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Milliardenspritze für britische Banken

15.06.2012 | 18:41 |   (Die Presse)

Die britische Notenbank macht 100 Mrd. Pfund locker, um die Banken zur Kreditvergabe anzuregen und das Land gegen die Eurokrise zu wappnen.

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London/Es/Ag. Der britische Notenbankchef Mervyn King fand am Donnerstag blumige Worte, um die Dramatik der Lage zu verdeutlichen: „Die schwarze Wolke der Eurokrise hat die Lebenskraft der britischen Wirtschaft geschwächt.“ Finanzminister George Osborne schoss nach: „Gemeinsam können wir mehr Feuerkraft entfalten, um unsere Wirtschaft gegen die Krise vor unserer Haustür zu verteidigen.“

Die Bank of England (BoE) tut es nun der EZB gleich und flutet in einer mit dem Finanzministerium koordinierten Aktion die landeseigenen Banken mit über 100 Mrd. Pfund (123 Mrd. Euro). In wenigen Wochen soll ein dementsprechendes Programm aufgelegt werden. Als die Europäische Zentralbank (EZB) im Februar 530 Mrd. Euro zu günstigen Konditionen an Banken verlieh, lehnte Großbritannien ein entsprechendes Verfahren noch ab. Notenbankchef King befand, die britischen Banken verfügten über genügend Liquidität. Den Leitzins hatte die BoE bereits im März 2009 auf 0,5 Prozent gesenkt. Doch die britischen Großbanken ließen trotzdem Vorsicht walten und zierten sich zunehmend, besonders kleineren Unternehmen Kredite zu gewähren.

 

Maßnahmen gegen Knausrigkeit

Mit dieser Zurückhaltung soll jetzt Schluss sein: Die BoE will die britischen Banken mit Krediten mit einer Laufzeit von drei bis vier Jahren ausstatten. Die Verzinsung soll unter den derzeitigen Marktzinsen liegen. Die Zentralbank wird zudem ihre Notfall-Liquiditätshilfe aktivieren, die im Dezember geschaffen wurde. Gegen die Hinterlegung von Sicherheiten sollen die Banken Kapital für sechs Monate erhalten. Auch eine geldpolitische Lockerung durch den Ankauf weiterer Staatsanleihen wurde nicht ausgeschlossen.

Die Aktienkurse der großen britischen Banken legten nach der Ankündigung der Konjunkturmaßnahmen deutlich zu: Die Royal Bank of Scotland (plus 7,7 Prozent), Barclays (4,28 Prozent) und Lloyds (4,17 Prozent) belegten die ersten drei Plätze im Londoner Leitindex FTSE.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2012)

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1 Kommentare
0 0

und?

wieso schreibt keiner jetzt zerreißt es das Pfund?