Wien/B. l. Die gute Nachricht zuerst: Die Inflationsrate sinkt. Im Mai betrug sie in Österreich im Jahresvergleich 2,1 Prozent, wie die Statistik Austria bekannt gab. Das ist der niedrigste Wert seit November 2010. Bereits seit Monaten schwächt sich die Teuerung in Österreich ab. Auch in der Eurozone geht die Jahresinflation zurück. Im Mai betrug sie laut Eurostat 2,4 Prozent (der österreichische Wert lag nach dieser Berechnung bei 2,3 Prozent). Im April waren es noch 2,6 Prozent.
Nun der Wermutstropfen: Ein Grund für die Abschwächung in den vergangenen Monaten ist der sogenannte „Basiseffekt“. Die Preise waren schon vor einem Jahr hoch. Doch da die Inflationsrate im Jahresabstand gemessen wird, sind die starken Preisschübe, die länger als ein Jahr zurückliegen, darin nicht mehr enthalten. So war Anfang 2011 in Österreich die Mineralölsteuer (Möst) erhöht worden, was ein Jahr lang einen treibenden Einfluss auf die Inflationsrate hatte.
Ein zweiter Grund für die geringere Teuerung ist der Rückgang des Ölpreises. Seit einigen Wochen sinken auch die Preise für Benzin und Diesel. Im Mai waren Mineralölprodukte um 2,9 Prozent billiger als im April. Auch der Abstand zum Vorjahreswert wird von Monat zu Monat kleiner. Doch lagen die Preise im Mai noch immer um 5,7 Prozent über dem Vorjahreswert.
Zu den Preistreibern zählen neben den Treibstoffen das Heizöl (plus neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr), die Wohnungsmieten (plus fünf Prozent) und der Bohnenkaffee (zehn Prozent). Dafür wird die Inflationsrate von den Preisen für elektronische Geräte wie Notebooks (minus 14 Prozent) oder für Flugpauschalreisen (minus neun Prozent) nach unten gedrückt.
Wocheneinkauf um 3,3 Prozent teurer
Da man nicht jeden Tag Notebooks und Flugpauschalreisen erwirbt, ist die gefühlte Teuerung stärker: Der Miniwarenkorb, der den wöchentlichen Einkauf widerspiegelt, und Nahrungsmittel, bestimmte Dienstleistungen und Treibstoffe enthält, hat sich seit einem Jahr um 3,3 Prozent verteuert.
Der Mikrowarenkorb, der den täglichen Einkauf repräsentiert und vor allem Nahrungsmittel enthält, liegt mit 2,1 Prozent exakt im Schnitt. Preiserhöhungen bei Fleisch (plus fünf Prozent), Getreideprodukten, Molkereierzeugnissen und Eiern (je vier Prozent) wurden durch billigeres Obst (minus elf Prozent) und Gemüse (minus vier Prozent) wettgemacht.

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