Dänemark hat erstmals beim Schuldenmachen Geld verdient. Bei der Auktion einer Staatsanleihe mit zweijähriger Laufzeit nahmen Investoren eine negative Rendite von 0,08 Prozent in Kauf, um in den Besitz der als ausfallsicher geltenden Papiere zu kommen. "Das ist das erste Mal, dass die Rendite bei einer Versteigerung von Staatsanleihen im negativen Bereich liegt", sagte der Chef der mit dem Schuldenmanagement des Staates betrauten Finanzagentur, Ove Sten Jensen, am Dienstag. Am Markt liegt der Zins bereits seit längerer Zeit im negativen Bereich.
Dänemark wird als eines der wenigen europäischen Länder von allen drei großen Ratingagenturen mit der besten Bonitätsnote AAA bewertet. Ein Zahlungsausfall gilt damit als extrem unwahrscheinlich. Wegen der Schuldenkrise in vielen europäischen Ländern sind Investoren bereit, für sichere Anlagen auf Rendite zu verzichten. "Anleger brauchen einen Platz für ihr Geld, der absolut sicher ist", sagte Nordea-Analyst Jacob Skinhoj. Auch die Bundesrepublik genießt den Status als sicherer Hafen und verdiente im Januar mit der Ausgabe von sechsmonatigen Geldmarktpapieren ebenfalls Geld.
Dänemark nahm bei der Versteigerung 1,55 Milliarden Kronen (209 Millionen Euro) ein. Die Flucht von Investoren in dänische Wertpapiere hat für das Land nicht nur positive Seiten. Die Krone gerät dadurch unter Aufwertungsdruck, was Exporte verteuert. Die dänische Zentralbank hat deshalb erst in der vergangenen Woche ihren Leitzins auf ein Rekordtief gesenkt.
(APA)

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