auch in anderen Ländern bringen IPOs derzeit nicht die erhofften Erfolge. Der mit großen Erwartungen verbundene Börsengang des sozialen Netzwerks Facebook geriet zum Debakel. Die Aktie befindet sich seit ihrer Erstnotierung auf Talfahrt - heute erstmals unter 27 Dollar - und schreckt damit andere Börsenaspiranten ab.

Das Umfeld für Börsengänge ist derzeit ungünstig. Die Euro-Krise verunsichert die Anleger rund um den Erdball. In China kühlt sich zudem das Wirtschaftswachstum merklich ab. Auch wenn das Land als der weltweit am schnellsten wachsende Markt für Luxusgüter gilt, zog der Londoner Juwelier deshalb nun die Notbremse. "Beständig fallende Aktienmärkte stellen sich als deutliche Barriere dar, die Transaktion jetzt durchzuführen", teilte Graff am Donnerstag mit. Der Juwelier sollte kommende Woche an der Börse notieren, die milliardenschwere Emission sollte morgen Freitag bepreist werden.

Graff wäre mit dem Sprung aufs Hongkonger Parkett dem italienischen Modehaus Prada gefolgt, das seinen Namen in Asien mit seiner Börsenpräsenz noch bekannter machen will. Die Briten wollten ihr Asien-Geschäft mit dem Geld aus dem Börsengang ausbauen. Doch gerade die Aktien von Luxusgüter-Herstellern fallen an der Hongkonger Börse derzeit stark. "Wir haben letztendlich entschieden, dass es angemessener ist auf bessere Zeiten zu warten", sagte eine mit dem Graff-IPO vertraute Person.

"Der Appetit auf Börsengänge ist ziemlich gering wegen der weltwirtschaftlichen Situation", erklärte Eugene Mak, Analyst beim Brokerhaus Core Pacific Yamaichi in Hong Kong, die schwierige Situation für die Unternehmen. Experten befürchten, diese könnte auch andere geplante IPOs belasten, wie das bis zu 3 Milliarden schwere geplante Debüt des Rennsportveranstalters Formel 1 in Singapur. In Hongkong ist das IPO-Volumen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 85 Prozent gesunken.

(Ag.)

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