Etwas weniger Fremdwährungskredite

12.06.2012 | 17:21 |   (Die Presse)

Private Haushalte saßen zum Ende des ersten Quartals auf 36,7 Milliarden Euro Kreditverpflichtungen in fremder Währung. Der Großteil des aushaftenden Fremdwährungskreditvolumens entfiel auf Schweizer Franken.

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Wien/b. l. Das aushaftende Volumen an Fremdwährungskrediten der privaten Haushalte in Österreich lag Ende des ersten Quartals bei 36,7 Mrd. Euro. Das ist wechselkursbereinigt ein Rückgang von 7,3 Prozent im Jahresvergleich, wie die Finanzmarktaufsicht (FMA) bekannt gab. Gegenüber Herbst 2008 ist das Volumen um 22,5 Prozent gesunken.

Als Ursache sieht man das im Herbst 2008 verhängte Verbot von Neuvergaben. Auch dürften viele Kunden inzwischen auf Eurokredite umgestiegen sein oder haben einen Teil ihrer Außenstände zurückbezahlt. Die FMA hatte den Banken empfohlen, „gemeinsam mit dem Kunden Wege zur Begrenzung des Risikos zu suchen“.

Wer auf Euro umstieg, musste vielfach Währungsverluste realisieren. Seit Ausbruch der Finanzkrise Anfang 2008 hat der Schweizer Franken zum Euro laut FMA um 37,4 Prozent aufgewertet. Im September des Vorjahres hat die Schweizer Nationalbank allerdings angekündigt, den Euro nicht unter 1,20 Franken fallen zu lassen.

Großteil entfällt auf Franken

An dieser Strategie dürfte sie nach Schätzungen von Analysten zumindest noch einige Monate festhalten, zumal die Inflation in der Schweiz sehr gering ist. Das kann sich aber irgendwann ändern. Franken-Kreditnehmer tragen dann das Risiko, dass ihre Buchkreditschuld weiter anschwillt.

Fast 94 Prozent des aushaftenden Fremdwährungskreditvolumens entfallen laut FMA auf Schweizer Franken, der Rest auf japanische Yen. Auch dieser hat seit Herbst 2008 stark aufgewertet.
Nicht nur die starken Fremdwährungen machten den Kreditnehmern in den vergangenen Jahren zu schaffen, sondern auch die schlechte Performance ihrer „Tilgungsträger“: Fremdwährungskredite sind meist endfällig, die laufenden Ratenzahlungen werden in einen Tilgungsträger (etwa einen Fonds oder eine Lebensversicherung) gesteckt, und am Ende der Laufzeit wird damit der Kredit zurückgezahlt. Viele „Tilgungsträger“ entwickelten sich aber schlechter als geplant.

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